Wirtschaft | 16.12.2024, 12:19 Uhr

Plätzchen gehören zu Weihnachten einfach dazu. Aber wie sieht es aus, wenn ich Allergiker bin?

Süßer Genuss ohne Reue

Süßer Genuss ohne Reue
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Region. Plätzchen gehören zur Weihnachtszeit wie Tannenbäume und Adventskranz. Gab es ursprünglich mal nur die „Klassiker“ unter dem Feingebäck, gibt es mittlerweile unzählige Plätzchenrezepte, die es wert sind, probiert zu werden. Aber wie sieht es aus, wenn ich Allergiker bin?

Gerade einer der bekanntesten Allergieauslöser, die Haselnuss, findet sich gerne im Weihnachtsgebäck. Dabei ist eine Nussallergie keine Bagatelle, denn der unbeabsichtigte Verzehr von Nüssen kann bei den Betroffenen zu einer schweren allergischen Reaktion bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen. Deshalb sollten Betroffene in der Zeit rund um Weihnachten besonders aufpassen, denn viele der saisonalen Süßwaren enthalten Haselnüsse, ohne dass dies immer direkt ersichtlich ist. Aber was mache ich, wenn ich nun plötzlich merke, dass ich auf eine Zutat allergisch reagiere?

„Zunächst sollten Sie versuchen, Ruhe zu bewahren“, erklärt Dr. Uta Sixel, Leitende Ambulanzärztin am Verbundkrankenhaus Linz-Remagen. „Stress infolge einer Panikreaktion verstärkt die Adrenalinausschüttung in unserem Körper noch und macht uns gefühlt unfähig zu handeln. Dabei ist es gerade bei einer starken allergischen Reaktion wichtig, sofort, aber besonnen zu handeln, insbesondere, wenn diese die Atemwege betrifft.“ Sollte sich also ein Engegefühl im Hals, ein Anschwellen der Zunge oder Mundschleimhaut bemerkbar machen, empfiehlt die Medizinerin deshalb, umgehend den Rettungsdienst unter der 112 zu verständigen. Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um die stärkste allergische Sofortreaktion, die sofort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ärztlich behandelt werden muss, um das Herz-Kreislauf-System zu stabilisieren.

„Allergien sind immer sehr individuell“, erklärt Dr. Sixel. Alle Stoffe können allergische Reaktionen in unterschiedlicher Ausprägung auslösen, ob Nüsse, Mehle oder Gewürze, denn auch die typischen Weihnachtsgewürze wie Anis, Muskat oder Zimt können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen zur Folge haben. Diese sind nicht lebensgefährlich, aber dennoch sehr unangenehm. Die Symptome sind dabei vielfältig bei einer leicht- bis mittelgradigen allergischen Reaktion: Von einem leichten Kribbeln im Mund- und Rachenraum oder auf den Lippen bis hin zu starken Magenkrämpfen, Hautrötungen und -ausschlägen. Eine Glutenunverträglichkeit zeigt sich dagegen beispielsweise meist erst Tage später und wird deshalb auch oft nicht mit bestimmten Allergenen in Verbindung gebracht.

Was kann ich nun tun, um eine allergische Reaktion zu vermeiden? Darf ich bei den Weihnachtsplätzchen grundsätzlich nicht mehr zugreifen? „Doch“, sagt die Medizinerin. „Die Betroffenen wissen ja im Normalfall um ihre Allergie und wie sie die auslösenden Stoffe meiden können. Deshalb: Lesen Sie bei gekauftem Weihnachtsgebäck immer die Zutatenliste genau durch. Hier müssen potenzielle Allergene aufgeführt werden.“ Allerdings mahnt sie auch hier zur Vorsicht, denn obwohl eine Kennzeichnungspflicht für die wichtigsten Allergieauslöser in der Zutatenliste auf verpackten Lebensmitteln besteht, können die fertigen Produkte „Spuren“ von Allergieauslösern enthalten.

Und wie verhalte ich mich, wenn Freunde und Kollegen mit Selbstgebackenem überraschen? „Fragen Sie ohne Scheu nach, was enthalten ist“, empfiehlt die Medizinerin. Auf den süßen Genuss verzichten muss kein Allergiker, denn es gibt viele Alternativen, die eingesetzt werden können. Das reicht vom Ei-Ersatz über Mais- oder Buchweizenmehl bis hin zu Kokosraspeln und Amaranth, die Nüsse ersetzen können und damit auch für Allergiker den risikofreien Genuss möglich machen.

Pressemitteilung

Verbundkrankenhaus

Linz-Remagen

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