Ferien an der Ostsee für Flutopfer

Gastgeber stellen Ferienwohnungen kostenlos zur Verfügung

Gastgeber stellen Ferienwohnungen kostenlos zur Verfügung

Der Hafen von Wismar.Foto: Pixabay/Matthias Lemm

17.09.2021 - 12:45

Wismar/Bad Neuenahr-Ahrweiler. Betroffenen des Hochwassers in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Auszeit ermöglichen – das wollen Wolfgang Drevs und Martin Schmidt. Beide haben als Organisatoren der ehemaligen Ahrtal-Schau einige Jahre in Bad Neuenahr-Ahrweiler gearbeitet und kennen sich deshalb in der Region bestens aus. Hier haben sie Freunde gefunden und nehmen nun großen Anteil am Schicksal der von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen. “Es ist uns eine Herzensangelegenheit, zu helfen. Über viele Jahre ist uns selbst große Unterstützung zuteil geworden. Jetzt möchten wir etwas zurückgeben„, sagt Wolfgang Drevs. Deshalb haben sie Gastgeber aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg dazu aufgerufen, Familien aus Bad Neuenahr kostenlose Erholungsaufenthalte zu schenken.


Die Hilfsbereitschaft sei groß, sagt Wolfgang Drevs. Auf ihren Aufruf in der lokalen Presse haben sich bis heute 17 Gastgeber gemeldet. Sie wollen ihre Ferienwohnungen und Ferienhäuser im Zeitraum vom 11. bis 22. Oktober und bis in den November hinein kostenlos zur Verfügung stellen.

Frank Mooren ist beispielsweise einer von ihnen. Der 57-Jährige möchte Familien in sein Gutshaus in Hof Redentin einladen, das sehr idyllisch inmitten einer schönen Natur, nordöstlich von Wismar und quasi gegenüber der Insel Poel liegt.

Wolfgang Drevs und Martin Schmidt sei natürlich bewusst, dass die Menschen jetzt andere Sorgen haben, als ihren nächsten Urlaub zu planen. Wenn das eigene Heim zerstört ist, wenn die Flut wirklich alles und jedes Foto, jede Urlaubserinnerung weggespült hat, dann stehen Menschen vor einem kompletten Neuanfang. Das wissen sie. “Aber die Leute sollen mal rauskommen und abschalten. Einige sorgenfreie Tage können vielleicht helfen, das Erlebte zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen„, sagt Drevs.

Der Hin- und Rücktransport mit dem Bus ist größtenteils abgesichert. Die Kosten dafür übernimmt die Firma Das AgenturHaus GmbH, verantwortlich für die bundesweit etablierten LebensArt-Ausstellungen, dessen Geschäftsführer Martin Schmidt ist. “Wer die Chance hat, sollte aber seine Anreise selbst organisieren„, verweist Wolfgang Drevs vorsorglich auf die begrenzten Buskapazitäten. Den Gästen vor Ort wollen die Firmen Joyride Autovermietung Wismar und die Autocenter Wismar GmbH während ihres Aufenthaltes Autos zur Verfügung stellen. Andere Unterstützer organisieren Abendessen und Freizeitaktivitäten.

Auch der Wismarer Verein “Licht am Horizont„ hat konkrete Hilfe, vor allem für Kinder, angeboten. “Wir werden sehen, wie vielen Familien wir hier einen Aufenthalt ermöglichen können„, sagt Wolfgang Drevs. Die Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen an der Ahr sei jedenfalls bewegend.

Nun gehe es darum, diese Leute auch zu erreichen. Mit einer entsprechenden Bescheinigung, die die Gemeinde vor Ort ausstellt, können sich Familien aus Bad Neuenahr-Ahrweiler direkt bei Wolfgang Drevs per E-Mail an w.drevs@web.de melden. Er koordiniert die Aktion und nimmt anschließend Kontakt zu den Familien auf.

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Kommentare
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Manfred Jackl:
Was soll bitte der Negative Kommentar Hr/Fr Friedrich? Waren sie schon vor Ort und haben Sie es in Augenschein genommen? Anstatt dieses Engagement zu würdigen, fällt Ihnen nichts besseres ein, als es mies zu machen! Ich freue mich für die Senioren, dass diesen eine solche Möglichkeit geboten wird....
juergen mueller:
Ich bin auch dafür, dass unsere Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, eine Vergangenheit u. deren Vergessen, an die wir wohl ein Leben lang immer wieder erinnert werden u. mit uns Generationen. Doch das sollte Grenzen haben, da es, wie andere Geschehnisse, zur deutschen Geschichte gehört, wie...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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