Allgemeine Berichte | 02.08.2021

TV-Moderator hilft Hochwassergeschädigten

Günther Jauch unterstützt Ahrwinzer

Günther Jauch. Foto: Weingut Von Othegraven

Kreis Ahrweiler.Der TV-Moderator Günther Jauch ist sicherlich eine der prominentesten Personen der deutschen Fernsehlandschaft. Weniger bekannt ist jedoch, dass sich Jauch auch als Winzer betätigt und ein Weingut in Kanzem an der Saar namens „Von Othegraven“ betreibt. Angesichts der Hochwasserkatastrophe zeigt sich der Moderator solidarisch: Alle August-Erlöse der Weinverkäufe des Weinguts kommen den flutgeschädigten Winzer an der Ahr zu Gute. Über die Hilfsmaßnahme sich unterhielt Jauch mit BLICK aktuell.

BLICK aktuell: Sie sind nicht nur ein bekannter TV-Moderator, sondern auch passionierter Winzer. Woher rührt diese Leidenschaft zum Wein?

Günther Jauch: Seit 1805 befindet sich das Weingut von Othegraven in unserer Familie. Meine Großmutter ist eine geborene von Othegraven. Als Kind war ich in den Sommerferien sehr oft dort an der Saar in der Nähe von Trier. Vor elf Jahren konnte ich dieses Weingut wieder in unsere direkte Familienlinie zurückkaufen. Meine Frau und ich betreiben es jetzt in 7. Generation.

BLICK aktuell: Mit dem Ahrtal wurde eine berühmte Weinregion Opfer einer Hochwasserkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Bilder sehen?

Jauch: Wir haben wenige Tage nach der Katastrophe eine Abordnung aus unserem Weingut an die Ahr geschickt, um dort in den Weinbergen zu helfen. Das ist für die Winzer momentan sehr wichtig, um wenigstens die diesjährige Ernte zu retten. Vielen von ihnen hat es ja alle Maschinen und Geräte weggeschwemmt.

BLICK aktuell: Als Resultat haben Sie eine besondere Aktion ins Leben gerufen: Alle August-Bestellungen beim Weingut Von Othegraven kommen der Hochwasserhilfe zu Gute. Wie kamen Sie auf die Idee und wo genau sollen die Spenden landen?

Jauch: Wir haben schon an der Saar gelernt, dass Winzer in der Not sehr stark zusammenhalten. Wenn einem das Gerät kaputt geht, hilft sofort der Nachbar aus. Wenn ein Winzer besonders von Hagel getroffen wurde, greifen ihm die anderen, die mehr Glück hatten, unter die Arme. Durch die Abhängigkeit von der Natur gibt es in der Landwirtschaft öfter Notlagen als in anderen Branchen.

Deshalb war es für meine Frau und mich klar, dass wir schnell und effektiv helfen wollen. Alle privaten Bestellungen im August gehen einschließlich Mehrwertsteuer und Verpackungskosten ohne jeden Abzug an die betroffenen Winzer an der Ahr. Wir werden das Geld der Aktion „Der Adler hilft“ des Verbandes der Deutschen Prädikatsweingüter, dem wir selbst angehören, zukommen lassen. Dort weiß man am besten, wo die Not am größten ist.

Das Interview führte

Daniel Robbel

Günther Jauch. Foto: Weingut Von Othegraven

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
rund ums Auto
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Zukunft trifft Tradition KW 26
Andernach schmeckt
Verkäufer scheitern am Kaufpreis
Angebotsanzeige (Juni)
kostenfreie Anzeige
Empfohlene Artikel
Mitten in der Altstadt von Koblenz, dort wo Touristen und Einheimische gerne stehen bleiben, steht er: der Schängelbrunnen.
40

Koblenz. Seit 1941 plätschert er auf dem Willi-Hörter-Platz in der Altstadt vor sich hin. Oder besser gesagt: er spuckt sich tapfer durch die Jahrzehnte. Dieser Brunnen ist aber kein stilles Wasserspiel, sondern wie ein echter Koblenzer ein wahres Original. Original: frech, unbeeindruckt und leicht verschmitzt. Lesen Sie den kompletten Artikel im BLICK aktuell-RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Mit dem 1. Juli 2026 endete eine prägende Ära am St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach.
142

Andernach. Nach vielen Jahren engagierter und vorausschauender Arbeit verabschiedete sich Geschäftsführerin Cornelia Kaltenborn in den Ruhestand. Sie hinterlässt einen modernen Gesundheitscampus, der wirtschaftlich solide aufgestellt ist und sich den Herausforderungen eines sich tiefgreifend wandelnden Gesundheitswesens mit einer klaren Zukunftsstrategie stellt. Lesen Sie den kompletten Artikel im BLICK aktuell-RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Bürgermeister Andreas Geron (l.) gratulierte Darja Kozlenko zum erfolgreichen Abschluss ihres Studiums.
144

Sinzig. Ende Juni konnte Bürgermeister Andreas Geron Frau Darja Kozlenko zum Abschluss ihres Dualen Studiums für das 3. Einstiegsamt gratulieren. In dem dreijährigen Studium hatte Frau Kozlenko Theoriephasen an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen und Praxisphasen bei der Stadtverwaltung Sinzig durchlaufen. Von 2019 bis 2022 hatte Frau Kozlenko bereits eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten...

Von Stadtverwaltung Sinzig aus Sinzig

Weiterlesen

Elmar Lersch (l.) Vorsitzender des MIT Kreisverband Ahrweiler und Detlef Odenkirchen, stellv. Vorsitzender MIT-Kreisverband Ahrweiler und Vorsitzender des MIT-Bezirksverbands Koblenz Montabaur, machen sich Sorgen über das Vorhaben der Reformpolitik im Land. Sind diese berechtigt?
542

Lersch/Odenkirchen: „Die Abschaffung von Minijobs schafft keine bessere, sondern vernichtet niederschwellige, legale und abgesicherte Beschäftigung.

MIT zur geplanten Mini-Job-Abschaffung: „Wer mitarbeiten will, wird bestraft!“

Kreis Ahrweiler. Für den deutschen Mittelstand sind Minijobs ein essenzielles Instrument der flexiblen Personalplanung. Sie ermöglichen es den Unternehmen, kurzfristige Auftragsspitzen abzudecken, ohne langfristige Fixkosten aufzubauen. In Branchen wie der Gastronomie, im Handel oder im Handwerk sichern diese flexiblen Aushilfen oft die Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Mittelstand im Kreis Ahrweiler wäre eine solche Entscheidung fatal.

Von Detlef Odenkirchen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen