Geschichtsverein Unkel unterstützt Restaurierung von flutgeschädigten Schriften

Bad Neuenahr: Flutgeschädigte Bücher für die Nachwelt gesichert

Bad Neuenahr: Flutgeschädigte Bücher für die Nachwelt gesichert

Amtsbücher und Akten aus Bad Neuenahr. Foto: Bistum Trier

29.12.2021 - 10:58

Bad Neuenahr/Unkel. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli zerstörten Wasserfluten der Ahr alles, was sich ihr entgegenstellte. Auch die Pfarrei St. Marien und St. Willibrord in Bad Neuenahr ist betroffen gewesen. So wurde unter anderem das Pfarrbüro, in dem historisches und bedeutendes Schriftgut gelagert wurde, komplett überschwemmt. Bereits eine Woche mit sommerlichen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit griff deren Substanz an; es bildeten sich Schimmelpilze. Der Geschichtsverein Unkel unterstützte die Rettung der wichtigen Unterlagen mit einer Geldspende.


Durch das schnelle Reagieren der Landesstelle für Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz wurde eine Spezialfirma aus Kornwestheim mit der Bergung von verschlammtem und durchnässtem Schriftgut in Bad Neuenahr beauftragt, wovon auch das Pfarrbüro profitierte. Mit Unterstützung einer katastrophenerfahrenen Archivarin des Landesarchivs in Speyer konnte die Pfarrsekretärin die wichtigsten Unterlagen aus dem Schlammwasser ziehen.

Da vor Ort die komplette Infrastruktur zerstört wurde, war die notwendige Erstversorgung, wie das Abspülen von Schlamm, nicht möglich. Daher mussten die Akten und Amtsbücher wie Kirchenbücher nach Kornwestheim gebracht werden. Wäre der Schlamm im Schriftgut verblieben und getrocknet, hätte sich der Schaden im wahrsten Sinne des Wortes zementiert und wäre nicht mehr zu reparieren gewesen.

Nachdem Amtsbücher und Akten von dem meisten Schmutz gereinigt waren, wurde es in Folie verpackt und eingefroren, um die durch Nässe und Schimmelpilzbildung begonnene Zersetzung des Papiers zu stoppen. Nach und nach kann es aus der Kühlung entnommen und mit weiteren Maßnahmen wie das Reinigen und Lösen von verklebten Seiten, dem Glätten von verknittertem Papier, die Reparatur von mechanischen Schäden und die Behandlung von zerstörten Einbänden behandelt werden. „Insgesamt ist das Verfahren zwar sehr aufwendig, aber die Ergebnisse lassen staunen. Denn es erscheint kaum vorstellbar, dass Papier, das eine ganze Woche im Wasser lag, noch zu retten ist“, berichtet Dr. Monica Sinderhauf, Leiterin des Bistumsarchivs Trier. Von insgesamt 85 Amtsbüchern und 38 Akten, die aus dem Schlammwasser gezogen werden konnten, sind 90 Prozent wieder nutzbar.

Der dafür notwendige hohe Technikeinsatz und die erforderliche Handarbeit bei der Rettung von wichtigen Unterlagen, die für die Pfarrei rechtlich und historisch von Bedeutung sind, erfordert seinen Preis: Insgesamt hat die Sanierung und damit dauerhafte Sicherung rund 20.000 Euro gekostet; viel Geld für eine betroffene Gemeinde, die darüber hinaus weitere Schäden zu beheben hat. Doch der Geschichtsverein in Unkel ist sich dieser hohen Bedeutung der pfarrlichen Überlieferung für die Nachwelt bewusst und hat 1000 Euro für diesen Zweck gespendet. Mit Hilfe dieser Spende konnten sechs Amtsbücher der Pfarrei Bad Neuenahr – alte Lagerbücher, Protokollbücher des Kirchenvorstandes/Verwaltungsrates und je ein Tauf- und Sterbebuch – wieder so hergestellt werden, dass sie weiter genutzt werden können un d zukünftigen Generationen als Zeugen der Pfarrgeschichte Auskunft geben werden. Pressemitteilung Bistum Trier

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Tempo 30 für Andernach?

Katie:
Aufgrund des desolaten Zustandes sämtlicher Straßen im Innenstadtbereich kann man sowieso vielerorts keine 50 km/h fahren, weil man sich dann sein Fahrzeug auf Dauer "zerschießt". Ich als mitten in der Stadt lebende Anwohnerin hoffe seit über 25 Jahren (!!!), dass hier mal was passiert und zum Beispiel...
juergen mueller:
Ist immer wieder eine Freude zu lesen, mit welchem Einfallsreichtum man sich mit dem Ausschmücken der deutschen Sprache bedient, anstatt ein Problem einfach, kurz u. bündig, auf den Punkt zu bringen. Nadeln im Heuhaufen. Darauf muss man erst einmal kommen. Da werden sich diejenigen aber freuen, deren...
Hans-Joachim Schneider:
Es ist schön, dass Optimismus im Ahrtal wieder Platz hat. Das ist wohl die wichtige Botschaft dieses Artikels. Die genannten Ideen sind ja alle nicht neu, sondern waren auch schon vor der Flut in den Köpfen derer, denen das Ahrtal und seine touristische Zukunft am Herzen liegt. Allerdings sind Hängeseilbrücken...
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