„NEIN zu Gewalt gegen Frauen“
Kreisverwaltung setzt mit Fahnenaktion Zeichen
Region. Seit den 1980er Jahren wird am 25. November weltweit der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ begangen. Die UN hat diesen Gedenk- und Aktionstag als „Orange Day“ ausgerufen.
Zusammen mit Landrat Achim Schwickert machten die Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises Beate Ullwer und ihre Stellvertreterin Bianca Westphal mit der Fahnenaktion „NEIN zu Gewalt“ auf diesen Tag aufmerksam, mit dem Ziel, Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich sichtbarer und geächteter zu machen.
Die Ursache von Gewalt gegen Mädchen und Frauen liegt, wie unter anderem die Istanbul-Konvention aufzeigt, in einem ungleichen Machtverhältnis zwischen Frauen und Männern sowie traditionellen Rollenbildern. Das hat vielfältige Auswirkungen wie beispielsweise die finanzielle Abhängigkeit der Frauen von Partnern, die es stark erschweren, sich aus von Gewalt belasteten Beziehungen zu lösen.
Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland seit 2018, Mädchen und Frauen umfassend gegen Gewalt zu unterstützen und präventiv zu schützen.
„Dies muss angesichts der dramatischen Zahlen endlich konsequent und nachhaltig umgesetzt werden“, fordert Beate Ullwer das unverzügliche Handeln und ergänzt: „Entscheidend ist die Unterstützung mit ausreichenden Geldern, unter anderem für Schutzplätze, Beratungsstellen und insbesondere auch für die Prävention sowie die Täterarbeit.“ Dabei müssten Präventionsangebote gezielt bei Jungen und Männern ansetzen.
Ein großer Schritt für von Gewalt betroffene Frauen könnte das Anfang 2025 von der damaligen Bundesregierung verabschiedete Gewalthilfegesetz sein. Damit dieses ihnen aber tatsächlich einen besseren Zugang zu Schutz und Unterstützung – unabhängig ihres Wohnorts – ermöglicht, muss es nun zeitnah und umfassend auf Länderebene umgesetzt werden.
Natürlich belässt es die Gleichstellungsstelle nicht nur bei der symbolischen Fahnenaktion. Ganzjährig engagiert sie sich in unterschiedlichen Aktionskreisen und Arbeitsgruppen, wie dem Regionalen Runden Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen Rhein-Westerwald.
Gemeinsam mit dem Frauennotruf, dem Frauenhaus, der Interventionsstelle sowie dem Weißen Ring und der Täterarbeitseinrichtung informierte sie zudem am 26. November beim Wochenmarkt in Westerburg über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Unter der Rufnummer 116 016 besteht mit dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Telefonisch und via Online-Beratung (hilfetelefon.de) unterstützen die Beraterinnen Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.
Pressemitteilung Kreisverwaltung des Westerwaldkreises
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