Allgemeine Berichte | 13.10.2025

Der Schauspieler Alexander Sehan lebt für die Bühne - nun spielt er wieder im Rheinland

Zurück auf der Bühne der Heimat

Alexander Sehan spielt wieder in Bonn.  Foto: Lars Laion

Meckenheim/Bonn. Alexander Sehan ist wieder im Rheinland – und zurück auf der Bühne, auf der seine künstlerische Laufbahn begonnen hat. Der Schauspieler, 1992 in Bonn geboren und in Meckenheim aufgewachsen, steht ab November wieder im Kleinen Theater Bonn Bad Godesberg in der Komödie „Gretchen neunundachtzig ff“ auf der Bühne. Das Stück dreht sich um das Theater selbst, um Proben, Missverständnisse und das Ringen um die perfekte Vorstellung – temporeich, pointiert und mit einem feinen Blick für die Tücken des Theateralltags.

Schon während seiner Schulzeit am Konrad-Adenauer-Gymnasium Meckenheim entdeckte Sehan seine Begeisterung für die Schauspielerei. Die aufwendig inszenierten Schulmusicals unter der Leitung von Martina Eigen, Barbara Ross-Siegmeier und Kristiane Hüntelmann prägten ihn nachhaltig und gaben entscheidende Impulse für seinen späteren Berufsweg.

Nach dem Abitur führte ihn sein Weg an die renommierte Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“. Dort erhielt er eine umfassende Ausbildung in Schauspiel und Bühnenpraxis – in direkter Nachbarschaft zu den traditionsreichen Filmstudios in Potsdam-Babelsberg. Während seines Studiums drehte Sehan bereits für Fernsehen und Film – darunter die ZDF-Reihe „Stubbe – Von Fall zu Fall“ und die „Krause“-Filme der ARD.

Ein Junge aus dem Rheinland

Es folgte ein vierjähriges Festengagement am Theater in Dresden. Diese Zeit, geprägt durch intensive Bühnenarbeit und künstlerische Weiterentwicklung, bezeichnet Sehan heute als wichtige Etappe seiner beruflichen Reifung. Dennoch zog es ihn schließlich zurück ins Rheinland – in eine Region, deren offene und lebensfrohe Art für ihn prägend geblieben ist. „Man bekommt den Jungen aus dem Rheinland, aber das Rheinland nicht aus dem Jungen“, sagt er über sich selbst.

Seit zwei Jahren arbeitet Sehan freischaffend. Die Unabhängigkeit bietet ihm künstlerische Freiheit, bringt aber auch Herausforderungen mit sich – insbesondere in einer Zeit, in der die Kulturförderung vielerorts massiv unter Druck steht. Trotzdem betrachtet Sehan das Theater als unverzichtbaren demokratischen Raum: als Ort der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Erlebens.

Neben seiner Theaterarbeit hat Alexander Sehan auch einen Tipp für Filmfans: Am Sonntag, den 19. Oktober, um 20 Uhr läuft im Kino Drehwerk Wachtberg der Film „Seid einfach, wie ihr seid“, produziert von seiner Kollegin Alice Gruia. Der Film erzählt mit feinem Humor und emotionaler Tiefe von einer Familie, die versucht, nach vielen Jahren wieder zueinanderzufinden – eine Geschichte über Nähe, Wahrhaftigkeit und das Ringen um Verbindung. Themen, die auch Sehans künstlerische Arbeit prägen.

Mit seiner Rückkehr auf die Bühne des Kleinen Theaters Bad Godesberg schließt sich für ihn ein Kreis. Hier begann einst sein Weg – heute spielt er dort mit neuem Blick und gewachsener Erfahrung. Seine Verbundenheit zur Region ist geblieben, ebenso wie sein Glaube an die Kraft kultureller Räume. Für Sehan sind Theater und Kino nicht bloß Fluchten, sondern Orte, an denen echte Begegnung möglich wird. Gerade in einer Zeit, die von Zynismus und Spaltung geprägt ist, sieht er darin eine leise Form von Widerstand: offen zu bleiben, im Diskurs zu bleiben und neue Verbindungen zu schaffen – und dabei bloß nicht das Lachen zu verlieren.

Weitere Informationen

Gretchen 89FF. – Komödie von Lutz Hübner, Kleines Theater Bad Godesberg, Premiere am 2. November, 15:30 Uhr – danach den ganzen November über im Spielplan. ROB

Alexander Sehan spielt wieder in Bonn. Foto: Lars Laion

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