Allgemeine Berichte | 02.03.2021

50 Jahre Stammtisch „Ewige Lampe“

„Auf dass die Lampe noch lange brennen möge“

Die „Ewige Lampe“ heute vor dem ersten Stammlokal: heute v.li.: Klaus Schlich, Detlef Griesbach, Franz Rinsche, Rainer Andres; vorne: Jan Aker und Wolfgang Löffler.Fotos: privat

Remagen. Freitagabend ist Stammtischzeit, so war es vor 50 Jahren, und so ist es auch heute noch. Nicht mehr ganz so regelmäßig sind alle dabei, im Laufe der Jahre kamen schließlich familiäre und berufliche Verpflichtungen hinzu. Aber jetzt im Rentenalter könnte das wieder häufiger der Fall sein. Wenn denn mal Corona vorbei ist! Dieses kleine Biest vermieste es den älteren Jungs auch, jetzt ein rauschendes Jubiläumsfest zu feiern. Aber einfach vergessen? Das war auch nicht ihr Ding. Denn wenn ein Stammtisch 50 Jahre besteht, ist das sicher schon etwas Besonderes.

So trafen sich die Männer im inzwischen schon gesetzten Alter zu einem Fototermin vor dem ersten Stammlokal, dem ehemaligen Kellerloch, später „New Klamotte“, schräg gegenüber dem Bahnhof. Denn da waren es auf den Tag genau 50 Jahre seit der Gründung. 50 Jahre, oder 2609 Wochen, oder 18.263 Tage, eine verdammt lange Zeit.

In die Jahre gekommen sind nicht nur die Stammtischler, aber die wirken eher noch frisch im Gegensatz zum Äußeren ihres Gründungslokales. Das ist zwar schon seit langem geschlossen, aber das ganze Gebäude ist ziemlich heruntergekommen. Aber Tradition verpflichtet, so stellten sich die Männer vor dem Eingang in Positur und dachten, vielleicht mit etwas Wehmut, an vergangene schönere Zeiten. Anschließend wurde im Hof von Wolfgang Löffler noch ein Fläschchen Bier getrunken, natürlich mit angemessenem Abstand, und dabei natürlich ein wenig erzählt und geblödelt- ganz so, wie es an Stammtischabenden nun mal so ist.

Das war´s dann aber auch schon für den Tag. Neben vielen Erinnerungen kamen natürlich auch die Stammtischfeste früherer Jahre hoch, das waren in Remagen Ereignisse von gesellschaftlichem Rang.

Bei Marianne und Lutz Aigner gab sich im „Steffens Eck“, der zweiten Stammkneipe, die Vereinsprominenz die Klinke in die Hand. Mit dabei Madame Buchela, und selbst Remagens damaliges Stadtoberhaupt Hans-Peter Kürten kam zur Gratulation und brachte den Jungs mit der Klampfe ein Ständchen. Jan Aker, Detlef Griesbach, Wolfgang Löffler und Klaus Schlich sind als Gründungsmitglieder noch heute dabei. Dazu gehörten noch Fritz Decroupét und Hajo Wenz, der leider allzu früh verstarb.

An Karnevalsdienstag 1971 beschlossen die Jungs, im damals zarten Alter zwischen 16 und 20, einen Stammtisch zu gründen. Freitags darauf traf man sich im Kellerloch, wo der Name schnell gefunden und eine Satzung beschlossen wurde, was natürlich zünftig begossen wurde. Uwe Bodenstein, Otto Lembke, Andy Odenkirchen, Martin Tillmann sowie Erwin Runkel, der erst vor Kurzem leider auch verstarb, verstärkten die fröhliche Runde zwischenzeitlich auf zehn Mann.

Die „Abgänge“ konnten im Laufe der Zeit durch Rainer Andres und Franz Rinsche teilweise kompensiert werden, so dass jetzt wieder die Gründungsstärke erreicht ist. Stammtisch bedeutet im landläufigen Sinne Trinken. Das traf und trifft auf die Jungs sicher auch heute noch zu, nur inzwischen etwas „gesitteter.“ Nach Kellerloch und Steffens Eck wurden „Alt Remagen“ und „Die Krone“ zu weiteren Heimatlokalen. Alles Gaststätten, die inzwischen geschlossen sind. An den Lampenjungs lag es aber sicher nicht, die haben immer für ausreichend Stimmung und Umsatz gesorgt.

Auch im Karneval aktiv

Aber das war es nicht allein. Ob bei Fuß-, Hand- oder Volleyball, bei Leichtathletik, Tischtennis oder Judo, die Burschen standen dort immer ihren Mann. Und natürlich Karneval. Erste Lehrjahre wurden schon vor der Gründung bei Stadtsoldaten oder Prinzengarde absolviert. Schon im ersten Jahr des Bestehens eroberten die Männer bei der Proklamationssitzung von Wolfgang Meerstein mit ihrem Auftritt „En einmalisch Schullklass“ den Ankersaal im Sturm. Begleitet von Karl-Heinz Braun am „Quetschebüggel“ zauberten sie mit einer gelungenen Mischung aus Gesang, Reden und viel Klamauk ein Feuerwerk an Pointen und waren über viele Jahre immer der abschließende Höhepunkt jeder Sitzung. Bei so viel karnevalistischem Engagement musste natürlich auch ein Prinz her: 1978 regierte Detlef I. (Griesbach) mit Jan Aker als Hofmarschall und Otto Lembke als Säckelmeister die Remagener Narren. Und Wolfgang Löffler errang bei den Schützen 1976 die Königswürde.

Höhepunkte waren sicher auch die Stammtischtouren. Ob Großstädte wie Berlin, Hamburg oder München, ausländische Metropolen in Paris, Amsterdam, Brüssel, Budapest, Paris und Prag oder heimelige Studentenstädte wie Heidelberg, Freiburg oder Marburg, die Ziele waren vielfältig. Aber auch Radtouren im Münsterland, am Main oder am Niederrhein bereicherten die Aktivitäten.

Ein besonderes Faible haben die Jungs für die Pfalz entdeckt: Hier geht es mit forschem Schritt durch den Pfälzer Wald, wobei die vielen Einkehrmöglichkeiten bei Schorle und deftiger Kost natürlich ausgiebig genutzt werden.

Es ist sicher heute ein wenig stiller geworden, aber noch immer nicht ganz ruhig. Das Bierchen oder der Wein schmecken nach wie vor, und die Touren sind auch fester Bestandteil des Stammtischlebens. Wohin die fröhliche Truppe im Jubiläumsjahr fährt, ist allerdings noch nicht klar, wenn es denn überhaupt möglich ist! Aber man wird sich bestimmt was einfallen lassen.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Ewige Lampe noch möglichst oft, inzwischen im „Alten Hut“ bei Holger, treffen kann. Auf dass die Lampe noch lange brennen möge.

Die Ewige Lampe im Gründungsjahr: v.li. hintere Reihe: Jan Aker, Fritz Decroupèt, Klaus Schlich, Detlef Griesbach, Hajo Wenz: vorne: Wolfgang Löffler, Otto Lemble, Martin Tillmann.

Die Ewige Lampe im Gründungsjahr: v.li. hintere Reihe: Jan Aker, Fritz Decroupèt, Klaus Schlich, Detlef Griesbach, Hajo Wenz: vorne: Wolfgang Löffler, Otto Lemble, Martin Tillmann.

Die „Ewige Lampe“ heute vor dem ersten Stammlokal: heute v.li.: Klaus Schlich, Detlef Griesbach, Franz Rinsche, Rainer Andres; vorne: Jan Aker und Wolfgang Löffler.Fotos: privat

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