Allgemeine Berichte | 03.10.2021

Bundespräsident Steinmeier: „Kochen für Helden: Großartige Initiative“

Bundesverdienstorden für? Sternekoch Max Strohe aus dem Ahrtal

Feierstunde im Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete Max Strohe und Ilona Scholl für ihre Initiative „Kochen für Helden“ mit dem Bundesverdienstorden aus. Foto: René Riis

Ahrtal/Berlin. Große Ehre für den Sternekoch Max Strohe aus dem Ahrtal und seine Lebensgefährtin und Gastgeberin Ilona Scholl: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete beide für ihre Initiative „Kochen für Helden“ mit dem Bundesverdienstorden aus. Neben ihnen erhielten zwölf weitere Frauen und Männer den Verdienstorden der Bundesrepublik, die sich während der Corona-Pandemie in besonderer Weise um Kunst und Kultur verdient gemacht hatten, so auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster.

„Dass zu Beginn der Corona-Pandemie den sogenannten „Systemrelevanten“, die im ganzen Land bis zur Erschöpfung Krankenpflege, Notfallbetreuung und eine funktionierende Infrastruktur aufrechterhalten haben, nicht nur mit warmen Worten gedankt, sondern auch mit warmen Mahlzeiten geholfen wurde, ist das Verdienst von Ilona Scholl und Max Strohe“, hob Steinmeier im Berliner Schloss Bellevue hervor.

„Gleich zu Beginn des ersten Lockdowns haben sie die Vorratsschränke ihres Restaurants in Berlin-Kreuzberg geöffnet und in kürzester Zeit die Initiative ‚Kochen für Helden‘ auf die Beine gestellt. Dafür kreierten sie Eintöpfe statt der sonst üblichen Menüs, für die ihr Sternerestaurant eigentlich bekannt ist“, betonte der Bundespräsident.

„Die Sommelière und der Kochkünstler haben mit Spenden von zahlreichen Lieferanten und mit Crowdfunding-Kampagnen täglich rund tausend warme Mahlzeiten für Menschen in system-relevanten Berufen gekocht, vor allem in Kliniken. Dieser großartigen Initiative schlossen sich mehr als 100 Restaurants in Deutschland an“, so Steinmeier weiter.

Mit ihrem Team helfen sie weiterhin denen, die es besonders brauchen, Menschen ohne Obdach in Berlin und Menschen, die von der Flutkatastrophe im Juli besonders hart getroffen wurden, hob der Bundespräsident hervor.

Offensichtlich berührt nahmen die 39-Jährigen die Auszeichnungen entgegen „Das waren sehr ergreifende Worte, die uns sehr bewegt haben,“ sagten sie.

Seit 2015 betreiben Ilona Scholl und Max Strohe in Berlin gemeinsam das Restaurant Tulus Lotrek, das 2016 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

„Um ganz ehrlich zu sein, fühlt sich diese Ehrung für uns allein zu groß an. ‚Kochen für Helden‘ hatte ja genau deswegen einen solchen Einfluss, weil wir ganz schnell nicht mehr allein damit waren.“, betonte das Paar. „Es haben so viele Menschen, ohne dass man sie hätte fragen müssen, mitgemacht“, schwärmten die Gault-&-Millau-Gastgeberin 2020 und der Sternekoch. Und ergänzten: „Es ist so phantastisch, in einer Branche zu arbeiten, die so tickt. Darüber freuen wir uns und nehmen stellvertretend für all jene, die sich für „Kochen für Helden“ engagiert haben und noch immer engagieren, diese Auszeichnung an.“

Max Strohe hat seine Ausbildung als Koch im Gasthof Schneider in Sinzig begonnen und im Hotel-Restaurant Hohenzollern in Bad Neuenahr-Ahrweiler beendet. Bis heute ist er seiner Heimat verbunden, wo auch ein Teil seiner Familie lebt. „Wir freuen uns so sehr und sind wahnsinnig stolz auf Max und Ilona“, sagte seine Mutter Michi Peters. „Diese Auszeichnung ist so verdient!“ Rike Schmickler-Bouvet.

Feierstunde im Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete Max Strohe und Ilona Scholl für ihre Initiative „Kochen für Helden“ mit dem Bundesverdienstorden aus. Foto: René Riis

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