Politik | 16.02.2021

Leserbrief zur anstehenden Entscheidung über ein Nahversorgungszentrum

Mehr als 3.000 Unterschriften: Stadtrat sollte NVZ-Pläne ablehnen

Karin Dörfler und Ulrike Michelt hegen berechtigte Hoffnung auf
Einstellung der Planungen zum NVZ auf dem ehemaligen Rick-Gelände

Sinzig. Am kommenden Donnerstag steht erneut das Thema „Nahversorgungszentrum auf dem ehemaligen ‚Rick-Gelände‘ auf der Tagesordnung des Stadtrates (die Sitzung kann über einen Link auf der Seite der Stadt Sinzig online verfolgt werden).

Die Fraktionsvorsitzenden haben am 15.02.2021 ein Schreiben von EDEKA Rhein-Ruhr Stiftung erhalten, in dem wieder Druck auf die Stadtratsmitglieder ausgeübt werden soll. Drei Tage vor der finalen Abstimmung wird erneut mit Schließung in einigen Jahren gedroht. Am Donnerstag wird sich zeigen, ob unser Stadtrat auf weiteren zeit- und kostenintensiven Gutachten besteht oder dafür votiert, das Verfahren nicht weiter zu betreiben.

Die Gegenargumente für ein Nahversorgungszentrum in dieser Lage sind zur Genüge genannt und ausgetauscht, zur Erinnerung seien an dieser Stelle die wichtigsten erneut kurz zusammengefasst: Ein Nahversorgungszentrum in Schul- und Kindergartennähe brächte unnötig Verkehr und Feinstaubbelastung in diesen Teil der Stadt. Eine Zufahrt wäre nur durch das Errichten meterhoher Mauern überhaupt möglich und ein Verkehrschaos auf der Kölner Straße ist zu befürchten. Die Umsetzung würde das zur Naherholung gerne und vielgenutzte Ahrufer an dieser Stelle verschandeln und zerstören. Die Chance, Wohnbebauung zu fördern würde vertan und statt Entfernung der Betonplatte und Begrünung durch Gärten würde die Fläche komplett neu versiegelt. Die Möglichkeit, dass sich ein dringend benötigter Nahversorger in Bad Bodendorf ansiedeln darf, geht damit gegen null.

Zwei Argumenten pro NVZ, die sich hartnäckig halten, möchten wir hier ausdrücklich widersprechen: Vielfach wird immer noch angeführt, der Investor habe einen Anspruch auf Umsetzung. Dies ist nicht der Fall. Es entstünden keinerlei Ansprüche seitens des Investors. Im Gegenteil: Bei Umsetzung der Planungen wäre mit Ansprüchen seitens der Grundstückseigentümer, auf deren Gelände sich die aktuellen Nahversorger befinden, zu rechnen.

Es wird immer wieder behauptet, dass niemand hier habe bauen wollen und niemand hier wohnen möchte. Das ist nicht wahr. Vielfach wurde angefragt, um Baugrundstücke in diesem Bereich zu erwerben, diese standen jedoch nicht zum Verkauf. Trotz Hochspannung: Hier ist wohnen nicht nur möglich, sondern auch schön! Die Menschen, die hier wohnen, wohnen hier gerne. Die Lage ist traumhaft: Kindergärten, Schulen, Innenstadt, zahlreiche Nahversorger, Ärzte, Gastronomie, Bahnhof und Naherholungsgebiete sind fußläufig zu erreichen. Was kann man sich mehr wünschen?

Der Investor wirbt u. a. mit Gastronomie am Ahrufer. Gastronomie in diesem Bereich ist begrüßenswert, aber um diese umzusetzen bedarf es keines Nahversorgungszentrums mit meterhohen Mauern und riesigen versiegelten Flächen.

Eine Beendigung des Verfahrens gibt Planungssicherheit für den Investor und macht den Weg frei für neue, sachliche Diskussionen und Alternativen. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und es wäre möglich, dass der Investor das Gebiet als „Industriebrache“ die nächsten Jahre liegen lassen möchte. Dann hat die Stadt die Möglichkeit, im Gespräch mit dem Eigentümer neue Lösungen und für alle Beteiligten tragbare Alternativen zu finden.

Die Chancen, dass jetzt die Weichen hierfür gestellt werden, stehen nicht schlecht: Die Grünen, mit acht Vertretern im Stadtrat, haben sich im Wahlkampf eindeutig gegen das NVZ ausgesprochen. Die CDU, mit neun Mitgliedern im Stadtrat vertreten, fordert den Ausbau von Rad- und Wanderwegen und die Förderung des Tourismus und spricht sich klar für eine Aufwertung der Flächen zur Naherholung aus. Ein Nahversorgungszentrum in unmittelbarer Nähe des Ahrufers am Einstieg zum Ahrsteig widerspräche dem diametral und wäre keine gelungene Zeichensetzung in dieser Richtung. Zudem wirbt die CDU aktiv für die Schaffung von Bauland. Hier besteht jetzt eine Chance, dies konkret anzugehen.

SPD und FWG, vertreten mit vier bzw. neun Mitgliedern, positionieren sich zwar nicht klar, jedoch sichert die SPD auf ihrer Homepage zu, die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Sicherheit der Schulkinder ernst zu nehmen, die FWG spricht sich ebenso wie die CDU klar für die Ausweisung von neuem Bauland aus.

Wie wird unser Stadtrat entscheiden? Unserer Meinung nach sprechen mehr als 3.000 Unterschriften eine deutliche Sprache. Mit Blick auf die klaren Voten der Sinziger Bürgerinnen und Bürger, welche sich in den Unterschriften und auch in der Zusammensetzung des Stadtrates zeigen und vor dem Hintergrund öffentlich bekundeter Aussagen der Parteien, die Anliegen der Wählerinnen und Wähler ernst zu nehmen, kann die Antwort nur sein, gegen eine Fortführung des Verfahrens zu stimmen.

Karin Dörfler und Ulrike Michelt,

Sinzig

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

CDA steht zum Recht auf Teilzeit

  • Siegfried Kowallek: Sehr gut, dass sich die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Neuwied so deutlich gegen den Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) zum bevorstehenden CDU-Bundesparteitag...
  • Frank Walter S.: Clemens Hoch sieht aber sehr happy aus…

Einladung zum Neujahrsempfang

  • Boomerang : Ich brauche keine Neujahrswünsche von einer Gemeinschaft die Friedlichkeit vorgibt, aber seit Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
Mitgliederwerbung
Unternehmen erfolgreich regional
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige Werbeplan 2026
Sozialarbeiter/innen "Ausländerbehörde"
Ausbildung zur/zum Kauffrau-/mann für Büromanagement (m/W/D)
Titelanzeige
Betriebsferien Karneval 2026
Empfohlene Artikel

Nicht zuwendungsfähig sind Hochwasserschutzanlagen wie Deiche, Hochwasserschutzwände und planmäßige mobile Hochwasserschutzsysteme an Fließgewässern“. Das genau sind richtige restriktive Beschlüsse gegen Geldverschwendung. Denn diese Art der „Vorbeugung“ hilft allenfalls einer Lokalität, leitet das Problem/Hochwasser aber zu allen Unterliegern weiter.

Weiterlesen

Region. Ein starkes Signal für die Zukunft der Feuerwehren in der Region. Die Verbandsgemeinden Dierdorf, Puderbach und Selters erhielten einen Zuwendungsbescheid für ein bedeutendes interkommunales Feuerwehrprojekt zur Errichtung einer gemeinsamen und modernen Schlauchprüf- und Waschanlage im Feuerwehrhaus Dierdorf.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Langjährige Mitglieder wurden geehrt

Leutesdorfer Schützen feiern Sebastianustag

Leutesdorf. Am 20. Januar 2026 beging die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Leutesdorf ihren traditionellen Sebastianustag. Wie jedes Jahr begann der Festtag mit einem gemeinsamen Frühstück im Pfarrsaal, bevor die Schützen in die Pfarrkirche St. Laurentius zogen. Dort feierte Bezirkspräses Christian Scheinost um 11 Uhr den Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Sebastian, des Schutzpatrons der Bruderschaft.

Weiterlesen

Schachfreunde Bad Hönningen

Schachfreunde: 6. Spieltag der Rheinlandliga

Bad Hönningen. Am sechsten Spieltag der Rheinlandliga trat die Mannschaft der Spielgemeinschaft Engers/Bad Hönningen beim Tabellenletzten Nastätten an. Trotz besserer Wertungszahlen an allen Brettern sah es für die Gäste zwischendurch eher durchwachsen aus. Schließlich konnte die Mannschaft aber ihrer Favoritenrolle gerecht werden und durch fünf Siege und zwei Unentschieden bei einer Niederlage das Spiel für sich entscheiden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Dienstleistungen
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0003#
Titel
Integrationskraft
Titelanzeige
Stellenanzeige IT Administrator
Kooperationsgeschäft
Stellenanzeige Küchenhilfskräfte
3+1 Aktion
Stellenanzeige Berufskraftfahrer
Anzeige Andernach Mitte Card
Anzeige Infotag 07.02.2026
Imageanzeige (Januar)
Karnevalssamstag
Maifeld
Stellenanzeige Reinigungskarft
Experten für Recht/Steuern/Versicherungen