Politik | 12.04.2024, 08:00 Uhr

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Masernimpfpflicht: Notwendiger Zwang?

In Deutschland gibt es seit März 2020 eine Impfpflicht für Masern.  Foto: pixabay.com
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Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um die Masernimpfpflicht.

Wie das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz vergangene Woche mitteilte, wurden kürzlich zwei Masernfälle in der Stadt Koblenz verzeichnet. Das Gesundheitsamt wies in diesem Zusammenhang auf die „Notwendigkeit der Masernschutzimpfung“ hin: Nur die vorbeugende Schutzimpfung könne eine Erkrankung und deren Weitergabe an andere Personen effektiv verhindern.

Bereits im März 2020 ist das Masernschutzgesetz in Kraft getreten. Laut diesem müssen Schüler, Kita- und Kindergartenkinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Impfschutz gegen die Masern nachweisen. Dies gilt ebenfalls für Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und in Schulen oder Kitas sowie in medizinischen Einrichtungen arbeiten. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht die Impfpflicht im August 2022 als verfassungskonform eingestuft hat, war und ist diese nicht unumstritten. Ist die Impfpflicht also ein notwendiges Übel? Oder ist ein gesetzlicher Zwang zur Impfung gar kontraproduktiv?

Pro: Der sicherste Weg ist die Impfung

Möglichst viele Menschen in der Bevölkerung sollten gegen die Masern immun sein. Das Stichwort lautet hier: Herdenimmunität, für die bei den Masern 95 Prozent der Bevölkerung eine Immunität gegen die Erkrankung vorweisen müssen. Dadurch ist dafür gesorgt, dass kleinere Ausbrüche wie der in Koblenz sich nicht zu einem größeren Infektionsgeschehen ausweiten können und vulnerable Gruppen wie immungeschwächte Personen, die sich womöglich nicht impfen lassen können, effektiv geschützt werden.

Natürlich kann eine Immunität auch durch eine durchgemachte Infektion entstehen. Man darf aber nicht vergessen, dass es insbesondere bei kleinen Kindern und Erwachsenen im Falle einer Maserninfektion zu schwerwiegenden Komplikationen wie Lungen- oder, in seltenen Fällen, auch Hirnhautentzündungen kommen kann. Der sicherste Weg ist daher die Impfung.

Contra: Aufklärung statt Zwang

Eine Impfpflicht ist ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte, vor allem in das in Artikel 2 des Grundgesetzes festgeschriebene Recht auf körperliche Unversehrtheit. Fakt ist: Die Mehrheit der Maserninfektionen verläuft ohne schwerwiegende Komplikationen. Natürlich sollte man das Risiko nicht verharmlosen, aber umgekehrt darf man auch nicht verschweigen, dass jede Impfung ebenso mit einem Risiko für Nebenwirkungen einhergeht. So steigert die Masernimpfung beispielsweise das Risiko für Fieberkrämpfe bei Kindern.

Natürlich sind schwere Impfnebenwirkungen selten, aber ein Zwang zur Impfung kann dazu führen, gewisse Ängste und Vorbehalte in dieser Hinsicht bei Eltern nur noch zu verstärken. Aufklärung über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen von Impfungen wäre hier sinnvoller als ein Zwang.

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Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf die Masernimpfpflicht? Haltet Ihr diese für den geeigneten Weg?

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In Deutschland gibt es seit März 2020 eine Impfpflicht für Masern. Foto: pixabay.com

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