Allgemeine Berichte | 17.04.2024

Voltigierer feiern Jubiläum

Am 11.05.2024 findet im Rahmen der 50 Jahrfeier ein kleines Voltigierturnier statt.  Foto: Privat

Adenau. Im Mai 1973 wurden in Adenau die Abteilung Pferdesport und Volleyball als weitere Unterabteilung des Großsportvereines Turn- und Wintersportverein Adenau e.V. gegründet.

Ziel des ersten Abteilungsleiter, Hans Albert Jacoby, war von Beginn an die Jungendarbeit und hier besonders der Voltigiersport. 1973 noch eher unbekannt.

Mit dem alten Fußballplatz, oberhalb von Adenau, war schnell die sportliche Heimat gefunden. In vielen ehramtlichen Stunden wurde der Platz so hergerichtet, dass er sportlich genutzt werden konnte. Die Reiterhütte bildete den gemeinschaftlichen Mittelpunkt.

Neben den ersten Voltigierturnieren erlebte dieser Reitplatz Vierkampf, Orientierungsritte, Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsturniere. Die Kutsche Fahrer nutzen den großen Außenplatz heute noch zum Training.

Mit Lord war ganz schnell das erste Voltigierpferd gefunden und eine kleine Gruppe von Jugendlichen begann das Training auf dem Reitplatz.. Für heutige Zeiten nicht vorstellbar:

- kein Pad, ein Gurt der aus einem Lederstück mit Griffen bestand

- Baumwollbody mit Röckchen

- keine Blockpflicht, vor jeder Übung einen Aufgang und dann wieder einen Abgang. Die Drehrichtung der Schere war noch nicht geregelt und die Wettkampfzeit war 15 Minuten. Sprich je schneller die 8 Voltigierer die Pflicht turnen, desto mehr Zeit war für die Kür. Bälle, Reifen oder Bänder durften in Kür zum Einsatz kommen. Dreier Stehen oder Fliegender Engel waren die Höhepunkte vieler Küren.

1974 war es so weit, das erste Voltigierturnier fand in Adenau auf dem Reitplatz statt. A-, B- und C-Gruppen nahmen daran teil. Mehr gab es noch nicht. Mit Neuss, Voerde und Kornspringer Köln nahmen etablierte Gruppen aus dem Rheinland teil.

Im Sommer war das Training kein Problem. Im Winter zogen die Voltigierer zur Buchholzbacher Mühle, RV Erfthorst, um. Jeden Montag ging es mit Hänger und Voltigierer dort hin. Bis 1982 jeden Winter bei Wind und Wetter. Trotz all der Widrigkeiten ging es immer weiter.

Zwischenzeitlich hatte Herr Jacoby die Prüfung zum Voltigierwart (1. Bundesweiter Lehrgang in Hohenhameln) bestanden. Die Familie Lorenz und Peter Petersen wurden zu Anlaufstellen Longieren. Die Voltigiergruppen aus Neuwied und Neuss halfen dabei, dass es bei uns weiterging.

Einzel- und Doppelvoltigieren hatten sich langsam etabliert. Die Altersgrenze Voltgieren wurde abgeschafft.

Ab 1982 hatten die Voltigierer dann endlich ein Dach über dem Kopf. Mit viel Eigenleistung wurde die Reithalle und dann der Stall gebaut. Strom kam aus einem Aggregat und Wasser aus einem Brunnen. In Adenau fanden Turniere bis hin zu Landesmeisterschaften statt. Drei Mal nahm Ilka Seulen als Einzelvoltigiererin an Deutschen Meisterschaften statt. Das S-Team war ebenfalls drei Mal auf den „Deutschen“.

Die Voltigierer aus Adenau haben Entwicklung hin zum Pad erlebt. Die Blockpflicht kam. Die Kürzeit wurde auf 4 Minuten reguliert. Es kamen die D-Gruppen hinzu. Die Pflichten wurden den einzelnen Leistungsklassen angepasst. Stehen ohne Arme in Seithalte oder Grundsitz rücklings gehören zu den Pflichtelementen als früheren Zeiten. Pflicht und Kür wurden getrennt und die Voltigiergruppen den Leistungsklassen der Reiter angepasst und die Gruppenstärken reduziert.

Von 1984 an fanden 3 Trainerlehrgänge in Adenau statt. Vera Maas-Lehmberg und Heike Jacoby nahmen an dem ersten erfolgreich teil und sind beide heute noch aktiv. Inge Schütt als Referentin ist jedem Teilnehmer in Erinnerung geblieben.

Die Entwicklung von Gurt, Trensen und Pads und Anzügen nahm Fahrt auf. Der Sport wurde im Professionaler.

Die Voltigierer des TuWi Adenau waren immer noch dabei.

Am 15.11.2016 brannte der Stall ab. Über Monate war keine Nutzung der Reithalle mehr möglich.

20 Voltigiererinnen sind bei der Stange geblieben. Haben mit Turnhallentraining und voltigieren auf dem alten Reitplatz im Freien die Zeit überbrückt. Langenscheid wurde zu einer wichtigen Trainingsstätte. Mainz Ebersheim half mit Pferden aus. Die Voltigierer sind eine große Familie, vielleicht das der Punkt warum es auch nach 50 Jahren Voltigieren in Adenau noch gebiet.

Turniere waren bei uns nicht mehr möglich. Erst drei Jahre später waren Stall und Halle wieder renoviert und dann kam Corona.

Die Voltigierer hatten nach dem Brand gelernt, dass es Problemlos möglich ist auf den Außerplätzen den Trainingsbetrieb aufrecht zu halten. Unter Ausnutzung aller Möglichkeiten der Corona Verordnungen wurde Sport im Außenbereich angeboten. In dieser Zeit haben viele Jugendliche den Voltigiersport für sich entdeckt. 2024 voltigieren wieder 45 Kinder und Jugendliche bei uns. Ein neues Problem kommt hinzu. Leider sind keine gesunden, brave und bezahlbare Pferde zu finden.

Nun erleben die Voltigierer die Reduzierung der Kürzeit auf 3.30 Minuten. Wieder eine neue Herausforderung.

Dank der guten Vorrausetzungen mit Bürogebäude, Turn- und Reithalle werden in Adenau immer wieder Trainer ausgebildet und oft sind von Adenau Teilnehmer darunter. Leider bleiben, aufgrund der geringen beruflichen Perspektiven, wenige davon in der Eifel.

Unzählige Sportler haben an Abzeichenlehrgängen teilgenommen und die Voraussetzungen für ihren weiteren Voltigiererweg geschaffen.

Meike Flegerbein, Johanna Ziegler und Yvonne Becker haben ihre ersten Richtereinsatz in Adenau gehabt.

Am 11.05.2024 findet noch mal im Rahmen der 50 Jahrfeier ein ganz kleines Voltigierturnier statt. Die Voltigierer des Tuwi freuen sich über regen Besuch. Heike Jacoby

Am 11.05.2024 findet im Rahmen der 50 Jahrfeier ein kleines Voltigierturnier statt. Foto: Privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
150 Jahre Zeitungstradition
150 Jahre Zeitungstradition
La Vida Sports Sommeraktion
150 Jahre Zeitungstradition
150-jähriges Jubiläum Krupp Verlag
Empfohlene Artikel
Im Kurpark von Bad Neuenahr: Pascal Rowald, Gordon Schnieder und Bundeskanzler Friedrich Merz.
58

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass sich am 14./15. Juli 2021 eine verheerende Flut durch das Ahrtal wälzte, 135 Menschen aus dem Leben riss, zahllose Verletzungen an Leib und Seele forderte, Existenzen, Häuser, Straßen und Wege zerstörte und das ganze Tal nachhaltig veränderte – bis heute. Am fünften Jahrestag der größten Naturkatastrophe der jüngeren deutschen Geschichte gedachte...

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer.
37

Als ich diese Zeilen schreibe, liegt der fünfte Jahrestag der Flut noch vor uns. Wenn Sie sie lesen, haben wir ihn hinter uns. Manche werden sagen: „Wir haben ihn geschafft!“ Und allein dieses Wort zeigt, wie viel dieser Tag vielen Menschen noch abverlangt.

Weiterlesen

v.l.n.r. Wolfram Hutsteiner, Leiter Kita St. Josef, Luisa Wittersheim, stellv. Leiterin Kita St. Josef, Ramona Mühlenkamp, Gesamtleitung Kita gGmbh, Anne Herrig, Vorsitzende des Kita-Elternausschusses und Kita-Förderverein.  Foto: privat
11

Altenahr. Sechs Jahrzehnte voller Leben, Lachen und Lernen - sechs Jahrzehnte, in denen Generationen von Kindern in der Kindertagesstätte St. Josef in Altenahr begleitet, gefördert und auf ihrem Weg ins Leben gestärkt wurden. Das runde Jubiläum war Anlass, um ein buntes Familienfest zu feiern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
960

Ermittlungen nach Verpuffung: 39-Jähriger schwer verletzt

15.07.: Explosion in Einfamilienhaus

Rennerod. In den frühen Morgenstunden des 15. Juli 2025 ereignete sich um 01:40 Uhr eine Verpuffung in einem Einfamilienhaus in der Holzbachstraße in Rennerod. Dabei erlitt der 39-jährige Bewohner schwere Verletzungen. Eine Außenwand des Hauses wurde erheblich beschädigt, während zwei benachbarte Gebäude leichte Schäden davontrugen. Die Feuerwehr rückte aus, um den Vorfall zu bewältigen. Aufgrund der Ereignisse war es notwendig, die B54 für etwa eine Stunde zu sperren.

Weiterlesen

Symbolbild.
1710

Linienbus-Unfall auf der K 44: Fahrer eines Motorrades tödlich verletzt

13.07.: Motorradfahrer stirbt in Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich. Am 13. Juli 2026 ereignete sich gegen 18:44 Uhr auf der K 44 in Mülheim-Kärlich ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Motorradfahrer tödlich verletzt wurde.

Weiterlesen