Lokalsport | 11.07.2025, 08:49 Uhr

Er sprach kaum Deutsch, hatte alles hinter sich gelassen – außer dem Wunsch, Fußball zu spielen

Vom Flüchtling zum Pokalhelden

Vadim Semchucks ganz besondere Erfolgsgeschichte beim FVE

Vadim Semchuck wurde nach dem entscheidenden Finalspiel zum „Man of the Match“ gewählt.Foto: Ulf Steffenfauseweh
299

Engers. Es ist eine dieser Geschichten, die man nicht planen kann. Und die gerade deshalb so tief berührt. Weil Wladimir Putin sein Heimatland überfiel, kam Vadim Semchuck als Flüchtling aus der Ukraine nach Deutschland – heute steht er mit dem FV Engers im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Dazwischen liegen schwierige Monate, viel Arbeit, noch mehr Herzblut – und ein unvergesslicher Pokalabend gegen RW Koblenz.

Dass Vadim das so wichtige 1:0 im Finale erzielte, dass er später zum „Man of the Match“ gewählt wurde, war für die, die ihn kennen, vor allem eins: verdient. Denn der 31-Jährige hat nicht nur auf dem Platz abgeliefert, sondern sich seit seiner ersten Minute beim FVE als Musterprofi präsentiert. Er hat sich reingekämpft – in die Mannschaft, in den Verein, in ein neues Leben.

Angefangen hatte alles mit einem Anruf. „Ich hab da einen Jungen“, sagte sein Berater damals zu Teammanager Alexander Naric – und wenig später stand Vadim am Bahnhof Koblenz, mitten in der Nacht, mit einem Koffer in der Hand. Er sprach kaum Deutsch, kannte niemanden, hatte alles hinter sich gelassen – außer dem Wunsch, Fußball zu spielen. Und so begann sein Weg beim FVE.

Alexander Naric nahm ihn auf. Vitaliy Karpov, langjähriger Co-Trainer des FVE und gebürtiger Russe, ging mit ihm zu Behörden, dolmetschte, half. Die Mannschaft sammelte für Möbel, als Vadim in eine eigene Wohnung im nahen Heimbach-Weis zog. Und Vadim? Er revanchierte sich mit allem, was er hatte: Technik, Laufbereitschaft, Teamgeist. Er spielte auf der linken Seite, mal offensiv, mal defensiv, immer zuverlässig. Bei Trainer Sascha Watzlawik war er sportlich immer gesetzt. Und als es in einer schwierigen Phase emotional wurde, ergriff er in der Kabine das Wort und erinnerte daran, wie viel mehr der Verein für ihn ist als nur ein Arbeitgeber. Eine neue Familie eben.

Sein Treffer im Pokalfinale war dann nicht nur sportlich wichtig. Er war ein Symbol. Für alles, was vorher war. Und für das, was möglich ist, wenn man zusammenhält. Dass Engers jetzt im DFB-Pokal steht, gegen einen Bundesligisten, auf großer Bühne – auch das ist ein Stück weit Vadims Geschichte.

Und er selbst? Bleibt wie immer bescheiden. Redet lieber über die Mannschaft als über sich. Und freut sich auf das nächste Kapitel. Mit dem FVE. Am Wasserturm. Zuhause.

Vadims Treffer zum Sieg war nicht nur sportlich wichtig, sonder auch ein Symbol für das, was möglich ist, wenn man zusammenhält.

Vadims Treffer zum Sieg war nicht nur sportlich wichtig, sonder auch ein Symbol für das, was möglich ist, wenn man zusammenhält.

Weitere Themen

Vadim Semchuck wurde nach dem entscheidenden Finalspiel zum „Man of the Match“ gewählt. Foto: Ulf Steffenfauseweh

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Allgemeine Anzeige Jubiläum 25 Jahre
04-Marktbericht 2026
"Herbstbunt"
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
318

Astrologische Vorschau für die KW 44: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 26. Oktober bis 1. November – Zwischen Neuanfang, Gefühlschaos und Erfolgsmomenten

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen