Allgemeine Berichte | 23.10.2025

Die Kätzchen wurden mit viel Engagement wieder aufgepäppelt

Wildkatzenkinder in Not gerettet

Mara in liebevoller Pflege in der Aufzuchtstation.  Foto: Stefanie Huck

Westerwald. Die Europäische Wildkatze lebt in den Wäldern und adelt diesen Lebensraum durch ihre Anwesenheit. Denn nur ein hochwertiger Wald wird von dem schönen scheuen Tier als Heimat auserkoren.

Die Anwesenheit der Waldbewohnerin im Westerwald wurde neben mehreren Todfunden auch durch zwei Funde von Jungkatzen im Juni und Juli diesen Jahres südlich von Montabaur belegt.

Verletzter Findlingauf dem Waldweg

Das erste Wildkatzenkind wurde von einem Jäger abends auf einem Waldweg bei Oberelbert gefunden. Das kleine Tier war verletzt und konnte sich nicht mehr selbständig fortbewegen. Am darauffolgenden Tag meldete er sich bei Wildkatzenexpertin Gabriele Neumann, die sich sofort mit dem Retscheider Hof, einer auf Wildkatzen spezialisierten Aufzuchtstation in Nordrhein-Westfalen in Verbindung setzte und auch den Transport des kleinen Findlings dorthin übernahm. Das war wohl die Rettung des kleinen Tieres.

In der Station stand zunächst die Stabilisierung des dehydrierten und unterernährten Kätzchens an erster Stelle. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass eine Fraktur des Vorderfußwurzelgelenks und ein Problem mit der Schulter vorliegen und zusätzlich der schlechte Pupillenreflex und das Verhalten auf eine starke Einschränkung des Sehvermögens deuten.

Die kleine Intensivpatientin reagierte schnell auf die professionelle Pflege und sie wurde auf den Namen Mara getauft. Zunächst herrschten noch Hoffen und Bangen wegen ihrer Verletzungen vor, doch ihr Zustand verbesserte sich stetig. Nach fast 6 Wochen war Mara ohne Beeinträchtigungen und konnte schon mit Artgenossen im Gehege herumturnen. Jetzt heißt es „nur noch“ füttern, füttern, füttern, bis sie als selbständige Wildkatze in die Freiheit entlassen werden kann.

Verirrtes Kätzchenauf dem Sofa

Eine zweite Meldung eines vermutlichen Wildkatzenkindes erreichte die Naturschutzinitiative e.V. (NI) etwa vier Wochen später von einem Forsthaus. Eine Jungkatze hatte sich hinter den Kissen eines „Lounge-Sofas“ verkrochen und den Besitzer kräftig angefaucht. Aufgrund der Lage des Hauses und der Videoaufnahmen konnte das Tierchen als Wildkatze identifiziert werden. Der Finder brachte die kleine verirrte Katze durch die Vermittlung der NI in dieselbe Aufzuchtstation. Es stellte sich heraus, dass das Katzenkind abgemagert war, aber ansonsten vital und gesund. Wahrscheinlich hat es den Anschluss an seine Mutter verloren und sich dann ein Versteck gesucht. Gut, dass der Besitzer des Hauses so aufmerksam war. Damit hat er einer Wildkatze das Leben gerettet, wofür wir sehr dankbar sind.

Aufzucht und Pflegemit viel Engagement

Die NI ist sehr dankbar, dass es solche Wildtierstationen gibt, die mit ungeheurem persönlichen Einsatz für jedes kleine Leben kämpfen. Inzwischen geht es den beiden kleinen Findlingen recht gut. Aber bis sie als ausgewachsene Wildkatze in die Freiheit entlassen werden können, wird es noch einige Zeit und viele Mäuse brauchen.

Mit einer Spende unterstützen

Für die Aufzucht eines solchen Jungtieres ist ein enormer personeller und auch finanzieller Aufwand erforderlich. Die Kosten bis zur Auswilderung liegen bei mehreren Tausend Euro. Die NI hat der Aufzuchtstation bereits eine Spende zukommen lassen. Über weitere Spenden für die kleinen wilden Katzen freut sich die NI und verwendet diese ausschließlich für die engagierten Pflegestationen, Wildkatzenrettung und Wildkatzenforschung.

Spendenkonto:

IBAN: DE83 5739 1800 0011 5018 00 - Westerwald Bank eG, Stichwort: Wildkatzenkinder

Wildkatzenpate werden:

www.naturschutz-initiative.de/naturschutz/wildkatze/wildkatzenpatenschaft/

Verletztes Wildkatzenkind.  Foto: Harry Neumann

Verletztes Wildkatzenkind. Foto: Harry Neumann

Mara in liebevoller Pflege in der Aufzuchtstation. Foto: Stefanie Huck

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