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Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen informiert

Zaghafte Entspannung am Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen steigt in und um Koblenz im Juni kaum noch an

01.07.2020 - 12:47

Kreis Mayen-Koblenz. Der regionale Arbeitsmarkt zeigte im Juni erste zaghafte Anzeichen von Entspannung. Zumindest gab es keinen nennenswerten Anstieg der Arbeitslosenzahlen mehr. So weist die Statistik für Koblenz zum Monatsende 4.520 arbeitslose Menschen aus, das ist lediglich einer mehr als im Mai. Auch wenn dies nach der Entwicklung in den Vormonaten erfreulich ist, sind dies immer noch 1.234 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stagniert bei 7,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,3 Prozent.

Im Landkreis Mayen-Koblenz zählten die Statistiker zum Monatsende 4.540 arbeitslose Frauen und Männer – 11 mehr als im Mai. Vor einem Jahr wurden 921 Arbeitslose weniger gezählt. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat bei 3,8 Prozent. Das sind 0,7 Punkte mehr als im Juni 2019.

Bei der Betrachtung der beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit Arbeitslosigkeit befassen, gibt es geringfügige Unterschiede in der aktuellen Entwicklung. So stieg die Arbeitslosigkeit im SGB III (Arbeitsagentur) in der Stadt seit April um 42 auf 1.681, während sie im SBG II (Jobcenter) um 41 auf nun 2.839 zurückging. Vor einem Jahr waren im SGB III 620 und im SGB II 614 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Im Landkreis ging die Zahl der Arbeitslosen im SGB III in den vergangenen vier Wochen um 33 auf 2.637 zurück. Vor einem Jahr gab es 822 Arbeitslose weniger. Eine Zunahme der Arbeitslosen um 44 gab es im Juni im SGB II, wo nun 1.903 arbeitslose Menschen gemeldet sind. Das sind 99 mehr als im Vorjahr.

Auch der Stellenmarkt scheint den größten Einbruch zumindest vorläufig überwunden zu haben. So wurden dem Arbeitgeberservice im Juni 235 neue Stellen aus der Stadt und 335 aus dem Landkreis gemeldet. Damit gibt es laut Statistik bei Firmen im Stadtgebiet derzeit 1.227 offene Stellen, im MYK-Kreis sind es 1.481. Das sind in Koblenz 690 und im Landkreis Mayen-Koblenz 1.176 weniger als vor einem Jahr.

Nach wie vor spielt die Kurzarbeit in der Corona-Krise am Arbeitsmarkt eine herausragende Rolle. In den letzten vier Wochen zeigten in Koblenz 41 Betriebe für 285 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an – im Mai waren es noch 140 Betriebe und 1.629 Personen. Insgesamt gab es seit Anfang April Anzeigen für 27.077 Beschäftigte.

Im Landkreis gab es in den letzten vier Wochen neue Anzeigen von 32 Betrieben für 190 Beschäftigte. Im Mai zeigten 113 Unternehmen für 1.472 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit an. Seit Anfang April gab es KuG-Anzeigen für 20.656 Beschäftigte.

Da mit einer solchen Anzeige lediglich die Möglichkeit geschaffen wird, Kurzarbeit zu nutzen, ist dies jedoch nur ein Indiz dafür, wie viele Betriebe und ihre Mitarbeiter(innen) diese Unterstützung tatsächlich nutzen. Klarheit wird es erst mit Verzögerung geben, da die Abrechnung im Nachhinein erfolgt und die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, ihre Unterlagen bei der Arbeitsagentur einzureichen.

„Es ist zu früh, um von einer echten Entspannung zu sprechen“, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Aber wir sind froh, dass der Abwärtstrend zumindest vorläufig gestoppt ist und auch der Stellenmarkt sich langsam wiederbelebt.“ Gerade Letzteres stehe in deutlichem Zusammenhang mit der beginnenden Feriensaison und den gelockerten Reiseauflagen, von denen vor allem gastronomische Betriebe nach wochenlanger Durststrecke profitierten.


Lockdown hat tiefe Wunden hinterlassen


Wie nachhaltig der derzeitige Trend ist, wagt Schmidt allerdings nicht vorherzusagen. „Das hängt eng mit dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie zusammen. Sollte es in unserer Region zu Entwicklungen kommen wie derzeit in bestimmten Regionen Nordrhein-Westfalens, könnten die Zahlen sehr schnell wieder schlechter werden. Bleibt es zumindest im Sommer ruhiger, beruhigt sich in den nächsten Wochen vielleicht auch der Arbeitsmarkt weiter.

Dass wir sehr schnell dort weitermachen können, wo Corona uns gestoppt hat, ist aber auch bei günstigstem Verlauf mehr als unwahrscheinlich. Dafür haben Virus und Lockdown bei vielen Unternehmen zu tiefe Wunden hinterlassen.“

Wunden, die auch den regionalen Ausbildungsmarkt beeinflussen – allerdings nicht so sehr, dass die Ausbildung 2020 grundsätzlich gefährdet ist. Zwar wurden seit Oktober vergangenen Jahres knapp 400 Lehrstellen weniger gemeldet als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, während rund 50 Jugendliche mehr um Unterstützung bei der Ausbildungssuche nachfragten. Trotzdem gibt es Ende Juni mehr unbesetzte Lehrstellen (Stadt: 495/Landkreis: 478) als unversorgte Bewerber (Stadt: 352/Landkreis: 397). Statistisch betrachtet kommen damit 1,3 Stellen auf einen Bewerber.

Dennoch sei dies kein leichtes Jahr für junge Menschen, die den Übergang von der Schule ins Berufsleben schaffen wollen, betont Frank Schmidt. „Viele langgehegte Träume – wie zum Beispiel Auslandsaufenthalte - lassen sich wegen Corona nicht umsetzen und müssen kurzfristig durch möglichst attraktive Alternativen ersetzt werden. Das verlangt den Jugendlichen viel Flexibilität ab. Erschwerend kommt hinzu, dass auch unsere Berufsberatung lange Zeit nur telefonisch erreichbar war.“ Zwar reagiere man mit neuen Formaten wie „Walk & Talk“ oder den „Azubispots“ auf die Krise, um den Kontakt so persönlich wie möglich zu gestalten. „Aber auch hier sind wir noch ziemlich weit vom Normalbetrieb entfernt.“

Dass die Aussichten der jungen Leute dennoch relativ günstig seien, liege denn auch vor allem an dem grundsätzlichen Nachwuchsmangel, der ja trotz Corona bestehen bleibe. Ohne die aktuelle Krise gäbe es zweifellos noch viel mehr Lehrstellen, die nicht besetzt werden könnten. „Wir appellieren deshalb an die Unternehmen, nicht leichtfertig auf einen ganzen Ausbildungsjahrgang zu verzichten. Spätestens nach Corona wird es wieder darum gehen, genügend Fachkräfte an sich zu binden, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“

Pressemitteilung

Bundesagentur für Arbeit

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Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.
Gabriele Friedrich:
Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ob mit oder ohne Corona. Was in anderen Ländern hervorragend funktioniert, scheint in Deutschland unmöglich. Auch die Pizza-Esserei auf der Straße, da braucht man sich nur einmal die städtischen Müllkörbe anzusehen. Wann raffen die Politiker endlich mal, das sie sich auch unbeliebt machen dürfen, wenn es Sinn macht. Keine Chance den Alkoholikern und so schützt man auch Jugendliche, die ohnehin schon zu viel "saufen" Wenn der OB sich beschwert, soll er halt seine Arbeit machen und zwar so, wie die Wähler das wollen.
Jean Seligmann:
Verbote, Verbote und nochmals Verbote, könnt ihr nichts anderes mehr? Es ist doch klar Erkennbar das die Menschen diese immer mehr unterlaufen, lt. einer Studie haben sich 2/3 der Menschen in Deutschland nicht an die Corona-Verbote gehalten! Es geht auch anders, schaut euch Schweden an, sinkende Infektionszahlen! Und das ohne Panik schüren, Verbote, Strafe, hier wurden ganz wenige Maßnahmen ergriffen, die Freiheit der Menschen wurde nicht eingeschränkt!
Gabriele Friedrich:
Bei der AfD ist es eben schwierig die Leute auszusortieren, die rechtes Gedankengut haben. Ich finde auch, das man nicht generell alles ablehnen sollte, was von dieser Partei kommt. Lieber wäre mir, es würde sie gar nicht erst geben. Zu verdanken haben wir das der versagenden Bundespolitik und auch Landespolitik. [ Zitat] Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung [ Zitat Ende] "Das" können Sie auch ganz normal in Arztpraxen, Krankenkassen, öffentliche Stellen, auf der Straße und eigentlich überall erleben, wo Menschen sich begegnen. Ganz normale Deutsche diffamieren andere Deutsche, nur weil sie sich gegen etwas wehren, etwas einfordern wollen oder einfach nur freundlich behandelt werden wollen. Auch wer eine "andere" Meinung hat, wird verbal niedergetrampelt oder verächtlich gemacht. Deutschland ist nicht unbedingt mehr das Vorbild für andere. Die Menschen haben noch niemals aus der Vergangenheit gelernt, die Fehler geschehen immer in der Gegenwart!
Jean Seligmann:
"auf allen Ebenen der kommunalen politischen Arbeit Anträge der AfD abzulehnen, wurde dabei einstimmig beschlossen." So sieht das demokratische Verständnis der anderen Parteien also aus, INTOLERANT wäre noch geschmeichelt, hier werden Menschen diskriminiert ob ihrer politischen Ansicht, obwohl diese durch Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz im Grunde ausgeschlossen sein sollte. Aber soviel Verständnis für Andersdenkende darf von den anderen Parteien und im besonderen von GRÜNEN nicht erwartet werden! Wo die Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung von anderen Menschen hinführt, dass hat uns die Geschichte hinlänglich gelehrt!
juergen mueller:
Dieser sogenannte "Handlungsbedarf" wurde über JAHRE ignoriert. Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, wird man munter. Dieses plötzliche Umdenken ist das was Politik ausmacht - erst dann, wenn die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam macht, was über Jahre vernachlässigt wurde, (vermeintlich) aktiv werden. Man sucht sich halt zu seinem persönlichen Vorteil das aus, was eben zur eigenen Profilierung gerade passt. Widerlich und anbiedernd.
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