Politik | 24.02.2021, 16:28 Uhr

Leserbrief zu Parkgebühren in Bad Breisig

Pendler und Gäste sollen Haushaltslöcher stopfen

„Leider können wir uns in Bad Breisig nicht den Luxus erlauben, Bewohnern und Gästen das Parken weiterhin kostenfrei zu erlauben“. Was hier von einem Ratsmitglied so salopp als „Luxus“ bezeichnet wird, ist insbesondere für viele Pendler in Breisig schlichte Notwendigkeit. Durch die räumliche Ausdehnung des Ortes und mangels frühem und flächendeckenden ÖPNV, ist das Auto als Anreisemöglichkeit bis zum Bahnhof für die meisten alternativlos. Ab dort steigen sie auf den klimafreundlicheren Zug um. Wer jetzt denkt, dass man dieses Verhalten honorieren oder fördern sollte, hat seine Rechnung ohne den Breisiger Stadtrat gemacht. Getrieben und eingeholt von seiner jahrelangen Verschuldungspolitik, überwiegend zugunsten eines defizitären Eigenbetriebs namens Römerthermen, musste man nun, um künftig nicht unter Zwangsverwaltung der Kommunalaufsicht zu geraten, weitere Einnahmetöpfe erschließen. Und da man nur von denen nehmen kann, die etwas haben, sind die Autofahrer in den Blick geraten. Parkraumbewirtschaftung nennt sich der Strohhalm, an den man sich nun klammert. Während diese in Städten sonst überwiegend zur Lenkung der KFZ-Flut benötigt wird, dient sie in Breisig rein dem Abkassieren. Ob Pendler, Einkaufswillige oder angereister Gast, alle werden zur Kasse gebeten. Während Gäste und Käufer leicht Ausweichgelegenheiten finden werden, gilt dies nicht für die Bahnpendler. Nur die Gäste der Römerthermen sind über alle Abgaben erhaben. Diesen werden die Parkgebühren erstattet. Dabei spielt es keine Rolle, dass diese oft von weit her mit dem Auto anreisen, die Umwelt belasten und zu der von allen Parteien beklagten Verkehrssituation auf der B9 beitragen. Schlussfolgerung: Der Besucher der Römerthermen zählt für den Stadtrat mehr als der in Bad Breisig wohnende Arbeitnehmer. Ich war bisher der naiven Annahme erlegen, dass die Ortspolitik erstmal das Wohl ihrer Einwohner im Blick hat. In Breisig haben sie aber scheinbar nur den Stellenwert eines Goldesels, den man nach Belieben ausnehmen kann. Da die Schulden dank Römerthermen trotzdem weiter steigen werden, bin ich gespannt, für welche bisherigen Selbstverständlichkeiten wir demnächst ebenfalls „Luxussteuern“ zahlen dürfen.

Michael Daum, Bad Breisig

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
38

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag
Innovatives aus Andernach
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
13. Koblenzer Patiententag 2026
Weitere Artikel
Symbolbild
804

Früher Morgen in Flammen

Brand im Herzen von St. Goar

St. Goar. Am Morgen des 2. November 2026, gegen 4:00 Uhr, ereignete sich in der Straße „Kirchplatz“ im Ortskern von St. Goar ein Gebäudebrand. Die Ursache des Feuers ist bislang noch ungeklärt. Glücklicherweise gelang es allen Bewohnern, das Haus eigenständig zu verlassen. Sie wurden mit leichten Verletzungen, insbesondere Rauchgasintoxikationen, von den vor Ort befindlichen Rettungskräften behandelt.

Weiterlesen