LBM appelliert: „Verständnis für Sperrungen und Umleitungen“
Ahrweiler: Bürgerdialog zum Wiederaufbau hätte mehr Interesse verdient gehabt
Ahrweiler. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 an der Ahr und ihrer Zuflüsse hat mit ihrer verheerenden Verwüstung gravierende Schäden auch an der gesamten Verkehrsinfrastruktur hinterlassen. Gewaltige Wassermassen zerstörten Straßen und Brücken sowie den Ahr-Radweg und hinterließen riesige Krater und Trümmerfelder. Der Wiederaufbau durch das eigens hierfür gegründete Projektbüro „Wiederaufbau Ahrtal“ des Landesbetriebes Mobilität (LBM) schreitet voran. Mit einem Bürgerdialog wollte daher der LBM Fragen zum Zeitfenster und Wiederaufbau der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, Brücken und dem Radweg im Ahrtal geben. Mit im Boot waren auch die Bahn, die Verbandsgemeinde Altenahr und die „Zukunft Mittelahr“.
Information als Mehrwert
Das „Boot“ für den Dialog war das Ahrweiler Bürgerzentrum. Doch der Andrang der „Fahrgäste“ war bei der auf sechs Stunden angelegten Veranstaltung überschaubar. Die „Crew“ überwog meist die Zahl der interessierten „Passagiere“. Und so stellte denn auch Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen in seiner Grußadresse fest: „Das Angebot der Information ist ein Mehrwert. Information ist nicht nur Bringschuld, sondern auch Holschuld. Wer es nicht tut, darf sich auch nicht an der Theke beschweren.“ Klare Worte, denn die Veranstalter hatten jede Menge Informationen von Skizzen bis Powerpoint-Präsentationen parat, die deutlich mehr Publikumsinteresse verdient gehabt hätten.
Klare Worte fand Orthen aber auch zu den wie aus heiterem Himmel aus Mainz aufgetauchten neuen Messzahlen für ein hundertjähriges Hochwasser (HQ 100) an der Ahr. Und wiederholte, was er bereits tags zuvor der im Ahrtal tagenden Umweltminister-Konferenz mit auf den Weg gegeben hatte: „Wie sollen wir arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen nicht verlässlich sind. Das macht uns allen zu schaffen“, sagte er auch für seinen Bürgermeisterkollegen Dominik Gieler aus der Verbandsgemeinde Altenahr. „Wir werden ein stückweit allein gelassen“, so seine Kritik in Richtung Mainz. Orthen „kocht“, seine Kollegen dito. Wer ihn kennt weiß, dass „intensive Gespräche“ mit Mainz folgen werden. „Das werden wir das klären“, sagte der Bürgermeister zu Blick aktuell, denn der Wiederaufbau in der Kreisstadt läuft: „Wir haben allein drei Brücken im Bau, und das ohne wasserrechtliche Genehmigung.“ Und Gieler ergänzte im Gespräch mit Blick aktuell: „Der neue HQ 100 ist nicht glücklich, macht viel Arbeit und kostet das Geld der Steuerzahler.“ Mit Orthen ist er sich einig, „dass die Vorgehensweise dringend nachbearbeitet werden muss.“
Bahn baut mit Volldampf
Lob heimste indes die Bahn ein. „Die Bahn arbeitet im Ahrtal mit der Kraft einer Dampflok im Tempo eines ICE“, anerkannte Orthen. Und ein Bahn-Vertreter bestätigte Blick aktuell: „Wir halten unseren Zeitplan ein. Ende 2025 fahren die Züge“.
Offene Frage gibt es indes noch zwischen Stadt und LBM in Sachen B 266. Dabei geht es um den Spagat zwischen Sicherheit für den Verkehr und Platz für die Ahr. In dieser zentralen Frage erwarten sich die beteiligten Klarheit durch eine Machbarkeitsstudie. Und was sich Orthen wünscht ist, dass für den Bau der Rückhaltebecken an der Oberahr, dort wo es Sperrgrundstücke gibt, „die Möglichkeit der Enteignung“ verbessert werde. „Es geht um Menschenleben“, hatte er bereite Umweltministerin Katrin Eder ins Stammbuch geschrieben.
Rücksicht war denn auch Thema von Stefan Schmitt als Leiter des LBM-Projektbüros, denn er machte bei der Begrüßung deutlich: „Wenn alle bauen, geht das nicht.“ Deshalb habe der LBM, um die Maßnahmen der Bahn zu unterstützen, die Straßen hintenangestellt. Schmitt geht aktuell bei den Maßnahmen an Straßen und Brücken von einem Zeitfenster bis 2033 aus. Die nun neuen HQ 100-Werte sind dabei noch nicht berücksichtigt. „Dabei kommen wir um Sperrungen nicht herum“ sagte Schmitt und warb um Verständnis für die „hohe Belastung der Bürger“. Denn da die B 267 die einzige Straße durch das Ahrtal sei, gehe es bei den Baumaßnahmen gleichzeitig um die Erreichbarkeit im Tal und um die umfahrende Verkehrsführung. Wobei er auch ein Beispiel parat hatte: Komme es zur Sperrung zwischen Mayschoß und Marienthal würden aus einer normalen Fahrstrecke von fünfeinhalb Kilometern Umleitungswege von bis zu 28,5 Kilometer im Zuge der A 61. „Wir haben daher unsere Baumsetzungsplanung genau darauf abgestellt, diese Belastungen zu reduzieren. Mit einer zeitlich gestaffelten und abschnittsweisen Bauumsetzung und dem bereits erfolgten Ausbau der Baustraße bei Esch (K 35) kann der Umweg im Beispiel so auf wenigsten 16,5 Kilometer reduziert werden. Dass es auch Änderungen im Bauzeitplan geben könne, schloss Schmitt nicht aus und appellierte an „Geduld und Verständnis beim Wiederaufbau“.
Gleichzeitig warb er bei den „Fahrgästen“ darum, beim Verlassen des „Bootes“ doch noch weitere „Passagiere“ zu akquirieren. Denn potenzielle „Kunden“ gab es zuhauf. Vor dem Bürgerzentrum tummelte sich nämlich der Ahrweiler Weihnachtsmarkt, der an diesem Tag eröffnet wurde. GS
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