Tiefbauamtsleiter Dr. Kai Mifka informierte über aufwendigen Neubau

Pfaffendorfer Brücke: Mammutprojekt kostet 181 Millionen Euro

Für die neue Rheinquerung sind riesige Mengen Material notwendig - Insgesamt entstehen 17 Einzelbauwerke

21.08.2023 - 10:26

Koblenz. Die Zahlen für das derzeit größte Infrastrukturprojekt in Rheinland-Pfalz und die größte Baumaßnahme der Stadt Koblenz sind zum Staunen: Der Neubau der Pfaffendorfer Brücke, die wichtigste Rheinüberquerung mit 40 000 Fahrzeugen pro Tag, dauert fünf Jahre und ist mit Kosten von fast 181 Millionen Euro veranschlagt. Das Land gibt knapp 81 Millionen Euro dazu.

Für das 311 Meter lange konstruktionstechnisch spannende Meisterwerk der Baukunst werden 5060 Tonnen Betonstahl, 8700 Tonnen Baustahl, 38.000 Kubikmeter Beton, 8700 Tonnen Asphalt, 1,2 Kilometer Kanal benötigt und es gibt im Gesamtkomplex 17 einzelne Bauwerke.

Vor acht Monaten begannen die Arbeiten für dieses Mammutprojekt und jetzt wollte der Verkehrs- und Verschönerungsverein Pfaffendorf wissen, wie der Stand ist und wie es weitergeht.

Daher hatten der städtische Tiefbauamtsleiter Dr. Kai Mifka und sein Kollege Karl Thomas nach Pfaffendorf ins Baubüro an der Emser Straße eingeladen. Mit fast 30 Interessenten war der größte Raum im Baucontainer fast zu klein. Locker und gut verständlich brachte der studierte und promovierte Bauingenieur die Infos rüber und beantwortete Fragen der VVV-Mitglieder. Dr. Mifka beschränkte sich weitgehend auf Dinge, die schwer vorauszusehen waren. So mussten Industrietaucher über sechs Wochen im Rhein unterwegs sein, um Kriegsmunition zu finden.


Stahlschrott im Rhein


„Da waren lediglich zwei Flakgranaten. Viel schlimmer ist aber im Rhein der Stahlschrott von alten Brücke. Der muss raus, da die Pontons einen geraden Untergrund brauchen. Das hat Zeit und Geld gekostet, was nicht eingeplant war“, erläuterte der Tiefbauamtsleiter.

Sind die Bauarbeiten dennoch im Kostenrahmen? „Da die Rampe günstiger wird, wiegt eine solche Ersparnis höhere Kosten auf. Wir bewegen uns im Rahmen des Haushalts“, versicherte Dr. Mifka, der auch das neu eingerichtete Brückenbauamt leitet.Für die Pfaffendorfer sind natürlich die Rampen interessant, da durch sie ihr Stadtteil ans Zentrum angebunden wird.


Alte Rampe wurde abgerissen


Die sogenannte Südrampe führt aus der Innenstadt von der Brücke auf die Emser Straße, also nach Pfaffendorf. „Und am Ende entsteht ein kleiner Kreisel, damit die Fahrzeuge nicht so schnell auf die Emser Straße fahren“, unterstrich der Tiefbauamtsleiter.  

Dass er damit vermutlich Recht haben wird, ist an der derzeitigen vorübergehenden Situation zu erkennen. Da die alte Rampe schon vor einiger Zeit abgerissen wurde, ist Pfaffendorf jetzt nur über die B 42 und deren Abzweigung nach Ehrenbreitstein und die Brückenstraße erreichbar. Deshalb haben Baufirmen einen Wall mit Rad- und Fußgängerweg angelegt. Und darauf „brettern“ manche Radfahrer in hohem Tempo nach Pfaffendorf.

Die neue Südrampe für Radfahrer und Fußgänger soll Mitte 2024 fertig sein, Autofahrer müssen sich noch gedulden, führte Dr. Mifka aus.   Auf die Brücke führt die sogenannte Ostrampe aus Ehrenbreitstein und Pfaffendorf kommend über die Brückenstraße. „Die kommt ganz am Ende von 2027 weil es ein eigenes aufwendiges Projekt wird. Das alte Gewölbe bleibt und darüber entsteht ein neues Stahlbauwerk“, erläuterte Dr. Mifka.


Neue Rheinquerung


Er informierte dann noch über die neue Rheinüberquerung, die parallel zur bestehenden Pfaffendorfer Brücke stromabwärts gebaut und über die in etwa zewi Jahren der Verkehr fließt. Eineinhalb Jahre sind dann notwendig, um die alte Brücke abzureißen und im Rhein die neuen Pfeiler zu bauen.

Danach kommt der „Showdown“: Die neue Brücke wird rheinaufwärts auf die neuen Pfeiler verschoben. Mit den Anschlüssen dauert das etwa sechs Wochen, in denen es dort keine Rheinüberquerung mehr gibt. VVV-Vorsitzender Gerhard Bruchhof meinte scherzhaft: „Dann schwimmen wir eben.“   HEP  

Weitere Beiträge zu den Themen

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Wohnungsbrand mit Menschenrettung

Bonn: Schwerverletzte Person aus Feuer gerettet

Bonn. Am Sonntagvormittag wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst um 11:18 Uhr zu einem Wohnungsbrand nach Endenich alarmiert. Mehrere Anrufe bestätigten das Feuer und gaben an, dass sich vermutlich auch noch Personen in der betroffenen Wohnung befänden. mehr...

Anzeige
 

Freiwillige Feuerwehr Engers im Einsatz

Mülltonnenbrand in Neuwied

Neuwied. In den Freitagabendstunden des 23.02.2024 wurden im Schützengrund in Neuwied zwei brennende Mülltonnen gemeldet. Laut Zeugenaussage soll es vorher zwei Mal laut geknallt haben. mehr...

Einbruchsdiebstahl im Gebäude der ehemaligen Artus Mineralquellen

Bad Hönningen: Täter versuchen Schwermetalle zu stehlen

Bad Hönningen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag erhielt die Polizeiinspektion Linz um 04:10 Uhr durch einen aufmerksamen Bürger die Meldung über einen aktuell stattfindenden Einbruchsdiebstahl in das Gebäude der ehemaligen Artus Mineralquellen in Bad Hönningen. mehr...

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare

Die Folgen des Klimawandels abmildern

Michael Kock:
Es ist zu begrüßen, dass die Stadt Neuwied einen Klimaanpassungsmanager einstellt. Der Klimawandel ist ja bereits im Gange. Neue Bäume allein werden ihn nicht aufhalten, die Dimension des CO2-Ausstoßes ist dafür zu groß. Die Anpassung an die veränderten Klimabedingungen kann aber nur vor Ort erfolgen....
Alexander Baum:
Klimawandelanpassungsmanager, was ein Titel, das ist ja superkalifragilistikexpialigetisch! Und wieder weiss ich, was mit meiner Grund- und Gewerbesteuer gemacht wird um die Stadt wirtschaftlich und optisch anziehender zu machen! Bezüglich der in der letzten Zeile benannten Überhitzung der Stadt hätte...
Helmut Gelhardt:
Nachtrag / Ergänzung: 62 Hektar entspricht 86 (!) und nicht 40 Fußballfeldern. In Bezug auf die Größe der Stadt Neuwied erscheint es nicht unangemessen, eine solch umfangreiche/ausgedehnte Gewerbe-/Industriefläche für ein einzelnes Projekt als Gigantomanie zu bezeichnen....
Helmut Gelhardt:
Die von Frau Dr. Jutta Etscheidt vorgetragenen Bedenken und Argumente in Bezug auf und gegen das Industrie- / Gewerbegebiet 'Friedrichshof' ( 62 Hektar ! ) sind plausibel und inhaltlich fundiert. Ihre Kritik ist also berechtigt und trifft zu. Die Versorgung der Bevölkerung mit zügig erreichbaren/Aufwand...
Amir Samed:
Laut Statistik geben in Deutschland pro Tag zehn landwirtschaftliche Betriebe auf und auf der verzweifelten Suche nach noch mehr Geld für Energiewende, Nichtstuer sowie illegale Migration zocken SPD, Grüne und FPD die Landwirtschaft, Handwerker und alle anderen Unternehmer ab. So ist es wenn sozialistische...
Haftnotiz+
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service