Allgemeine Berichte | 09.08.2024

Blauzungenkrankheit: Tierseuche in bislang 38 Betrieben nachgewiesen

Deutlich gestiegene Zahl toter Wiederkäuer

Schafe zeigen etwa sieben bis acht Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung.  Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis. Die Blauzungenkrankheit hat bislang im Rhein-Sieg-Kreis vermutlich zu hunderten toten Tieren geführt. „Eine konkrete Zahl lässt sich zwar nicht benennen, aber anhand der Vergleichswerte zum Vorjahreszeitraum wird deutlich, dass das vom Kreis beauftragte Tierkörperbeseitigungsunternehmen 2024 deutlich mehr tote Tiere abholen muss“, sagt Dr. Johannes Westarp, Leiter des Veterinäramtes des Rhein-Sieg-Kreises. Ursachen für das Verenden von Tieren werden zwar nicht untersucht und erfasst, dennoch fällt die im Vergleich zum Vorjahr, als es die Erkrankung bei Tieren im Kreis nicht gab, deutlich gestiegene Zahl toter Wiederkäuer auf:

Während in der Zeit zwischen dem 1. Juli 2023 und dem 7. August 2023 44 Schafe, 5 Ziegen und 199 Rinder vom Tierkörperbeseitigungsunternehmen abgeholt wurden, so sind es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 218 Schafe, 17 Ziegen und 308 Rinder.

„Der deutliche Anstieg verendeter oder euthanasierter Wiederkäuer lässt durchaus Rückschlüsse auf die Blauzungenkrankheit zu, auch wenn die toten Tiere nicht auf die Erkrankung hin überprüft werden“, so Dr. Johannes Westarp.

Im ganzen Kreisgebiet ist die Blauzungenkrankheit in 38 Betrieben nachgewiesen, weitere 17 werden als „Verdachtsfall“ derzeit geprüft.

Am 12. Juli 2024 wurde das Blauzungenvirus des Serotyps 3 (BTV 3) das erste Mal in einem Rinder- und Schafbestand im Rhein-Sieg-Kreis nachgewiesen.

„Betriebe, sowie Tierhalterinnen und Tierhalter, die Krankheitssymptome an ihren Tieren feststellen, die auf die Blauzungenkrankheit hindeuten, sind verpflichtet, dies dem Veterinäramt des Kreises zu melden“, sagt der Leiter des Kreisveterinäramtes. Bis zur Abklärung durch die Entnahme und Untersuchung von Blutproben, dürfen keine Tiere mehr in andere Betriebe transportiert werden. Übertragen wird die Krankheit durch kleine Stechmücken („Gnitzen“).

Seit Kurzem stehen drei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, um Blauzungenvirus empfängliche Tierarten impfen zu lassen. Eine Beihilfe zur Impfung kann bei der Landwirtschaftskammer beantragt werden. Zusätzlich können die Tiere mit sogenannten Repellentien behandelt werden, damit sie gegen den Befall durch Gnitzen geschützt sind.

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung der Wiederkäuer, die je nach Serotyp unterschiedliche klinische Ausprägungen verursacht. Der momentan auftretende Serotyp 3 führt zu ausgeprägten Symptomen und endet vor allem für Schafe und Ziegen oft tödlich.

Schafe zeigen etwa sieben bis acht Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung: erhöhte Körpertemperatur, Apathie und Absonderung von der Herde. Bald nach dem Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an, wird blau und kann aus dem Maul hängen. Die klinischen Symptome bei Rindern sind von der Art her ähnlich, aber in der Regel weit weniger ausgeprägt. Wirtschaftliche Verluste in den betroffenen Betrieben können dennoch beträchtlich sein.

Weitere Informationen für Halterinnen und Halter von Schafen, Rindern und Ziegen gibt es unter rhein-sieg-kreis.de/blauzungenkrankheit. Pressemitteilung Rhein-Sieg-Kreis

Es kommt bei den Tieren zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul.  Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

Es kommt bei den Tieren zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

Schafe zeigen etwa sieben bis acht Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung. Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

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