Politik | 21.03.2025

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Handys im Klassenzimmer: Brauchen wir ein landesweites Verbot?

 Foto: Kishan - stock.adobe.com

Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es ums Handy-Verbot an Schulen.

Die Diskussion über die Handynutzung in Schulen wird immer lauter. Während viele die Vorteile der digitalen Geräte sehen, fürchten andere, dass Handys den Unterricht stören und die Konzentration der Schüler beeinträchtigen. Die CDU in Rheinland-Pfalz fordert nun eine einheitliche Regelung, die das private Nutzen von Handys in Schulen verbieten soll. Doch wie sinnvoll ist ein solches Verbot? Ist es der richtige Weg, um Ablenkungen zu vermeiden und die schulische Leistung zu fördern? Oder könnte ein pauschales Verbot die Chancen, die Handys als Lernwerkzeuge bieten, unnötig einschränken?

Pro: Mehr Konzentration und weniger Ablenkung

Ein landesweit einheitliches Handy-Verbot an Schulen könnte die Konzentration der Schüler deutlich steigern. In einer Zeit, in der soziale Medien und Messaging-Dienste wie WhatsApp, Instagram oder TikTok ständig neue Ablenkungen bieten, fällt es vielen Schülern schwer, sich auf den Unterricht zu fokussieren. Das ständige Überprüfen von Nachrichten unterbricht den Lernprozess und beeinträchtigt die Qualität der schulischen Leistungen. Ein Handy-Verbot würde diesen Ablenkungen entgegenwirken und den Schülern ermöglichen, sich besser auf den Unterricht und ihre Aufgaben zu konzentrieren. Zudem könnten auch psychische Belastungen wie Cybermobbing verringert werden, da die ständige Erreichbarkeit und die negativen Auswirkungen der sozialen Medien in der schulischen Umgebung minimiert werden.

Contra: Handys als nützliche Lernwerkzeuge

Auf der anderen Seite bieten Handys zahlreiche Möglichkeiten, den Unterricht zu bereichern und das Lernen zu unterstützen. Smartphones ermöglichen einen schnellen Zugang zu Informationen, Lern-Apps und digitalen Unterrichtsmaterialien, die den Schülern bei der Recherche und Vertiefung von Themen helfen können. In vielen modernen Unterrichtsformaten werden Handys auch gezielt genutzt, um interaktive Lernmethoden anzuwenden oder den Unterricht spannender zu gestalten. Ein generelles Verbot würde diese Chancen zunichtemachen und den Schülern den Zugang zu wichtigen digitalen Ressourcen verwehren. Zudem könnte ein Verbot das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Technik behindern, da Schüler so nicht lernen, eigenverantwortlich und sinnvoll mit digitalen Geräten umzugehen.

Statements von Schulen aus der Region

Rudolf Loch, Schulleiter des privaten Johannes-Gymnasiums Lahnstein, äußerte sich zu den aktuellen Regelungen bezüglich der Handynutzung: „Handys sind bei uns außerhalb des Unterrichts erlaubt und können im Unterricht genutzt werden, wenn die Lehrkraft es erlaubt – auch für Anrufe an die Eltern. Darüber hinaus haben wir eine Smartphone- und eine Tabletordnung. Es herrscht ein generelles Handyverbot in der Schule und auf dem Schulgelände. Ein generelles Handyverbot an Schulen in Rheinland-Pfalz würde ich sehr begrüßen.“

Doris Schulte-Schwering, Schulleiterin der Alice Salomon Schule Linz/Neuwied: „Wir arbeiten an unserer Schule digitalgestützt, und digitale Kompetenzen sind aus unserer Sicht in der heutigen Zeit unabdingbar. Dafür nutzen die Schüler*innen jedoch nicht ihr Handy, sondern ein iPad oder einen Laptop. Handys sind an unserer Schule für das digitale Arbeiten nicht verboten, aber auch nicht erwünscht. In den Klassen, in denen sich viele jüngere Schüler*innen befinden (BVJ, BF 1), werden die Handys zuvor in ein Handyhotel gelegt. In den Pausen dürfen die Schüler*innen sich das Handy daraus holen.

Ich selber würde eine bundesweit einheitliche Regelung begrüßen, ähnlich wie es das für die „rauchfreie Schule“ gab.“

Frank Sütterlin, Schulleiter der Realschule plus Cochem: „In den Pausen ist absolutes Handyverbot. Die private Nutzung für Unterrichtszwecke ist nur unter Aufsicht einer Lehrkraft möglich, da wir auch mehrere iPad-Wagen haben, kommt es so gut wie gar nicht vor, dass die Schüler ihre Handys während des Unterrichts benutzen. Eine bundesweite Regelung ist meiner Ansicht nach sinnvoll, damit auch einheitlich agiert wird und nicht jede Schule ihre eigenen Regeln zur Handybenutzung aufstellen muss. Für mich wäre es wünschenswert, dass die Politik hier eine einheitliche Regelung vorgibt im Sinne der Kinder und Jugendlichen.“

Andreas Zietz, Schulleiter der BBS Cochem: „An der BBS Cochem bestehen grundsätzlich keine Einschränkungen bei der Nutzung digitaler Endgeräte. Im Unterricht sollen sie jedoch nur zu unterrichtlichen Zwecken genutzt werden. Da wir mit der digitalen Lernplattform „Schulcampus RLP“ in allen Bildungsgängen arbeiten, ist es geradezu unerlässlich, mit digitalen Endgeräten zu arbeiten und zu Lernen. Der bewusste Umgang mit digitalen Endgeräten ist in jedem Beruf erforderlich und somit auch in der Berufsausbildung. Digitale Kompetenzen müssen ständig trainiert und erweitert werden. So sieht es unser kontinuierlich evaluiertes Digitalisierungskonzept für SchülerInnen und LehrerInnen vor. Ich spreche mich gegen Einschränkungen und generelle Regelungen aus. Eine maßgeschneiderte Didaktik muss sich an der Lerngruppe ausrichten. Für dieses ist es dann durch die Bildungsgangteams zu entscheiden, welche Vorgeben zur Nutzung digitaler Endgeräte gelten sollen.“

Euer BLICKwinkel ist gefragt!

Wie steht Ihr zum Handy-Verbot an Schulen? Sollten Handys während des Unterrichts grundsätzlich verboten werden oder bietet die digitale Welt auch Chancen, die im Schulalltag genutzt werden können?

Teilt uns Eure Meinung mit – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung Eures vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de.

BA

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