Politik | 15.02.2024

Gewerkschaft ver.di fordert nach gescheiterten Verhandlungen mit Sana kurzfristige Hilfen von Gesellschaftern

Wie geht es weiter mit dem Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein?

Maximalversorger in kritischer finanzieller Lage

 Foto: Archiv/CF

Koblenz/Mayen. Die Verhandlungen zur Übernahme des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein durch den Krankenhauskonzern Sana sind gescheitert, teilt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit. Das Klinikum bleibe somit in Trägerschaft und Verantwortung der aktuellen Gesellschafter: Die Stadt Koblenz, der Kreis Mayen-Koblenz, die Stiftung Ev. Stift St. Martin Koblenz, die Stiftungen Hospital zum Heiligen Geist Boppard und Seniorenhaus zum Heiligen Geist Boppard sowie die Diakoniegesellschaft Paulinenstift Wiesbaden.

Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein befindet sich nach aktuellen Informationen in einer kritischen finanziellen Lage. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Sana hat nun der Kreis Mayen Koblenz kurzfristige finanzielle Hilfen im Kreistag beschlossen. Der Stadtrat Koblenz tagt dazu im Laufe des morgigen Tages. Die übrigen Gesellschafter sehen sich derzeit nicht in der Lage, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

„Wir fordern alle Gesellschafter -insbesondere auch die Stiftungen- dazu auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und kurzfristige Hilfen für das Gemeinschaftsklinikum zur Verfügung zu stellen. Sehen sich die Stiftungen dazu nicht in der Lage, sollen sie ihre Anteile an die kommunale Gesellschafterfamilie für den symbolischen Wert von einem Euro verkaufen, um damit den Weg für ein kommunales Klinikum freizumachen und damit Arbeitsplätze und Gesundheitsversorgung in der Region zu sichern. Alle Beteiligten sollten die Chance jetzt nutzen, um mit Blick auf die bevorstehende Krankenhausreform und unter Berücksichtigung der bestehenden Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Koblenz und der Region, schon jetzt eine bedarfsorientierte und zukunftssichere Krankenhausplanung auf den Weg zu bringen“, sagt Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter der Gewerkschaft ver.di in Rheinland-Pfalz für die Gesundheitsbranche.

„Für den Erfolg einer solchen „Neustrukturierung ist es aber unbedingt notwendig, die Beschäftigten so früh wie möglich und unter größtmöglicher Transparenz am Prozess zu beteiligen. Die Belegschaft ist nach der langen Phase der Unsicherheit und Intransparenz bereit, gemeinsam neue und zukunftsweisende Wege zu gehen, wenn man sie einbezieht und umfassend über die Pläne informiert“, so Hutmacher weiter.

Bis zur Umsetzung eines solchen Vorhabens fordert ver.di die Gesellschafter auf, ihrer Verantwortung nachzukommen das Gemeinschaftsklinikum finanziell zu unterstützen, um den Krankenhausbetrieb zu sichern. ver.di sieht aber genauso auch das Land Rheinland-Pfalz in der Pflicht, die notwendigen Zukunftsinvestitionen zu tätigen.

Zum Hintergrund

Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ist ein Klinikverbund mit fünf Standorten: der Kemperhof und der Evangelische Stift St. Martin in Koblenz, das St. Elisabeth-Krankenhaus in Mayen, das Heilig Geist-Hospital in Boppard und der Paulinenstift in Nastätten. Hervor ging der Klinikverbund aus der Fusion des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen mit dem Stiftungsklinikum Mittelrhein im Jahr 2014. Träger der Krankenhäuser ist seit der Fusion die Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH, bestehend aus sechs Gesellschaftern: Die Stadt Koblenz mit 25%, der Kreis Mayen-Koblenz mit 25%, die Stiftung Ev. Stift St. Martin Koblenz mit 28,57%, die Stiftungen Hospital zum Heiligen Geist Boppard und Seniorenhaus zum Heiligen Geist Boppard mit je 7,14% und die Diakoniegesellschaft Paulinenstift Wiesbaden mit ebenfalls 7,14%.

Pressemitteilung ver.di

Foto: Archiv/CF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Neueste Artikel-Kommentare

Riksha-Dienst wird in Sinzig gegründet

  • M.Meurer: Sehr schön. Jetzt fehlen nur noch die Fahrradwege in Sinzig.

Protest nach Krankenhaus-Aus

  • K. Schmidt: "...um ein Zeichen zu setzen" - Ja, darin ist der Deutsche ja besonders gut. Besonders dann, wenn es eh zu spät ist, dann hat man nicht so einen Termindruck beim Zeichen setzen. Am 22. März wird man sehen,...
Alles rund ums Haus
Image
Stellenaktion 3+1
WIR SAGEN DANKE
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Rabatte
Stellenanzeige
Stellenanzeige "Mitarbeiter/in (m/w/d) im Bereich Technische Gebäudeausstattung"
Empfohlene Artikel

Kreis Ahrweiler. Mit Blick auf die demographische Entwicklung im Kreis Ahrweiler hat die SPD Fraktion mit einem Antrag zur Stärkung der vorhandenen Pflegestrukturen im Kreis den Fokus auf eine der aktuellen großen gesellschaftlichen Herausforderung, den hohen Fachkräftebedarf in der

Weiterlesen

Neuwied. Bundesweit steigen die Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe spürbar, vielerorts geraten Kommunen finanziell und strukturell unter Druck. Für Neuwied zeichnet der aktuelle Bericht des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) hingegen ein insgesamt stabiles Bild. Die Stadt liegt im interkommunalen Vergleich im Durchschnittsbereich und setzt konsequent auf präventive, ambulante Hilfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Verfolgungsjagd endet mit schwerer Körperverletzung

24.12.:Bewaffneter Tankstellenüberfall in Bad Münstereifel

Bad Münstereifel. Am Abend des 24. Dezember, gegen 20.32 Uhr, ereignete sich in Bad Münstereifel ein schwerer Raub auf dem Gelände einer Tankstelle in der Josef-Jonas-Straße. Ein 26-jähriger Mann näherte sich einem 22-Jährigen, der an einer Zapfsäule stand. Der Angreifer war maskiert und trug Handschuhe. Unter Vorhalt eines Messers und einer mit Klebeband umwickelten Deodorantflasche, die wie Pfefferspray aussah, verlangte er Bargeld.

Weiterlesen

Kita-Tagespflege Waldwichtel bereichert Breitscheid

Ein Leuchtturm-Projekt für das Kindeswohl

Kreis Neuwied. Nicht abwarten und beklagen, sondern selbst aktiv werden und unterstützen - so lautet das ungeschriebene Motto eines Leuchtturm-Projekts in Breitscheid, das Landrat Achim Hallerbach kürzlich auch offiziell auf den Weg bringen konnte: Die Kita-Tagespflege `Jeannines´ Waldwichtel´.

Weiterlesen

Werbeaktion 3+1
Sponsoring Winterbunt - o.B.
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Dezember 2025
Stellenanzeige "Architekt/in (m/w/d)"
Media-Auftrag 2025/26
Stellenanzeige
Pädagogische Fachkraft (w/m/d
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0001#
Stellenanzeige Physiotherapeut
Monatliche Anzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 01/2026
Neujahrsgrußanzeige 2026
Sozialarbeiter/innen, Sozialpädagogen/innen