Politik | 21.11.2022

In Bad Neuenahr-Ahrweiler fand der erste Bürgerdialog zum Thema Hochwasserschutz statt

Hochwasserschutz: „Behörden können unbürokratisch arbeiten, wenn sie denn dürfen“

Neuigkeiten zum Thema Brücken

Erste wiedererrichtete Brücken werden in der Kreisstadt frühestens in drei Jahren zur Verfügung stehen.  Foto: ROB

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit August sind die Hochwasserexperten Anja Toenneßen (Kreisverwaltung Ahrweiler) und Joachim Gerke (SGD Nord) in den Ahrtal-Gemeinden unterwegs, um im Bürgerdialog vor Ort die Herausforderungen des örtlichen Hochwasserschutzes zu erläutern und die Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten. Kürzlich machten Toenneßen und Gerke auch im Bad Neuenahrer Rathaus Station. Moderiert von Journalist Uli Adams, nahmen rund 20 Bürgerinnen und Bürger an dem Hochwasserschutz-Dialog teil. Dabei wurde unter anderem betont, dass in Sachen Hochwasservorsorge Einzugsgebiet-weit und nicht örtlich gedacht werden muss. „Die mit Städten und Gemeinden getroffene Kooperationsvereinbarung für gemeinsame Hochwasserschutzmaßnahmen samt Vorsorge durch entsprechende Fachleute ist ebenso wichtig, wie die Einbeziehung der Nachbarkommunen“, so Joachim Gerke.

Gesetzliche Vorgaben erschweren Maßnahmen

Allerdings sei es nicht immer einfach, bei unterschiedlichen Zuständigkeiten alle Beteiligten unter einen Hut zu bekommen. So seien beispielsweise bei den Brücken mit dem Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), der Deutschen Bahn und der jeweiligen Kommune oftmals drei Player zuständig. „Es fehlt nach über anderthalb Jahren eine neue Stufe der Professionalität“, so das Urteil eines anwesenden Bürgers. Dem entgegnete Joachim Gerke, dass manches schlicht an gesetzlichen Vorgaben scheitern würde, weshalb die Einführung eines „Katastrophenparagraphen“ sinnvoll wäre. „Behörden können auch unbürokratisch arbeiten, wenn sie denn dürfen. So wurden beispielsweise alle neuen Wasserrohre im Tal ohne Genehmigungsverfahren verlegt“, so Gerke.

„Es hat sich in den Köpfen schon einiges bewegt“

„Den Bürger interessiert nicht, wer für was zuständig ist, er will Schutz. Es wird nur geplant, aber es passiert nichts“, merkte eine Dialogteilnehmerin an. „Es hat sich in den Köpfen schon einiges bewegt, man denkt weniger örtlich – auf allen Ebenen. Aber – alle Planungsbüros geben bei Maßnahmen mindestens ein Jahr Planungszeit vor. Zudem leiden die Planungsbüros unter knappen Personalressourcen. Wir sind im Prinzip jetzt im Vergabeverfahren für den überörtlichen Maßnahmenplan. Wir sind froh, wenn der Plan 2024 steht. Die Maßnahmen müssen dann natürlich noch umgesetzt werden. Wir werden dabei auf erhebliche Fördermittel von Land und eventuell Bund angewiesen sein. Zudem müssen viele Maßnahmen auch noch durch die entsprechenden Gremien“, so Anja Toenneßen.

Gewässer- und Brücken-Wiederherstellung von hoher Priorität

In Sachen konkreter Maßnahmen betonte Joachim Gerke, dass es sinnvoll sei, der Gewässer- und Brücken-Wiederherstellung hohe Priorität einzuräumen. Brücken müssten so gebaut werden, dass es dort nicht mehr zu Verklausungen kommt, wie bei der Flutkatastrophe 2021. Alle Brücken sollen zudem für ein Extremereignis statisch sicher sein. Im Bereich der Kreisstadt wird laut Einschätzung von Alfred Bach, Leiter Stadtplanung bei der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler, frühestens in drei Jahren wieder die erste „richtige“ Brücke zur Verfügung stehen, ohne eine genaue Zeitangabe zum jetzigen Zeitpunkt festlegen zu können. Grundsätzlich, so Bach, sollen alle Brücken wieder errichtet werden. „Der Ahr Platz zu schaffen, das muss vor allem im Uferbereich geschehen. Hierzu muss der Stadtrat entsprechende Maßnahmen verabschieden“, ergänzte Alfred Bach.

Stellten sich beim Bürgerdialog Hochwasserschutz in der Kreisstadt den Bürgerinnen und Bürgern, von links Alfred Bach (Leiter Stadtplanung Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler), Anja Toenneßen (Kreisverwaltung Ahrweiler) und Joachim Gerke (SGD Nord).  Foto: DU

Stellten sich beim Bürgerdialog Hochwasserschutz in der Kreisstadt den Bürgerinnen und Bürgern, von links Alfred Bach (Leiter Stadtplanung Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler), Anja Toenneßen (Kreisverwaltung Ahrweiler) und Joachim Gerke (SGD Nord). Foto: DU

Erste wiedererrichtete Brücken werden in der Kreisstadt frühestens in drei Jahren zur Verfügung stehen. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • J. Traut: Wir haben die Reise in den vorderen Orient auch mit der Meinschiff 5 ( ca. 5 Monate vorher gebucht) gemacht. Wir hatten das Glück am 7.2 wieder zurück zu sein. Ich hatte mich vor der Reise auch beim Veranstalter wegen einer Stornierung erkundigt.
  • K. Schmidt: Unabhängig von irgendwelchen offiziellen "Reisewarnungen" (und wer prüft die wirklich, bevor er etwas bucht?) hätte ein klein wenig Mitverfolgen der täglichen Nachrichtenlage schon ausgereicht, um sich...

Standorte von Verteilerkästen überdenken

  • K. Schmidt: Eine ernstzunehmende Forderung wäre das, wenn es einen konkreten Vorschlag dazu gäbe, wo/wie man die Vielzahl an Schaltkästen anderweitig platzieren möchte, und das am liebsten auch ohne das die Telefon- bzw.
  • K. Schmidt: Die Gemeinden haben immer größere Finanzprobleme. Der Landkreis finanziert sich überwiegend über Umlage aus den Gemeinden. Die Kreisumlage (u.a.) steigt, die Gemeinden können weniger machen, Vereine/Initiativen...
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Februar 2026
40-jährigers Mitarbeiterjubiläum
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Start in den Frühling
Unterstützeranzeige -Theisen-
Empfohlene Artikel

Lahnstein. Die Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ (BI) bewertet den vor dem Verwaltungsgericht geschlossenen Vergleich grundsätzlich positiv. Im Verlauf des Verfahrens wurde deutlich, dass das Gericht der Rechtsauffassung der klagenden Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gefolgt wäre und damit deren Klage stattgegeben hätte, falls die Parteien keinen Vergleich geschlossen hätten.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Sensationeller Saisonstart für den Mayener Karate Verein Sen5 e.V.

Mayener Karate Verein Sen5 e.V startet in die Wettkampfsaison

Mayen. im Februar 2026 – Die Wettkampfsaison hätte für den Mayener Karate Verein Sen5 e.V. kaum besser starten können.Mit herausragenden Leistungen auf der internationalen Bühne sorgten die Athletinnen des Vereins für Furore und kehrten mit Edelmetall von zwei Top-Events zurück. Den Auftakt machte die 17-jährige Nationalkader-Athletin Ili Hellen, die bereits seit ihrem zweiten Lebensjahr für den Sen5 trainiert.

Weiterlesen

Unkel. Im Rahmen der Ortsgruppentagung hat die DLRG Bad Honnef-Unkel e.V. am 24.02.2026 einen bedeutenden Generationswechsel vollzogen. Die Mitglieder wählten einen neuen Vorstand und stellten damit die Weichen für die zukünftige Arbeit der Ortsgruppe. Mit einem engagierten, jungen Team an der Spitze soll die erfolgreiche Arbeit in Ausbildung, Einsatzdienst und Vereinsleben fortgeführt und zugleich mit neuen Impulsen weiterentwickelt werden.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
Küchen Image
Firmenübernahme TGAPLAN Münch
Titel
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Stellenanzeige - diverse Stellen
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPLAN Münch GmbH
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
MAYA
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Zukunft trifft Tradition KW 10