Politik | 13.02.2023, 12:22 Uhr

Die Zukunft der Fußballplätze im Westen von Bad Neuenahr-Ahrweiler ist gesichert

Zerstörter Sportplatz in Bachem soll als Kunstrasenplatz wiederaufgebaut werden

Noch im Oktober 2022 sah es wüst auf dem Bachemer Sportplatz aus.  Foto:ROB

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der bei der Flutkatastrophe völlig zerstörte Sportplatz in Bachem soll als zentraler Sportplatz für die westlichen Stadtteile wieder aufgebaut werden, und zwar am liebsten als Kunstrasenplatz. Das empfiehlt der Sportausschuss dem Stadtrat. von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Geprüft werden soll zunächst, ob eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes hierfür erforderlich ist, und falls ja, soll ein entsprechendes Änderungsverfahren eingeleitet werden. Vor allem aber soll geprüft werden, in welchem Umfang der Wiederaufbau des bisherigen Tennenplatzes als Kunstrasenplatz aus dem Wiederaufbaufonds finanziert werden könnte. Im Zweifelsfalle wolle die Stadt jedoch auch einen gewissen Eigenanteil hierfür übernehmen, erklärte der der Erste Beigeordnete Peter Diewald.

Dass es die beiden ebenfalls bei der Flutkatastrophe vernichteten Fußballplätze in Ahrweiler und Walporzheim in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben wird, ist mittlerweile klar. Der Stadtrat entschied in seiner Februar-Sitzung, dass die beiden Plätze künftig durch Jugendspielfelder mit einer Netto-Spielfeldgröße von 60 mal 40 Metern ersetzt werden sollen. Das Spielfeld in Walporzheim soll als Rasenplatz und das Spielfeld auf dem Gelände des ehemaligen Ahrstadions möglichst als Kunstrasenplatz wiederhergestellt werden. Als „Erwachsenen“-Sportplatz für die westlichen Stadtteile soll daher der ehemalige Bachemer Sportplatz ausgebaut werden, und zwar nach Möglichkeit als Kunstrasenplatz.

Lärmschutz macht Probleme

Allerdings ist hier der Lärmschutz ein bislang ungelöstes Problem, zumal in direkter Nachbarschaft schon bald etwa 130 neue Mietwohnungen entstehen sollen. Ein Lärmschutzgutachten kommt zu dem Schluss, dass der Platz sowohl für Trainings- wie für Schulsportzwecke bis 22 Uhr abends uneingeschränkt genutzt werden kann. Für die normalen Spielbetrieb wird es jedoch Einschränkungen bei den Zuschauerzahlen geben. Die Heimspiele der SG Bachem/Walporzheim oder des Ahrweiler BC dürften demnach an Wochen- und Samstagen höchstens 200 Zuschauer verfolgen. Spielen zwei Mannschaften hintereinander, dann sind nur noch 100 Zuschauer pro Spiel zugelassen. Bei Spielen am Sonntag wird auch das noch einmal halbiert. Darüber hinaus hat der Gutachter auch „besondere Ereignisse“ bewertet, wenn die Anlage sogar an die volle Auslastung mit bis zu 3000 Zuschauern über zwei Stunden oder mit bis zu 900 Zuschauern über sechs Stunden kommen könnte. Solche zuschauerintensiven Veranstaltung würde der Gutachter sogar 18-mal im Jahr zulassen. Somit könnte auch einmal ein ganztägiges Fußballturnier in Bachem stattfinden, und das sogar an einem Sonn- oder Feiertag.

Nicht kompatibel ist jedoch die Geräuschkulisse des Sportplatzes mit dem Lautstärkepegel der benachbarten Skateanlage und des Multifunktionsspielfeldes. Was dazu führt, dass diese nicht wieder aufgebaut werden können. Dafür sollen Alternativen geschaffen werden: in Bad Neuenahr soll ein großer Skaterpark entstehen und in Ahrweiler ein Multifunktionsspielfeld. Daher empfahl der Sportausschuss dem Stadtrat auch einstimmig, die Überlegungen zum Wiederaufbau des Sportplatzes Bachem als zentralen Sportplatz für die westlichen Stadtteile fortzusetzen, und das in der Umsetzung möglichst als Kunstrasenfeld – sofern der Wiederaufbaufonds eine derartige Aufwertung des Platzes finanziert.

Platz liegt im vorläufigen Überschwemmungsgebiet

Geprüft werden muss zudem, ob für das geplante Gelände der Bebauungsplan zu ändern ist. Auf jeden Fall wird eine Baugenehmigung und eine wasserrechtliche Ausnahmegenehmigung benötigt, liegt der Platz doch im vorläufig festgelegten Überschwemmungsgebiet. Diewald informierte den Ausschuss darüber, dass es bereits erste positive Abstimmungen diesbezüglich mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord gab. Noch nicht abschließend entschieden ist die Beleuchtung des Platzes. Auch nicht geklärt ist die Frage der Finanzierung des Wiederaufbaus des Bachemer Sportplatzes als Kunstrasenplatz. Was der Wiederaufbaufonds zahlt, sei nämlich noch offen, so Diewald. Der Fonds fördere nämlich grundsätzlich nur den Wiederaufbau des Zustandes vor der Flutkatastrophe, und da war der Sportplatz in Bachem noch ein Tennenplatz. Weil aber auch in Ahrweiler und Walporzheim andere, kleinere Sportplätze entstehen sollen, würde die Verwaltung gerne über eine Quersubventionierung per Fonds diskutieren. Eine Zusammenlegung von Sportplätzen und eine dementsprechende Förderung aus dem Wiederaufbaufonds sei nämlich unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Zudem habe das rheinland-pfälzische Innenministerium deutlich gemacht, dass im Fall der Zerstörung eines Tennenplatzes auch der Bau als Naturrasenplatz förderfähig sein könnte. Sofern anstelle eines Tennenplatzes ein Kunststoffrasensystem geplant sei, könne aus dem Ausbauhilfefonds grundsätzlich eine anteilige Förderung bis zur Höhe der Kosten eines Naturrasenplatzes erfolgen. Genau hier will die Verwaltung ansetzen. Diewald machte aber auch deutlich, dass er eine Eigenbeteiligung der Stadt ebenfalls für möglich halte. JOST

Noch im Oktober 2022 sah es wüst auf dem Bachemer Sportplatz aus. Foto:ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag
Titelanzeige
Kooperation Klangwelle 2026
Sonderseite Flowcraft
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1109

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
767

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
707

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen