Das THW blickt auf einen Rekordeinsatz zurück

Eine Nacht Regen, drei Monate Einsatz

Eine Nacht Regen, drei Monate Einsatz

Bad Neuenahr nach der Flut. Foto: ROB

15.10.2021 - 08:33

Kreis Ahrweiler. Die Nacht vom 14. auf dem 15. Juli war für viele Menschen in Westdeutschland eine Schicksalsnacht. Starkregen verwandelte Bäche in zerstörerische Fluten, 183 Menschen verloren ihr Leben. Für das Technische Hilfswerk (THW) startete in dieser Nacht der größte Einsatz der Geschichte, der auch nach drei Monaten noch nicht vorbei ist. „Wir danken all unseren ehren- und hauptamtlichen Kräften, die in den vergangenen Monaten Unglaubliches geleistet haben“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam. „Besonders gedenken wir heute den Opfern, die die Fluten gefordert haben.“


Tausende Einsatzkräfte aus ganz Deutschland halfen nach der Katastrophennacht in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Allein vom THW waren mehr als 14.000 Ehren- und Hauptamtliche aus allen 668 Ortsverbänden im Einsatz, um zunächst Menschen und Sachwerte zu retten und zu schützen und danach wiederaufzubauen. Von der Hochleistungspumpe bis zur Trinkwasseraufbereitungsanlage – alle Fachexpertisen des THW waren in den Krisengebieten gefragt. „Die Flutkatastrophe hat gezeigt, was Naturgewalten zerstören können, auch bei uns vor der Haustüre“, erklärt Friedsam. „Sie hat auch gezeigt, wie wichtig unsere Rolle im vielseitig aufgestellten Katastrophenschutz ist.“ Das THW zog in wenigen Tagen aus allen Regionen mehrere Tausend Helferinnen und Helfer in die Krisengebiete zusammen.

Mittlerweile hat das THW mit anderen Hilfsorganisationen sowie Freiwilligen einen Großteil der Infrastruktur temporär wiederhergestellt: Trinkwasser und Strom fließen, zehn Behelfsbrücken stehen, wichtige Verkehrsverbindungen sind wieder frei. Somit gehen die Einsatzaufträge für das THW zurück und viele Ehrenamtliche können in die Heimat zurückkehren. „Trotzdem sind wir im Ahrtal weiterhin jederzeit da, wenn wir gebraucht werden“, versicherte Friedsam, „wir planen noch mindestens zwölf weitere Brücken.“

Zusätzlich bleibt eine Schnelleingreiftruppe aus rund 40 vielseitig ausgebildeten THW-Einsatzkräften am Nürburgring stationiert. Diese unterstützt die örtlichen Ortsverbände Ahrweiler und Sinzig bei allen aufkommenden Einsätzen. Sobald mehr Hilfe gebraucht wird, kann das THW jederzeit wieder aus dem gesamten Bundesgebiet Helferinnen und Helfer zusammenziehen.

Das System des THW funktioniert nur mit guter Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sowie der Unterstützung dieser aus ihrem Umfeld. „Wir möchten und bedanken bei allen, die unsere Arbeit unterstützen: Die vielen Arbeitergeberinnen und Arbeitgeber, die unsere Ehrenamtlichen freigestellt haben und in Zukunft freistellen, aber auch den Familien und Freunden“, so Friedsam.

Pressemitteilung THW

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Theobold aus dem schönen Miesenheim:
Herr Esser, ich muß Ihnen einmal den Spiegel vorhalten, vielleicht erkennen Sie dann Ihr eigenes Treiben. Ihre wahre politische Einstellung lassen Sie heute zum Beispiel wieder mit äußerst zweifelhaften Aussagen in „Ihrem“ Facebook Acount Mariss Tiner (nur Ihr Profilbild verrät sie, warum übrigens...
juergen mueller:
Ich gehe einmal davon aus, dass Herr S.Schmidt ein Sympathisant oder sogar Mitglied der AfD ist, worauf man aus seinen Kommentaren schließen könnte, da er genau die Wortwahl benutzt, wie sie sich die AfD zu eigen macht. Ihm steht natürlich, sollte dies auch nicht der Fall sein zu, seine Meinung, wie...
Ludwig aus Andernach Eich:
Sehr geehrter Herr S.Schmidt (oder wer immer sich hinter diesem Namen verbirgt), die Wortwahl „diffamierend“ wird doch gerade von dieser „Partei“ inflationär bewußt genutzt. Haben Sie die Pressemitteilung nicht gelesen? Auf alle Fälle sind mittlerweile die sogenannten „Spaziergänge“ auch in Andernach...
Gabriele Friedrich:
Gerade alte Menschen abzuzocken und zu beklauen finde ich als ungeheuere Schweinerei. Ich hoffe, man findet das Paar. Vor allem der Mann ist ja auffällig mit seiner krummen Figur....

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30 000 Euro in drei Jahren - das sind 10 000 pro Jahr. Besser als nichts. Aber - Frage: WAS sind 10 000 Euro für die Arbeit einer Institution, deren Arbeit man nicht hoch genug bewerten kann? Und Kampf gegen Demenz? 10 000 Euro jährlich. Ein Jahr hat 12 Monate, das macht genau 833,33 Euro pro Monat,...
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