Allgemeine Berichte | 23.04.2021

Kettiger Heimatkundler

Das Kettiger Kreuz oder im Volksmund „Löffel“ genannt auf dem Saffiger Berg

Aufbau des „Löffels“.Fotos: privat

Kettig. Die zahlreichen Basaltkreuze, Nischenstöcke, Flurdenkmäler usw. in der Voreifel sind überwiegend Ausdruck einer tief verwurzelten Volksfrömmigkeit. Sie sind steinerne Zeugnisse ihres Glaubens und berichten von Unglücken, Morden, Familienfehden, Kriegsgeschehen und Krankheiten. Aus witterungsbeständigem vulkanischen Gestein geschaffen, enthalten sie Botschaften vom Mittelalter, die sich teilweise gut erhalten haben. Papst Leo III. (795-816) soll nach schriftlichen Quellen angeordnet haben, Flurdenkmäler zu errichten. Die meisten Flurdenkmäler findet man im Umkreis der berühmten Basaltsteinbrüche bei Mayen und Mendig zwischen Rhein, Mosel und Ahr und vorwiegend im Bereich der Pellenz und in dem ehem. „Amt Bergpflege“ rund um Kettig. Tatsächlich sehen diese als „Löffel“ bezeichneten Steinmäler wie Schöpfkellen aus und deren Nischen dienen hauptsächlich zur Aufnahme von Statuen, Kreuze, Blumen und Kerzen.

„Flurumgängen“, - ein Brauchtum aus vorchristlicher Zeit wurde im frühen Mittelalter übernommen. Heute nennt man diesen überlieferten Brauch Bittprozessionen. Während der Prozession werden an den historischen Flurdenkmäler Bitgebete gesprochen und um Fruchtbarkeit in Feld und Flur und um Schutz vor Unwetter aller Art, gebeten.

Die Geschichte vom „Kettiger Kreuz“ oder Löffel

Am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit im 16. Jahrhundert befand sich eine Hinrichtungsstätte in der Saffiger Gemarkung. Am Bergabhang zu den Orten Saffig und Miesenheim war der Galgen weithin sichtbar. Noch heute heißt diese Flurbezeichnung „Am Galgenstück“.

Nach mündlicher Überlieferung wurden auf dem Saffiger Berg viele Verurteilte hingerichtet. Auch unzählige Unschuldige sollen während des Dreißigjährigen Krieges dort ihr Leben verloren haben, laut Aussage von Helmut Dörholt aus Saffig. Die Toten verscharrte man hernach in den umliegenden Feldern.

Zur Erinnerung wurde ein aus Basalt gehauener Löffelstein errichtet, der einige Jahrhunderte überdauerte. Doch während des Bimsabbaus in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dieser entfernt, sollte aber nach der Kultivierung der Felder wieder aufgestellt werden. Doch da war das Flurdenkmal nicht mehr auffindbar.

Standort für den Nischenstock

Leider konnte der ehemalige Standort auf dem Saffiger Berg nicht mehr genau ermittelt werden. Doch ein überaus positives Gespräch mit Landwirt Karl Zilgen ermöglichte es, dass der Nischenstock unweit von der Kreuzung Saffiger - Bassenheimer Weg aufgestellt werden konnte. Die Mitglieder der „Kettiger Heimatkundler“ hatten es sich zur Aufgabe gemacht, den seit ca. 70 Jahren abhandengekommenen geschichtlichen Zeitzeugen auf dem Saffiger Berg als Duplikat wieder aufzustellen. Großzügig spendeten die Kreissparkasse Koblenz, die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel, die Bürgerstiftung der Verbandsgemeinde Weißenthurm die Ortsgemeinde Kettig und die Mitglieder der Kettiger Heimatkundler. Ein Dank galt dem Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Peter Moskopp und ebenso allen Helfern: Ottwin Windheuser, Norbert Weiler, Oliver Hartmann, Werner Nallin, Manfred Breuer, Hermann Kronewald und Gerhard Elingshäuser. Eine Einsegnung kann leider durch die zur Zeit grassierende Corona-Pandemie nicht erfolgen.

Pressemitteilung der

Kettiger Heimatkundler

Fertigstellung des Nischenstocks.

Fertigstellung des Nischenstocks.

Aufbau des „Löffels“.Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Lampionfest in Weißenthurm
Heimat aktiv erleben
Saison Deals
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Juni 2026
Innovatives rund um Andernach
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 - -RhS_BA KW25
Empfohlene Artikel
Bei der symbolischen Durchschneidung des „Roten Bandes“.  Foto: WTE
97

Ahrtal/Marienthal. Groß war der Andrang bei der offiziellen Einweihung des neuen Radweges zwischen Walporzheim und Mayschoß oberhalb von Marienthal auf dem Gelände der Firma Weiss. Stefan Schmitt, Leiter des Projektbüros „Wiederaufbau Ahrtal“ Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, konnte hierzu - neben zahlreichen Offiziellen - viele Radfahrer/Inen sowie etliche Mandaträger/Innen und Radfahrgruppen,...

Weiterlesen

Die Ehlinger Straße in Heimersheim.  Foto: ROB
162

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der Kalenderwoche 26 vom 22. bis 28. Juni 2026 plant die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Erhöhung der Verkehrssicherheit mobile Geschwindigkeitskontrollen. Die Messungen sollen im Stadtteil Heimersheim in der Ehlinger Straße sowie im Stadtteil Ramersbach in der Mayener Straße stattfinden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
985

Die Lage hat sich verbessert, aber dennoch soll weiter Wasser gespart werden.

22.06.: Neue Informationen zur Trinkwasserversorgung in Remagen

Remagen. Am Sonntag, den 21. Juni 2026, wurde im Stadtgebiet Remagen ein außergewöhnlich hoher Wasserverbrauch festgestellt. Neben einer insgesamt deutlich erhöhten Wasserabnahme wurden in einzelnen Versorgungsbereichen extreme Entnahmespitzen registriert, die die üblichen Verbrauchswerte vergleichbarer Sommerperioden erheblich überschritten. Ein leichter Trend zeichnete sich bereits am 19. und 20....

Weiterlesen