Politik | 27.07.2018, 13:33 Uhr

Vier Stunden unterwegs im Dreisbachtal

Artenreiche Wiesen erhalten

Exkursion bringt Teilnehmern das Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel näher

Dr. Maria Dommermuth (Vierte von links) erklärt den Teilnehmern der Exkursion ins Dreisbachtal Wissenswertes zum Naturschutzprojekt Obere Ahr-Hocheifel. Kreisverwaltung Ahrweiler
88

Eichenbach. Wenn neugierige Wanderer auf ein großes Projekt treffen, werden aus geplanten zweieinhalb Stunden schon einmal vier. Das jedenfalls ist bei der Exkursion passiert, die die Kreisverwaltung Ahrweiler kürzlich angeboten hatte, um das Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel vorzustellen. Auf der fünf Kilometer langen Strecke im Dreisbachtal, zwischen Eichenbach und Wershofen, stellte die Referentin des Naturschutzgroßprojekts, Dr. Maria Dommermuth, einige Projekt-Bausteine exemplarisch vor.

Einen ersten Stopp machte die Gruppe an einer artenreichen Wiese unterhalb der Dreisbachmühle. Jede Menge einheimischer Blumen und eine große Vielfalt an Insekten führten den Teilnehmern vor Augen, was aus extensiver Bewirtschaftung einer Fläche entstehen kann. Extensiv bedeutet hier, dass nicht gedüngt wird und ab Juni nur noch ein bis zwei Male gemäht wird. Andere Wiesen und Weiden im Tal liegen seit vielen Jahren brach und „verbuschen“, Sträucher und Bäume breiten sich aus. Die meisten dieser Flächen hat der Kreis Ahrweiler mit Projektmitteln gekauft. Sie sollen noch in diesem Jahr gemulcht und anschließend zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet werden. Mit dem Kauf ist der Kreis dem Bund gegenüber eine Verpflichtung eingegangen: Er muss dafür sorgen, dass artenreiche Wiesen auch für künftige Generationen erhalten bleiben.

Teil des Projekts ist auch das Ufer des Dreisbachs. Hier wurden fünf bis zehn Meter breite sogenannte Gewässerrandstreifen ausgewiesen. Das bietet dem Bach mehr Fläche, sich auszubreiten. Dadurch entsteht eine große Strukturvielfalt, die wiederum Voraussetzung für eine große Vielfalt von an bestimmte Lebensbedingungen angepasste Tier- und Pflanzenarten ist. Auf solchen Streifen bildet sich in der Regel auch ein saumartiger Uferwald, Galeriewald genannt.

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Naturschutzgroßprojekts ist die Wiederherstellung der Passierbarkeit von Gewässern. In einigen Teilen des Dreisbachs etwa sind Rohre verlegt. Kreative Lösung: Rohrdurchlässe werden zu Brücken umgebaut. Die Durchlässigkeit von Gewässern ist nicht nur für Fische, sondern auch für andere im Bach lebende Kleintiere wichtig.

Das Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel hat den Schutz und die naturnahe Entwicklung des gesamten Gewässersystems der oberen Ahr und ihrer Zuflüsse zum Ziel. Das schließt auch die Natur- und Kulturlandschaft der angrenzenden Auen und Hanglagen mit ein. Für das etwa 3.300 Hektar große Kerngebiet wurde im ersten Schritt ein detaillierter Maßnahmenplan erarbeitet. Die Umsetzung ist für die Eigentümer der Flächen freiwillig. Zusätzlich hat der Kreis einige gewässernahe Grundstücke gekauft. Die Gesamtkosten des Projektes trägt zu zehn Prozent der Kreis, 90 Prozent kommen von Bund und Land. Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

Dr. Maria Dommermuth (Vierte von links) erklärt den Teilnehmern der Exkursion ins Dreisbachtal Wissenswertes zum Naturschutzprojekt Obere Ahr-Hocheifel. Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Image Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag
Speditions/Industrie/Bürokaufmann-frau // Disponent-in, Wir bieten eine Teilzeitstelle in Bad Breis
Premium Titel - Premium Titel - Bestellung Nr.: 0033096546
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0605#
Heimat aktiv erleben
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
940

An mehreren Stellen steht diese und nächste Woche ein Blitzer

In Bad Neuenahr-Ahrweiler wird geblitzt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Verkehrssicherheit Geschwindigkeitskontrollen an verschiedenen Standorten. In der Kalenderwoche 44 sind Messungen in der Schützenstraße im Stadtteil Ahrweiler sowie in der Sinziger Straße im Stadtteil Lohrsdorf vorgesehen.

Weiterlesen

In Bekond wurden die Siegerweine und -brände gekürt. Hier gratuliert Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper den erfolgreichen Brennerinnen und Brennern.
1472

Bei der Landeswein- und Sektprämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz wurden in Bekond die erfolgreichsten Winzerinnen und Winzer sowie Brennerinnen und Brenner ausgezeichnet. Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper, Mittelrhein-Weinprinzessin Jill Rüttgen und Weinmajestät „Burgundia“ Jona Marie Esser aus Ahrweiler überreichten die Urkunden für die Siegerweine und Siegerbrände. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Symbolbild
277

Straßensperrung wegen Drückjagd

08.11.: Sperrung der Landesstraße 265 in Puderbach

Kreis Neuwied. Am 8. November 2026 wird die Landesstraße 265 in der Verbandsgemeinde Puderbach zwischen Puderbach und Steimel aufgrund einer Drückjagd in der Zeit von 7:30 Uhr bis 14:00 Uhr vollständig gesperrt. Der Verkehr wird in beide Richtungen umgeleitet, wobei die entsprechenden Umleitungen vor Ort ausgeschildert sind.

Weiterlesen