Politik | 15.12.2023

Bad Neuenahr-Ahrweiler will Vorreiter bei der kommunalen Wärmeplanung sein

„Planungssicherheit und optimale Lösungen für alle erarbeiten“

Die Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in der Kreisstadt zeigte den Teilnehmern, wo in Sachen Klimaschutz die Reise hingeht.  Foto: GS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Bundesregierung sieht vor, dass die Wärmeversorgung in Deutschland bis 2045 klimaneutral erfolgt. Der Kreis Ahrweiler will sogar bis 2030 zu 100 Prozent „Erneuerbare Energien-Region“ werden. Die Ziele hin zu einer klimafreundlichen Energie und Wärmeversorgung sind klar definiert. Doch wie sieht der Weg dorthin aus? Wie kann die Energiewende in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorangetrieben werden? Diese Frage stellt sich die Kreisstadt nicht zuletzt auch aufgrund der angespannten Lage auf den Energiemärkten im Jahr 2022. Auch wenn die Energiekrise zunächst gebannt scheint, gilt es, eine klare Strategie zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung aufzuzeigen. Daher wurden bereits Anfang März 2023 Fördermittel im Rahmen der Kommunalrichtlinie (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) beantragt, um eine kommunale Wärmeplanung erstellen zu lassen. Mittlerweile liegt die Bewilligung vor und ein Dienstleister für die Anfertigung des Wärmeplans ist gefunden, die greenventory GmbH aus Freiburg im Breisgau. Der Startschuss für das Projekt ist im September gefallen, seit Oktober läuft die Datenbeschaffung. Damit ist die Kreisstadt die siebte Kommune in Rheinland-Pfalz, die sich bereits auf den Weg gemacht hat, die Zukunft der Wärmeversorgung zu gestalten. Das Ziel nannte Klimaschutzmanagerin Angela Amatulli aus dem Rathaus bei einer Informationsveranstaltung vor mehr als 70 Teilnehmern in der Kleinen Bühne im Kurpark: „Mit konkreten Maßnahmen strategische Veränderungsprozesse anstoßen“.

Im Klartext geht es darum, dass die Kommune als Vorreiter in Sachen Klimaschutz ihre Liegenschaften auf den aktuellen Stand bringt, Bürger und Hauseigentümer seien ebenfalls gefragt. Daher solle die Informationsveranstaltung, so Vanessa Marner als Leiterin der Abteilung Klimaschutz im Rathaus, „den Bürgern einen Überblick geben, wohin die Reise geht“.

Sammeln und auswerten

So ist laut den Referenten von greenvetory aktuell die wesentliche Aufgabe zur Vorbereitung eines Konzeptes der kommunalen Wärmeplanung die relevanten Daten aus dem Stadtgebiet zu sammeln und auszuwerten. Diese stellen dann die Basis für die darauffolgende Entwicklung von Potenzialanalysen, Zielszenarien und die Strategie zur Wärmewende dar. Erste Ergebnisse werden im Jahr 2024 erwartet.

Was dabei aber alle Experten betonten: „Die Wärmewende im Stadtgebiet kann nur gemeinsam gelingen.“ Daher fand der Auftakt für die kommunale Wärmeplanung auch im Format einer Informationsveranstaltung statt. Und dass das Thema zukunftsträchtig ist und dabei dann auch niemand ausgespart wird, machte ein Blick ins Publikum deutlich. So nutzten denn auch Vertreter der Verbandsgemeinden Bad Breisig und Brohltal die Veranstaltung, um sich für ihre Kommunen „schon mal schlau zu machen, was sie erwartet“.

Ökologisch und nachhaltig

Und das brachte Dominik Neswadba von der Ahrtalwerken auf den Punkt. Es gehe darum, „die Energiewende mit ökologischen und nachhaltigen Lösungen selber in die Hand zu nehmen“. Daher würden sich auch die Ahrtalwerke in die kommunale Wärmeplanung einbringen, „denn wir müssen wissen, wo geschickt investiert werden kann“. Ziel sei, Planungssicherheit und optimale Lösungen für alle zu erarbeiten.

Die kommunale Wärmeplanung ist laut Aussage der Experten dafür das zentrale Werkzeug der Kommune, um den Wärmesektor klimaneutral zu gestalten und maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Importunabhängigkeit von fossilen Energieträgern beizutragen. Wobei die Herausforderungen einer flächendeckenden klimaneutralen Wärmeversorgung strategisch anzugehen seien. Kommunen könnten mit diesem wichtigen Planungsinstrument eine maßgebliche Rolle als Treiberin des Wandels einnehmen: Indem sie einen strategischen Fahrplan für eine nachhaltigen Wärmeversorgung erstellen und daraus abgeleitete Maßnahmen systematisch umsetzen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler hat der Prozess schon begonnen. GS

Die Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung in der Kreisstadt zeigte den Teilnehmern, wo in Sachen Klimaschutz die Reise hingeht. Foto: GS

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag Imageanzeige
40-jährigers Mitarbeiterjubiläum
Start in den Frühling
Unterstützeranzeige -Theisen-
+Hospimed
Empfohlene Artikel

Kreis Mayen-Koblenz. 43 Bürgerinnen und Bürger aus den Verbandsgemeinden Maifeld, Rhein-Mosel und Vordereifel sowie der Stadt Mayen folgten in der vergangenen Woche der Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Torsten Welling zu einer Besucherfahrt in den rheinland-pfälzischen Landtag nach Mainz. Ziel der Fahrt war es, politische Abläufe vor Ort erlebbar zu machen und den direkten Austausch zwischen Bevölkerung und Landespolitik zu fördern.

Weiterlesen

Erpel. Am 4. März war die rheinland-pfälzische Staatsministerin Doris Ahnen zu Gast im Bürgersaal in Erpel. Eingeladen hatte die SPD im Gemeindeverband Unkel zu einem Gesprächsabend rund um das Thema sozialer Wohnungsbau in der VG Unkel. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Täter hatte Seniorin vor ihrer Wohnung abgepasst

Raubversuch in Köln: Unbekannter Mann verletzt 89-Jährige

Köln. Nach einem Raubversuch auf eine 89 Jahre alte Kölnerin sucht die Polizei Köln nach einem etwa 1,75 Meter großen und etwa 25 Jahre alten Mann mit kräftiger Statur und blonden kurzen Haaren. Der Tatverdächtige hatte zum Tatzeitpunkt graue Oberbekleidung sowie ein Tuch vor Mund und Nase getragen.

Weiterlesen

Tatverdächtiger soll Discounter-Mitarbeiter ausgeraubt haben

Räuberduo aus Meckenheim verhaftet: Polizei beschlagnahmt Bargeld in sechsstelliger Höhe

Meckenheim. Eine Ermittlungsgruppe der Kripo Köln hat am Mittwochmorgen (4. März) Haftbefehle gegen zwei 36- und 27-jährige mutmaßliche Räuber in deren Wohnungen in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) vollstreckt. Gleichzeitig durchsuchten die von Bereitschaftspolizisten und Finanzermittlern unterstützten Fahnder auf richterliche Anordnung die Wohnräume und stellten Beweismittel sicher. Bei dem Jüngeren beschlagnahmten sie einen sechsstelligen Bargeldbetrag.

Weiterlesen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr in den kommenden Wochen Geschwindigkeitskontrollen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet.

Weiterlesen

Ralf Schweiss
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Küchen Image
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
Titel
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0123#
Anzeige Rasenseminar
Landtagswahlen 2026 - Guido Orthen
Planungsbüro Blechschmidt wird zu TGAPlAN Münch GmbH
MAYA  - Mayener Ausbildungsmesse am 13. März 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#