DGB Kreisverband Ahrweiler fordert höhere Hartz-IV-Regelsätze und höhere Löhne
„Mangel an allen Ecken und Enden“
Kreis Ahrweiler. Der DGB hat die geplanten neuen Hartz-IV-Regelsätze als „völlig unzureichend“ kritisiert. „Armut wird damit nicht überwunden, sondern zementiert“, erklärt Pascal Rowald, Vorsitzender des DGB Kreisverband Ahrweiler. Im Juni 2020 bezogen 5.842 Menschen im Landkreis Ahrweiler Hartz-IV-Leistungen, darunter 1.571 Kinder unter 15 Jahren.
Trotz der zum Jahreswechsel geplanten Erhöhung der Regelsätze liegt das Hartz-IV-Leistungsniveau bei 19 von 22 untersuchten Haushaltstypen unter der offiziellen Armutsrisikogrenze. Das ergab eine Analyse des DGB zum bundesdurchschnittlichen Hartz-IV-Leistungsniveau.
Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Regelsatz für Alleinstehende zum 1. Januar 2021 von heute 432 Euro auf 446 Euro steigen und für Menschen in Paarbeziehungen von 389 Euro auf 401 Euro. Vorschulkinder sollen zukünftig 283 Euro erhalten, Kinder zwischen sechs und 13 Jahren 309 Euro und Jugendliche ab 14 Jahren 373 Euro. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Neufestsetzung der Leistungen, zu der der Gesetzgeber alle fünf Jahre verpflichtet ist.
Laut DGB sind in den neuen Regelsätzen beispielsweise 1,64 Euro monatlich fürs Sparen auf eine Waschmaschine vorgesehen und für ein 13-jähriges Kind für Essen und Trinken 3,98 Euro pro Tag sowie aufs Jahr gerechnet knapp 130 Euro für alle Sommer-, Winter-, Sport- und sonstige Schuhe. „Für Hartz-IV-Bezieher bedeuten die neuen Regelsätze: Sie sollen 13 Jahre auf eine Waschmaschine sparen. Das ist doch offensichtlicher Irrsinn und vollkommen wirklichkeitsfremd“, kritisiert Pascal Rowald und kommentiert weiter: „Die niedrigen Beträge etwa für Ernährung und für Schuhe für schnell wachsende Kinderfüße zeigen, dass Hartz IV an allen Ecken und Enden Mangel bedeutet.“ Je länger der Leistungsbezug andauere, desto öfter komme es zu Unterversorgung und Ausgrenzung vom normalen Leben. Laut DGB beziehen im Landkreis Ahrweiler über 3.000 Menschen schon zwei Jahre und länger Hartz IV, darunter über 1.600 Menschen, die schon vier Jahre und länger von Hartz IV leben müssen.
Alfred Hansen vom DGB Kreisverband Ahrweiler ärgert es, wenn die niedrigen Regelsätze mit Verweis auf Arbeitnehmer mit geringem Einkommen gerechtfertigt werden, wie es kürzlich Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, getan hatte. „Statt Geringverdienende und Hartz-IV-Bezieher gegeneinander auszuspielen, brauchen wir ein ausreichendes Einkommen für alle: Regelsätze, die für den Lebensunterhalt tatsächlich ausreichen und faire Löhne, die ein Einkommen deutlich oberhalb des Hartz-IV-Niveaus garantieren. Dazu ist ein Mindestlohn von zwölf Euro notwendig und Tarifverträge müssen öfter für alle Arbeitgeber verbindlich gemacht werden können“, fordert DGB-Kreisvorstandsmitglied Elmar Ihlenfeld.
Pressemitteilung des
DGB Kreisverband Ahrweiler
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Die gesamte ALG II Geschichte ist eine Blamage für die Deutschen. Peter Hartz hatte damals das Versprechen von Gerd Schröder, die errechneten Beträge (Warenkorb, Bedarf)1:1 zu übernehmen. Damals sollte der Regelsatz bei 511,00 € liegen.
Es wurde dann mit 345? angefangen. Richtig mies dran sind die Erwerbsminderungsrentner. Sie können die Erhöhung behalten, wird jedoch die Rente erhöht- zieht man das den Leuten hinten wieder ab. Ebenso haben Erwerbsminderungsrentner keinen "Freibetrag" wie bei ALG I und II.
Ursula v.d.Leyen hat dann 2011/12 den "Warenkorb" (der immer noch von 98 genommen wird) heruntergerechnet und die Rentenbeiträge gestrichen.-Vorher waren sie halbiert. Die Unsummen, die die Jobcenter, Mieten dafür und Personal betragen mehr als die H4 Kosten. Die Regelsätze zahlt der Bund, Miete+* die Kommunen. Jobcenter sind *Sonderbehörden mit Sondergesetzen* GmbHs.. Schon das passt mir nicht ! Die müssen Gewinn machen, daher Sanktionen, Druck, Stress, Zwang. Gleichmachung der Armut!