Politik | 18.08.2020

CDU Kreis Ahrweiler

Reicht der Plan B bei Öffnung der Schulen?

Ministerium plant bei Anstieg im Infektionsgeschehen drei mögliche Szenarien

Horst Gies MdL und Guido Ernst MdL. Foto: privat

Kreis Ahrweiler. Die Antwort auf diese Frage erhofften sich die Ahrkreisabgeordneten im rheinland-pfälzischen Landtag Guido Ernst und Horst Gies von der Antwort der Landesregierung auf ihre kleine Anfrage.

Geantwortet hat ihnen in Vertretung der Ministerin Staatssekretär Hans Beckmann.

Zunächst wies er auf die Einigung der Kultusministerinnen und –minister hin, bundesweit den Regelunterricht an allen Schulen nach den Sommerferien zu öffnen. Das Ministerium plane bei Anstieg im Infektionsgeschehen drei mögliche Szenarien. Im ersten dieser Szenarien entfällt die Abstandsregelung in den Klassenzimmern, auf dem Schulhof sei sie einzuhalten. Schutzmasken müssten nur in Treppenhäusern und Fluren getragen werden.

Im zweiten Szenario, bei deutlich erhöhter Infektionszahl in der Region oder im ganzen Land gebe es einen eingeschränkten Regelbetrieb mit Abstandsgebot. Im Szenario 3 würden temporäre Schulschließungen in Kraft treten. Der Hygieneplan bleibe grundsätzlich bestehen.

Die Schulen mussten bis Ende der Sommerferien für jedes Szenario der Schulbehörde ein pädagogisches Konzept vorlegen. Darin würden die Erfahrungen aus der Zeit des eingeschränkten Regelbetriebs einfließen. Ob dies bei allen Schulen geschehen konnte, bleibt nach Einschätzung der Abgeordneten abzuwarten.

Wann setzen unterschiedliche Szenarien ein?

Insgesamt überzeugt die Abgeordneten Gies und Ernst die Antwort aber nicht. Sie fragen, wann die einzelnen Szenarien einsetzen. Das ist zum Beispiel in anderen Bundesländern zahlenmäßig geregelt. Sie weisen auch darauf hin, dass die einheitliche Festlegung der KMK sich nicht in einheitlichen Konzepten der Bundesländer zeigt. Hier regelt jedes Land anders, NRW sogar mit einer Maskenpflicht ab Klasse 5.

Die Abgeordneten fragen auch, warum man das Abstandsgebot nicht durch kleinere Gruppen bei Nutzung aller Räume, oder auch neue Räume, bzw. wie der Verband der Gymnasiallehrer fordert, im Schichtbetrieb umsetzt. Darauf antwortet man von seiten der Landesregierung, dass für die Deckung des Raumbedarfs die Schulträger zuständig seien, mit denen man Gespräche geführt habe. In einer solch neuen und außergewöhnlichen Situation ist diese Haltung nach Meinung von Ernst und Gies nicht ausreichend. Genauso wenig zeigen die Politiker aus dem Kreis Ahrweiler dafür Verständnis, dass man nicht wesentlich verstärkt Lehrer einstellt, sondern in der Antwort nur davon spricht „für die benötigte Zeit befristete Beschäftigungsverhältnisse abzuschließen“.

Auch die digitale Ausstattung der Lehrerinnen und Lehrer mit entsprechenden digitalen Dienstgeräten scheint für die Landesregierung nicht notwendig zu sein, da man sie zurzeit nicht plant.

„Mit dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes soll einem möglichst hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern während der Dauer der Corona-Pandemie Fernunterricht mit mobilen Endgeräten zu Hause ermöglicht werden, soweit es hierzu einen besonderen Bedarf aus Sicht der Schulen zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte gibt“, so das Ministerium.

„Hoffentlich klappt wenigstens das“, meinen hierzu Horst Gies und Guido Ernst, „wobei auch hier wieder für Vorhaltung und Ausgabe der Geräte das Ermessen des Schulträgers gefragt ist.“

Schülerbeförderung liegt in der Verantwortung des Schulträgers

Auch bei der Schülerbeförderung sei der Schulträger verantwortlich. Wie er das machen soll, wird nach Einschätzung der Abgeordneten nicht deutlich. „In NRW werden tausend zusätzliche Busse für diese Aufgabe von der Landesregierung geordert“, so Guido Ernst.

Guido Ernst und Horst Gies fassen zusammen: „Man kann nur hoffen, dass der große Optimismus der Landesregierung in ihren Regelplan A nicht enttäuscht wird. Auf Plan B ist man nur unzureichend vorbereitet. Das zeigen für die zurückliegende Zeit des eingeschränkten Regelbetriebs für alle Bundesländer auch die jüngsten Untersuchungen des IFO-Instituts und der nationalen Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ zum Lernen der Schülerinnen und Schüler.“

Natürlich gebe es auch hier rühmliche Ausnahmen im Online-Unterricht einzelner Schulen oder einzelner Lehrerinnen und Lehrer.

Pressemitteilung CDU Ahrweiler

Horst Gies MdL und Guido Ernst MdL. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Wir helfen im Trauerfall
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
fit für`s Alter?
Rund ums Haus
Container Anzeige
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Blütenfest
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
33

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
6

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Haus
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anzeige KW 15
Sachbearbeiter/in (w/m/d)