Politik | 10.03.2026

Wiederaufbau der Umgehung Heimersheim soll den Flaschenhals der Ahr berücksichtigen

„Nein zu vier Spuren auf der B 266“

Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich aus Gründen des Hochwasserschutzes gegen einen vierspurigen Neubau der B 266 bei Heimersheim ausgesprochen. Foto: GS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Geschlossenheit hat der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler in seiner letzten Sitzung vor der Bürgermeisterwahl am 22. März demonstriert. Da passte bei zwei wichtigen Themen des Wiederaufbaus keine Rasierklinge zwischen die Fraktionen. Das zeigte das deutliche Nein des Gremiums beim Wiederaufbau der Bundesstraße 266 im Zuge der Umgehung Heimersheim und ein klares Ja bei Bau des neuen Hallen- und Freizeitbades Twin.

Die Bundesstraße 266

Hier lehnte der Stadtrat die in der „Technischen Machbarkeitsuntersuchung – B 266“ formulierte und von Stefan Schmitt vom LBM-Projektbüro Sinzig präsentierte vierstreifige Vorzugsvariante mit einer Tieferlegung der Fahrstreifen in Fahrtrichtung Westen des Landesbetriebs Mobilität Cochem-Koblenz (LBM) ab und fordert stattdessen einen dreistreifigen Fahrbahnquerschnitt, inklusive Umgestaltung der Anschlussstelle Heimersheim (Auf dem Flachsmarkt) zu einer Kreisverkehrsanlage. Diese Lösung mit den vom „Arbeitskreis Fluthilfe Heimersheim/Ahr“ vorgeschlagenen Optionen einer Kreisverkehrsanlage an der Anschlussstelle Heimersheim wurden in der Studie des LBM zwar aufgegriffen und verkehrlich auf Machbarkeit geprüft, jedoch bei der weiteren Variantenbetrachtung verworfen. Jetzt hat der Rat den Ball mit der von Fraktionen und Verwaltung favorisierten Dreistreifigkeit auf einer Strecke von 1,6 Kilometern an den Landesbetrieb zurückgespielt.

Wobei Schmitt bei der Vorstellung der Varianten unterstrich, mit den Planungen noch komplett in der Angangsphase zu stecken, denn alles bedürfe letztlich der Zustimmung des Bundes. B steht eben für Bundesstraße. Sein Resümee: „Im Sinne einer ergebnisoffenen Betrachtung sollen vor einer abschließenden Entscheidung die Ergebnisse der hydraulischen Untersuchung abgewartet werden.“ Noch ist also nichts in Stein gemeißelt.

Aber klar ist für den Rat, und das machten die Sprecher aller Fraktionen deutlich, der Hochwasserschutz hat oberste Priorität. So forderte zum Beispiel Rolf Deißler für die FDP „Vorfahrt für die Ahr zur Sicherheit und zum Schutz von Menschenleben.“ Jürgen Saes (SPD) erinnerte an die Einforderung von „regionalem Wissen“ von Bund und Land und Udo Schlagwein forderte für die CDU in Richtung LBM: „Nehmen Sie unsere Sorgen und Ängste ernst und in Ihre Entscheidungsfindung auf.“ Wie es weiter geht, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist: Es wird dauern, denn jedes Detail muss die Hierarchiekette durchlaufen.

Das Hallen- und Freizeitbad

Ein deutliches Ja gab es indes von allen Fraktionen für die Vorplanung zum Hallen- und Freizeitbad Twin. Die Vorplanung endet nun mit einer detaillierten Kostenschätzung von 11,1 Millionen Euro für das Freibad und 22,3 Millionen Euro für das Hallenbad. Die Kostenschätzungen bewegen sich damit im Rahmen des bislang ermittelten Kostenrahmens. Die Finanzierung des Freibadanteiles (inklusive der hierfür im Hallenbad vorzuhaltenden Flächen- und Anlageanteile) soll zu 100 Prozent aus der Wiederaufbauförderung erfolgen. Der entsprechende Förderantrag ist unterschriftsreif vorbereitet. Hinsichtlich der Fördersituation für den Hallenbadbereich gibt es eine Zusage des Mainzer Innenministeriums im Rahmen der Sportförderung für eine Landesförderung in Höhe von vier Millionen Euro kumulativ zur bestehenden Bundesförderung in Höhe von drei Millionen Euro. Die seinerzeit zugesagten Förderungen von Kreis (2,3 Millionen Euro) und Nachbarkommunen gelten nach wie vor fort. Zudem bleibt es bei der Grundsatzzusage der Else-Schütz-Stiftung für eine Spende zu den Kosten für das Lehrschwimmbecken. Letztlich kann die Stadt so mit Förderungen in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro rechnen.

Ein Umstand den Thomas Meyer für die SPD so bewertete: „Der städtische Eigenanteil bewegt sich in einem vertretbaren Rahmen und ist angesichts der hohen Förderquote verantwortbar.“ Christoph Scheuer unterstrich für die Grünen: „Dies ist nach unserer Meinung das wichtigste Bauprojekt im Wiederaufbau für unsere Bürger im Freizeitbereich, die in der Kreisstadt verorteten Schulen und für unsere Verein.“ Und Dr. Annette Gies fasste für die CDU die Vorgehensweise im Rat zum Hallen- und Freizeitbad zusammen: „Verantwortungsvoll Politik, die trotz eingeschränkter finanzieller Spielräume den Neubau des Twins ermöglichen möchte.“ So hat der Rat dann laut Marion Morassi (Linke) „einen entscheidenden Schritt hin zu einem Bad getan, das wieder ein lebendiger Treffpunkt für unsere Stadt wird“. Der Bauantrag soll bis Ende des kommenden Sommers gestellt werden.

GS

Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich aus Gründen des Hochwasserschutzes gegen einen vierspurigen Neubau der B 266 bei Heimersheim ausgesprochen. Foto: GS

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Minijob
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
T-Roc & R-Line / Meckenheim
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
360

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Flutschäden im Juli 2021.  Foto: ROB
1188

Als Bürger dieses Landkreises fühle ich mich nicht gut beraten und auch nicht sonderlich beschützt, wenn man beim lesen des Artikels, in dem der Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler Stellung bezieht. Man könnte den Eindruck erhalten, dass die PR-Maßnahme der Verwaltung auf jeden Fall eines bewirken soll – und zwar zu Beschwichtigen. In dem Artikel war besonders und in erstaunlicher Weise zu erfahren, was alles nicht geht oder länger dauern wird.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
13

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
31

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Ralf Schweiss
Dauerauftrag 2026
Hausmeister, bis auf Widerruf
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick Lahnstein
Maifest Gönnersdorf
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest in Dedenbach
Anzeige KW 17
Veranstaltung
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr