Verspätete Jubiläumsevents der VOR-TOUR der Hoffnung ergaben eine hohe Spendensumme
Fast 561.000 Euro für krebskranke Kinder
120 Radsportler fuhren 133 Kilometer durch den Kreis Neuwied und stoppten bei Fischzucht Weller in Niederbieber
Niederbieber/Kreis Neuwied. „Wir wurden Corona-bedingt ausgebremst“, klagte Jürgen Grünwald, Initiator und Organisator der VOR-TOUR der Hoffnung beim Stopp der etwa 120 Radler in Niederbieber. Dennoch hat sich die 25. VOR-TOUR der Hoffnung für kranke Kinder gelohnt: Fast 561.000 Euro kamen zusammen durch die Events in diesem Jahr. Dabei waren die 360 Kilometer, die die 120 Radfahrer an drei Tagen zurücklegten die Hauptaktion.
1996 gründete Jürgen Grünwald, bis 2015 Geschäftsführer des Hotels zur Post in Waldbreitbach und zuvor Verkehrsdirektor in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die VOR-TOUR der Hoffnung. Jürgen Grünwald und sein Freund Gregor Waldorf fuhren 1996 auf Rennrädern zum Start der Tour der Hoffnung nach Gießen, um dort einen Scheck zu überreichen. Aus diesem Prolog entwickelten beide dann die VOR-TOUR der Hoffnung, von der ein Teil des Spendenerlöses am Wochenende zum Schluss der großen Tour der Hoffnung in Fulda übergeben wurde. Der andere Teil geht an Hilfsvereine und -gruppen in der Region.
Die dreitägige Jubiläumsfahrt startete in Köln und endete auf dem Koblenzer Zentralplatz mit 120 Rennradfahrern. „Dieser Pulk hat sich die Jahre über ergeben“, erläuterte Jürgen Grünwald und weiter: „Die Teilnehmer müssen nicht nur eine Spende mitbringen, sondern auch einen Durchschnitt von 24 km/h im Pulk fahren können.“
Am ersten Tag ging es von Köln aus nach Bensberg, Troisdorf und Brühl und wieder zurück in die Domstadt. In Bonn startete am zweiten Tag die VOR-TOUR nach Bornheim und dann ging es über Rheinbach, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig, Bad Breisig nach Koblenz.
Am letzten Tag wurde in Koblenz begonnen und es ging nach Niederbieber, Waldbreitbach, Neustadt, Buchholz und zum Schloss Engers, um dann in Koblenz den Abschluss zu feiern. An den 26 Haltepunkten hatten sich die lokalen Protagonisten einiges an Show und Unterhaltung einfallen lassen. So auch bei Fischzucht Weller in Niederbieber. Empfangen wurde das VOR-TOUR-Team von vielen Bürgern und lustiger Musik vom „Dorfkind“ Daniel Koch aus Melsbach. Und schon trat Jürgen Grünwald als Moderator auf, interviewte das Gastgeberpaar Burkhard und Laura Weller und plauderte dann noch mit bekannten Sportlern, Politikern und Prominenten. Darunter waren Landrat Achim Hallerbach, Landtagspräsident Hendrik Hering sowie die ehemalige Deutsche Weinprinzessin Laura Lahm und einige ehemalige Welt- und Europameister und Medaillengewinner.
Hintergrund war ja das Sammeln von Spenden und so übergab Dr. Hermann-Josef Richard, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuwied, gemeinsam mit Achim Hallerbach einen Scheck über 5000 Euro. Das Ehepaar Weller überreichte einen Scheck über 3600 Euro. Aber auch die vielen Gäste warfen einiges in Sparschwein, das man rundgehen ließ oder kauften Obst oder Getränke, ließen ihre Kinder schminken oder erwarben Artikel an den Ständen der Vereine ambulantes Hospiz oder des Kinderschutzbunds Kreis Neuwied. Übrigens: Diese beiden Vereine erhielten bereits im Frühjahr Geld von der VOR-TOUR der Hoffnung, die auch ohne Radtour im vergangenen Jahr rund 420 000 Euro eingesammelt hatten.
In Stadt und Kreis Neuwied gingen Spenden an: Der bunte Kreis Mittelrhein, Neuwied, 12.500 Euro (Hilfe für Familien mit Frühgeborenen, schwerst- und chronisch kranken Kindern), Kinderschutzbund Kreisverband Neuwied, 10.000 Euro (Nummer gegen Kummer), Ambulantes Hospiz Neuwied, 10.000 Euro (Begleitung von trauernden Kindern) und Verein Benefitz, Neuwied, 5000 Euro (wir helfen Kindern).
Nach 50 Minuten Aufenthalt bei Fischzucht Weller startete die VOR-TOUR der Hoffnung, begleitet von Polizeimotorrädern und Fahrzeug mit Blaulicht, nach Waldbreitbach.
HEP
Jürgen Grünwald Mitte interviewte das Gastgeberehepaar Burkhard und Laura Weller.
Beim VOR-TOUR-Empfang begeisterte ein Clown Jung und Alt.
Viele Spender und Prominente drängten sich auf der VOR TOUR-Bühne. Fotos: HEP
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