Allgemeine Berichte | 28.10.2022

7. QiD-Fachtagung bringt Kita-Erzieher aus dem Kreis Neuwied zusammen

Das Kindeswohl steht im Zentrum

Fachvorträge zum Thema „Kinderschutz“

Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des „Instituts für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit“ (IBEB) haben die 7. QID-Fachtagung organisiert. Auf dem Bild sind zu sehen: Prof. Dr. Kathinka Beckmann (Referentin), Landrat Achim Hallerbach, Christina Mehler, Daniela Kiefer, Nicole Bauer und Barbara Keller (alle Kreisverwaltung), Lara Schindler, Sylvia Herzog, Anita Meyer, Lara Sielaff, Leonie Dortschy, Christine Gottbehüt und Simone Gehrmann (alle IBEB) sowie Bettina Ferber und Christina Bode (Evangelische Jugendhilfe Oberbieber). Foto: Kreisverwaltung Neuwied

Kreis Neuwied. 66 Kitas mit rund 5600 Plätzen gibt es im Bezirk des Neuwieder Kreisjugendamtes. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Einrichtungen leisten tolle Arbeit. Ihr eigener Ehrgeiz und das Ziel der Verantwortlichen in der Kreisverwaltung um Landrat Achim Hallerbach ist es dennoch, diese Arbeit beständig weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist das Programm „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ (QiD), das vom „Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit“ (IBEB) an der Hochschule Koblenz initiiert ist und für das sich mittlerweile die meisten Kitas im Kreis zertifiziert haben. In dessen Rahmen kamen kürzlich zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher in der Kurtscheider Wiedhöhenhalle zur 7. QID-Fachtagung zusammen. Zentrales Thema war dieses Mal der Kinderschutz.

„Unser Kreisjugendamt unterhält mittlerweile bereits tagsüber einen eigenen sog. Gefährdungsdienst, in dem sich mehrere Fachkräfte unseres Jugendamtes ausschließlich mit der Prüfung von Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung beschäftigen. Außerdem ist das Kreisjugendamt an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar“, gab Landrat Achim Hallerbach in seiner Begrüßung zwei Beispiele für die Arbeit der Kollegen.

Prof. Dr. Kathinka Beckmann von der Hochschule Koblenz referierte zu den „Rollen im Kinderschutz“. Sie erläuterte dabei sehr praxisorientiert die Herausforderungen für Erzieher, Eltern und Kita-Träger. „Kinderschutz kennt keine Graubereiche. Kinderschutz erfordert klare Erkenntnisse, Baugefühl und Erfahrungen“, machte sie deutlich und berichtete, dass das „Hellfeld“ im vergangenen Jahr rund 61.500 Fälle erfasst worden sind, in denen Kinder Opfer von Gewalt wurden: 145 getötete Kinder, 4465 misshandelte Kinder, 17.704 Opfer sexueller Gewalt und 39.171 Fälle von sexueller Ausbeutung durch Bildmaterial. „Diese Zahlen sind erschreckend. Frühwarnsysteme in Kitas aufbauen und offensiv mit Merkmalen von Kindesmissbrauch umgehen: Das ist eine Pflichtaufgabe für den Kita-Träger. Kindeswohl und Kinderschutz sind unsere zentralen Themen“, kommentierte Landrat Achim Hallerbach.

In Vertretung von Jugendamtsleiter Jürgen Ullrich referierte Netzwerkkoordinatorin Daniela Kiefer anschließend über die Organisation des Kinderschutzes im Kreis Neuwied. Sie machte darauf aufmerksam, dass die Kitas bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung immer eine erfahrene Fachkraft zur Beratung hinzuziehen muss. Im Kreis Neuwied sind Mitarbeiterinnen der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Oberbieber dafür richtig. Anschließend werde - wenn möglich unter Einbeziehung der Eltern und des Kindes - ein Schutzplan erstellt und auf die Inanspruchnahme von Hilfen hingewirkt. Sollte dies nicht funktionieren oder sich der Verdacht erhärten, erfolge eine Meldung an das Kreis-Jugendamt, wo der „ASD“ (Allgemeine Soziale Dienst) dann den Schutzauftrag übernimmt. Er ist telefonisch immer erreichbar.

Zum Abschluss der QID-Fachtagung bearbeiteten die Teilnehmerinnen dann noch in fünf Workshops jeweils zusammen mit einem Moderator vom IBEB echte Fälle von Kindeswohlgefährdung. Dabei stellten sie fest, dass es nicht nur den einen richtigen Weg gibt. Essentiell sind aber immer die kollegiale Beratung und die Perspektivenvielfalt bei der Wahrnehmung von Anhaltspunkten der Kindeswohlgefährdung, so das Fazit.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des „Instituts für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit“ (IBEB) haben die 7. QID-Fachtagung organisiert. Auf dem Bild sind zu sehen: Prof. Dr. Kathinka Beckmann (Referentin), Landrat Achim Hallerbach, Christina Mehler, Daniela Kiefer, Nicole Bauer und Barbara Keller (alle Kreisverwaltung), Lara Schindler, Sylvia Herzog, Anita Meyer, Lara Sielaff, Leonie Dortschy, Christine Gottbehüt und Simone Gehrmann (alle IBEB) sowie Bettina Ferber und Christina Bode (Evangelische Jugendhilfe Oberbieber). Foto: Kreisverwaltung Neuwied

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Sinziger Kirmes
Sinziger Kirmes
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0468#
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
71

Rheinland-Pfalz. Die Gefahr, nach einem Mücken- oder Zeckenstich krank zu werden, ist in Rheinland-Pfalz angestiegen. Zu diesem Schluss kommt das Landesuntersuchungsamt (LUA) in seiner Bilanz zur Infektionsprävention für das Jahr 2025. Angetrieben wird diese Entwicklung durch die spürbaren Veränderungen des Klimas und die zunehmende Mobilität der Menschen. Dadurch steigt auch das Vorkommen von Krankheitserregern und Überträgerorganismen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Bunte Kuh in Walporzheim. Foto: ROB
792

Manchmal braucht es nur ein wenig Fantasie. Wer im Ahrtal bei Walporzheim den Blick nach oben richtet, entdeckt hoch über der Rotweinstraße einen Felsen, der aussieht, als würde eine Kuh den Kopf in den Himmel strecken und laut muhen. Willkommen bei der Bunten Kuh, einem der bekanntesten Wahrzeichen des Ahrtals. Ja, diese Geschichte ist natürlich verlockend. Aber egal, wie sehr der geneigte Betrachter den Hals auch dreht: Diese Kuh sieht gar nicht mal so rindsmäßig aus.

Weiterlesen

v.l.n.r. David Gerdewischke (VULKAN), Petra Schumacher (KO-Touristik), Tabassom Torakai (VULKAN), Sabrina Hattel (VULKAN), Jan Moryson (KO-Touristik), Yvonne Vilela (VULKAN) bei der Festivaleröffnung Foto: VULKAN Brauerei
1221

Regionale Partnerschaft erfolgreich abgeschlossen

VULKAN Brauerei zieht Bilanz nach Weinfestival Koblenz

Mendig/Koblenz. Mit dem Abschluss des Weinfestivals Koblenz ist ein beliebtes Kulturformat der Region für dieses Jahr zu Ende gegangen. Erstmals war die VULKAN Brauerei aus Mendig als exklusiver Bierpartner Teil der Veranstaltungsreihe und ergänzte das Angebot an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Koblenzer Innenstadt. Das Weinfestival fand vom 8. Mai bis 11. Juli statt und lud Besucherinnen...

Von Yvonne Vilela aus Mendig

Weiterlesen