Blaulicht | 08.11.2023

Betrug durch dubiose Firmen mit horrenden Forderungen

Schlüsseldienst und Co: Wenn unseriöse Notdienste Kunden abzocken

 Quelle: LKA RLP

Region. Ein verlorener oder innen steckender Schlüssel, ein Rohrbruch oder eine verstopfte Toilette: solche Notsituationen nutzen gewiefte Sofortdienste aus, um Kasse zu machen. Besonders nachts und am Wochenende verlangen sie oft stark überhöhte Preise, die schon mal über Tausend Euro betragen können.

Ein typisches Beispiel: Frau S. musste in den Abendstunden einen Rohrreinigungsdienst beauftragen und suchte im Internet nach einem geeigneten Notdienst in ihrer Nähe. Der angerufene Handwerker bestätigte, in der Nähe zu sein und versprach, gleich zu kommen. Nach über zwei Stunden Wartezeit und einem erneuten Anruf trafen gleich drei Handwerker ein. Nach einem kurzen Blick auf die Verstopfung verlangten sie 1100 Euro in bar. Eingeschüchtert ließ Frau P. die Arbeit ausführen und zahlte den horrenden Betrag. Die handschriftlich erstellte Rechnung wurde nach Unterschrift mitgenommen - angeblich käme die Rechnung noch per E-Mail. Darauf wartet Frau S. bis heute. Nach anschließenden Recherchen war klar, dass die Handwerker aus der Nähe von Essen angereist waren.

Unseriöse Firmen nutzen Notlagen gezielt aus. Die Betroffenen haben meist nicht die Zeit, in Ruhe nachzudenken und zu recherchieren. In einer Notsituation werden die ohnehin schon gestressten Menschen überrumpelt und mit Drohkulissen zum Bezahlen aufgefordert.

Ein paar Tipps von Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale zeigen, wie man vorbeugen und sich vor unseriösen Notdienste schützen kann:

Absichern gegen Aussperren:

Es ist ratsam, einen Zweitschlüssel bei vertrauenswürdigen Personen in der Nähe zu deponieren. Das schafft Sicherheit.

Seriösen Notdienst suchen:

Vorbeugend kann man einen seriösen Anbieter am Wohnort suchen, der auch außerhalb der Geschäftszeiten seine Dienstleistungen zu transparenten Preisen anbietet. Ist die Telefonnummer im Handy gespeichert, als Notiz im Portemonnaie und/oder unter der Fußmatte vor der Tür, ist man im Ernstfall gut vorbereitet.

Vorsicht bei Online-Anzeigen:

Bei der Suche im Internet sollte man kritisch sein. Viele unseriöse Anbieter landen mit gekauften Anzeigen weit oben bei den Suchergebnissen. Daher sollte man bei der Suche nicht auf die ersten Werbeanzeigen klicken. Viele dieser Anzeigen sind unseriös.

Fehlendes Impressum:

Ist kein Impressum vorhanden oder gibt es viele identische Seiten einer Firma mit unterschiedlichen Ortsangaben, kann das ein Hinweis auf einen unseriösen Anbieter sein. Hier kann eine Internetsuche helfen, Informationen über das Unternehmen zu bekommen und etwaige Warnungen zu finden.

Kosten am Telefon klären:

Ein lokaler Notdienst hat kürzere Anfahrtszeiten als ein überregionales Unternehmen. Deshalb gilt es zu klären, woher der Monteur kommt. Wer einen Notdienst unter der örtlichen Vorwahl beauftragt, zahlt nur für die An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen. Wird dann doch eine längere Anfahrt berechnet, können darüberhinausgehende Beträge von der Rechnung gestrichen werden.

Rechnung nur unterschreiben, wenn alles verstanden wurde:

Nur wenn die einzeln aufgeführten Positionen und die in Rechnung gestellten Beträge nachvollziehbar sind, sollte ein vorgelegtes Formular unterzeichnet werden. Eine rechtskonforme Rechnung enthält die Firmenangabe, die Steuer- und die Rechnungsnummer. Die Rechnung muss nicht sofort beglichen werden. Die Drohung mit der Polizei oder einem Inkassounternehmen ist haltlos.

Nur zahlen, was und wie es vereinbart wurde:

Vor der Unterschrift sollte geprüft werden, ob die aufgeführten Leistungen auch ausgeführt wurden. Nicht vereinbarte Positionen müssen nicht akzeptiert werden. In einer Rechnung kann man vor dem Unterschreiben ggf. Passagen streichen oder auch Text hinzufügen, beispielsweise „am Telefon vereinbart war ein Betrag von xxx Euro.“ Dienstleister können nur dann auf eine Barzahlung bestehen, wenn dies vorher vertraglich vereinbart wurde. Eine Fahrt mit dem Monteur zum nächsten Geldautomaten ist nicht zu empfehlen.

Selbstsicher und bestimmt auftreten:

Wer bedroht wird, sollte die Polizei unter 110 rufen. Wenn möglich sollten Nachbarn hinzu gerufen werden, die den Vorfall bezeugen und bestärken können. Denn: Nötigung ist strafbar.

Weitere Informationen gibt es unter:

https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/unserioese-schluesseldienste/

https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/betrug-an-der-haustuer/

https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/rohrreinigungsunternehmen-6690

https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/schluesseldienste-tipps-gegen-ueberzogen-hohe-rechnungen-6687

Pressemitteilung Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

Quelle: LKA RLP

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kleinanzeige Zaunbau
Titelanzeige KW 31
Gitarrren Unterricht in Lonnig (2+1 Aktion)
Stellenausschreibung - Weiterbildungskoordinator*in im MBA-Fernstudienprogramm - FB WiSo
Kirschbaumfest Oberlützingen
Empfohlene Artikel
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hönningen im Einsatz beim Wohnungsbrand in Rheinbrohl.
279

Rheinbrohl. Am Montagabend, dem 3. August 2026, alarmierte die Leitstelle Montabaur die Feuerwehreinheiten aus Rheinbrohl und Bad Hönningen sowie den Rettungsdienst mit dem Einsatzstichwort „Brand 2“ zu einem Vorfall in der Hauptstraße von Rheinbrohl. Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle konnten die ersten Einsatzkräfte eine starke Rauchentwicklung wahrnehmen. Beim Eintreffen vor Ort drangen Flammen aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
476

Euskirchen. In der Nacht auf Montag (03.08.2026) haben die Bonner Polizei und die Staatsanwaltschaft Bonn die Ermittlungen wegen des Verdachts eines vollendeten Tötungsdelikts in Euskirchen aufgenommen. Ein 45-jähriger Mann hatte am Sonntagabend, dem 02.08.2026, einen Notruf abgesetzt. Die Streifenwagenbesatzungen der Polizei Euskirchen trafen an der Einsatzörtlichkeit auf den schwer verletzten Melder und eine leblose 46-jährige Frau.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Nordbrücke in Bonn. Foto: pixabay.com
3673

Bonn. Ab Freitag (7. August) beginnt der erste Abbruchabschnitt der linksrheinischen Vorlandbrücke an der A565. Wie die Autobahn GmbH mitteilt, wird zunächst der westliche Teil der Brücke über der Graurheindorfer/Herseler Straße im Bereich der Anschlussstelle Bonn-Auerberg zurückgebaut. Parallel dazu finden Kampfmittelsondierungen statt.

Weiterlesen

Vom 10. Bis zum 18. Oktober findet wieder der traditionelle Lukasmarkt statt.
3138

Mayen. Wenn der Duft von gebrannten Mandeln durch die Straßen zieht, die Lichter der Fahrgeschäfte die Innenstadt erstrahlen lassen und sich Menschen aus der ganzen Region in Mayen treffen, dann ist wieder Lukasmarkt. Vom 10. bis 18. Oktober 2026 lädt der 621. Lukasmarkt zu neun Tagen voller Tradition, Kirmesspaß und unvergesslicher Erlebnisse ein. Als größtes Volksfest im nördlichen Rheinland-Pfalz...

Von Zoe Mertz aus Mayen

Weiterlesen