Allgemeine Berichte | 10.12.2013

Filmfestival „Nahaufnahme“ in Wachtberg

Eintauchen in die Welt unterschiedlicher Kulturen

Wachtberg. Im Rahmen des Filmfestivals „Nahaufnahme“ 2013 gab es in Wachtberg zwei Veranstaltungen im Kino im Drehwerk in Adendorf. Dieses interkulturelle Festival fand in Wachtberg zum dritten Mal statt. Es versucht die Themen Migration und Integration miteinander zu verknüpfen und lässt in die Welt jener Menschen eintauchen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen. Die Gemeinde Wachtberg kooperiert bei diesem Projekt mit Eitorf, Hennef, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie der Stadt Bergisch Gladbach. Ille und Rudi Knorr stellten ihr Drehwerk dankenswerterweise für die Filmaufführungen und die Podiumsdiskussion in Wachtberg zur Verfügung. Am 22. November erlebten rund 60 Jugendliche den Film „Kick it like Beckham“ im Rahmen einer Schulveranstaltung. Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Wachtberg sich intensiv mit dem Thema Migration/Integration befasst.

Dokumentarfilm „Wadim“

In dem Dokumentarfilm „Wadim“, der im Abendprogramm am Montag, 25. November im Drehwerk zu sehen war, geht es um Flucht und Migration. Er erzählt die Geschichte des Jungen, der mit seiner Familie aus Lettland nach Hamburg flieht, als die Sowjetunion zerbricht. Der Familie wird kein Asyl gewährt, sie wird jahrelang geduldet. Als Wadim volljährig ist – kurz vor seinem Hauptschulabschluss – schieben ihn die deutschen Behörden nach Lettland ab. Im Film werden 13 Jahre im Leben des Jungen dargestellt. Duldung, Zurückweisung, Arbeitsverbot und Flucht werden gezeigt. Es kommt zum tragischen Ende, als sich Wadim 2010 in Hamburg vor die S-Bahn wirft. Der Film wurde 2012 mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichnet.

Anschließende Diskussion

Im Anschluss an den Film fand unter der Leitung von Gottfried Nagel und Kurt Zimmermann vom Ökumenischen Arbeitskreis Wachtberg zur Betreuung von Asylbewerbern und Aussiedlern eine Diskussion statt. Für das Podium hatten sich Frau Irina Vilver vom Jugendmigrationsdienst (JMD), Frau Carmen Martinez-Valdes vom gemeinnützigen Verein Ausbildung statt Abschiebung (AsA) und Frau Afahnwi Wanzie Lum als Asylbewerberin aus Kamerun, die in Wachtberg lebt, zur Verfügung gestellt. Herr Prof. Dr. Dr. Harald Uhl vom Ökumenischen Arbeitskreis ersetzte den Rechtsanwalt der Kanzlei Becher und Dieckmann, der leider seine Teilnahme absagen musste. Hans-Bernd Sonntag von der Verwaltung der Gemeinde Wachtberg stellte die Wachtberger Situation dar. In den Übergangsheimen im Gereonshof in Berkum und in Fritzdorf sind die 39 Personen untergebracht. Sie kommen aus Ägypten, Afghanistan, Bangladesch, China, Eritrea, Georgien, Ghana, Guinea, Kamerun, dem Kosovo, Marokko, Pakistan, Sri Lanka und Syrien. Für ihn ist mit einer weiteren Zuweisung von Asylbewerbern zu rechnen. Verwaltung und Ökumenischer Arbeitskreis arbeiten in der Betreuung eng zusammen. In der Diskussion schilderten die Teilnehmerinnen des Podiums die Arbeitsweise ihrer Organisationen und nahmen zum Film Stellung. Frau Wanzie Lum als Asylbewerberin berichtete von ihrer Situation. Das Leben von Wadims Familie, sein Schicksal, die Arbeit der Behörden, die Stellungnahme des Rechtsanwalts, die Meinungen von Lehrern und anderen Personen, die im Film auftraten, waren Teil der Diskussion. Es wurde klar, dass es für alle um einen menschenwürdigen, gerechten Umgang mit Menschen in Not gehen muss. Es stellte sich auch die wichtige Frage, wie weit ist bei Entscheidungen der Ermessensspielraum der Behörden?

„Lassen wir es wirklich an uns heran?“

Abschließend ist auch festzuhalten, ob uns das Thema dieser Menschen, ihre Angst, ihre Hoffnung und Enttäuschung, ihre Verzweiflung und ihr Zorn über das Beharren auf Rechtsstandpunkten nahe ist. Der Laudator des Films bei der Preisverleihung Dr. h.c. Fritz Pleitgen fragte damals „Lassen wir es wirklich an uns heran?“ Und er stellte weiter fest: „Ich habe nicht den Eindruck.“ In einer Einblendung am Schluss des Films meinte Wadims Bruder: „Der Film wird die Menschen bewegen, aber dann werden sie wieder an sich denken.“ Was hat das für uns zu bedeuten? (Kurt Zimmermann)Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

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