Politik | 19.08.2020, 12:19 Uhr

CDU-Bundestagsabgeordneter spricht sich für Absage des Karnevals 20/21 aus

„Karneval mit Abstandsregeln und Alkohol ist nicht realistisch“

Erwin Rüddel: „Länder müssen den Mut zur Absage haben!“

Quelle: Pixabay / Erwin Rüddel / Bildkomposition: CF
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Berlin/Neuwied. „Als eingefleischter Karnevalist fällt mir diese Positionierung nicht leicht, aber die Vernunft hat gesiegt: Ich fordere die Bundesländer auf, den Karneval für 2020 abzusagen. Karneval ohne Impfschutz ist für mich in der bekannten und beliebten Form aktuell nicht vorstellbar. Falls im Januar/Februar die Situation mit Corona anders aussieht und mit einem Impfschutz die Pandemie eingedämmt wird, kann womöglich noch eine Kurzsession durchgeführt werden“, sagt MdB Erwin Rüddel (CDU).

„Ich bin selbst erfahrener Karnevalist, war viele Jahre selbst Vorsitzender der „Wenter Klaavbröder“ und seit Jahrzehnten Präsidiumsmitglied eines großen Karnevalsverbandes im Rheinland. Zum Schutz des Ehrenamtes und zum Erhalt des rheinischen Brauchtums sowie zum Schutz der Bevölkerung, muss der Karneval zumindest für 2020 jetzt schnell abgesagt werden. Die frühzeitige Absage des Oktoberfestes und des Cannstatter Volksfestes ist auch mit sehr viel Verständnis begleitet worden.

Karneval in Heinsberg und der Ballermann haben gezeigt, dass Abstandsregeln in Verbindung mit Alkohol nicht eingehalten werden. Gleichzeitig ist Karneval mit einem Alkoholverbot schwer vorstellbar und wäre gleichzeitig der Ruin für den ehrenamtlich geführten Karneval.

Im Rheinland warten tausende von ehrenamtlich geführten Vereinen sehnlichst auf eine Entscheidung für den Saalkarneval im November. Dieser muss abgesagt werden und dann werden wir ihn hoffentlich mit Impfschutz im Januar / Februar nachholen. Die Entscheidung für das Frühjahr hat noch Zeit. Die Prognosen von Gesundheitsminister Jens Spahn und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, dass mit einem Impfstoff noch in diesem Jahr zu rechnen ist, decken sich mit meiner Erwartung und Hoffnung und stützen meine Positionierung. Das hilft dem Ehrenamt, den Künstlern und dem Brauchtum.

Karneval ist ein wichtiges Stück rheinischer Identität. Zum Schutz der Menschen, des Ehrenamtes und des Brauchtums sollte im November beim Saalkarneval Verzicht geübt werden, damit der Karneval nicht als Hotspot für Corona in die Pandemie-Geschichte eingeht. Bei aller Besonnenheit und Vernunft der Karnevalisten würden ein neuer Hotspot und eine neue Corona-Welle - ausgelöst gerade durch den Karneval - dem Karneval und den Vereinen nachhaltigen Schaden zufügen. Mit einer Absage schützen und bewahren wir unser Brauchtum.

Die Last der Entscheidung muss den Vereinen aus ideellen, aber auch aus wirtschaftlichen und haftungsrechtlichen Gründen genommen werden. Die Landesregierungen im Rheinland müssen jetzt umgehend handeln, Verantwortung übernehmen und den Karneval im November absagen und den Menschen im Ehrenamt damit Orientierung und Planungssicherheit geben. Das ist gerade für die vielen Künstler eine harte Entscheidung. Der Rettungsschirm für Künstler muss deshalb entsprechend nachgesteuert werden. Vereine brauchen die Künstler und die Künstler brauchen die Vereine. Deshalb sichern gerade starke Vereine auch die Zukunft der Künstler nach 2020. Meine Positionierung ist bei Vereinen, Gästen und selbst Künstlern auf sehr großes, positives Echo gestoßen. Karneval ist toll - Gesundheit ist besser!“

Pressemitteilung Erwin Rüddel, MdB (CDU)

Quelle: Pixabay / Erwin Rüddel / Bildkomposition: CF

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