Spenden könnten Regionalenzyklopädie retten

Hochwasser: Dem AW-Wiki droht der Untergang

02.08.2021 - 10:11

Kreis Ahrweiler. Das AW-Wiki ist ein Angebot an alle diejenigen, die solide unabhängige Informationen zu Geschichte und Kultur des Kreises Ahrweiler suchen. Indem es über das Smartphone abrufbar ist, soll es insbesondere auch junge Leute ansprechen und ihnen den Gedanken von Heimat näher bringen. Die Wirtschaft der Region haben die Betreiber ebenfalls im Blick. Denn es gilt erwiesen, dass Regionalwikis auch ein Stück regionale Wirtschaftsförderung leisten, etwa indem sie die Sichtbarkeit der Unternehmen der Region im Internet verbessern.


Das AW-Wiki versteht sich als kollektives Gedächtnis unserer Region, als Ergänzung zu ihrer Tages- und Wochenpresse, zum Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler und zu den übrigen heimatkundlichen Schriften.

Seit seiner Gründung im September 2007 hat sich das AW-Wiki zum größten Regionalwiki Deutschlands entwickelt. Nach dem Wien- und dem Salzburg-Wiki Ist es mit seinen derzeit fast 30.000 Artikeln das drittgrößte derartige Wiki im deutschsprachigen Raum.

Diese Entwicklung ist den 1270 Nutzern zu verdanken, die sich im Laufe der Jahre als Mitautoren im AW-Wiki angemeldet und die eifrig am Aufbau der Inhalte mitgearbeitet haben. Zum Kernteam gehören Heike Resch (Community-Betreuung) und Wilfried Kluska (Ordnung/Strukturen), außerdem Werner Kathe, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs Bad Neuenahr-Ahrweiler, und Heinz Grates, der unermüdlich Fotos aus dem Kreis Ahrweiler hochlädt.

Nun ist das AW-Wiki durch die Hochkatastrophe vom Untergang bedroht. Im Gespräch mit BLICK aktuell erklärt AW-Wiki-Initiator Anton Simons aus Bad Bodendorf die Hintergründe und wie die Online-Enzyklopädie doch noch zu retten ist.

BLICK aktuell: Herr Simons, warum haben Sie das AW-Wiki vom Netz genommen?

Anton Simons: Seit das AW-Wiki im September 2007 online ging, habe ich die Kosten für Hosting, Administration, Softwarepflege und Datensicherung zum überwiegenden Teil privat übernommen. Außerdem habe ich täglich etwa fünf Stunden auf das Gegenchecken der Änderungen verwendet, die im AW-Wiki vorgenommen wurden, also aufs Auswerten der regionalen Tages- und Wochenpresse und neu erscheinender heimatkundlicher Bücher sowie die Betreuung der Community. Das Ahr-Hochwasser vom 14./15. Juli hat jedoch bei meiner Familie und mir einen derart hohen wirtschaftlichen Schaden angerichtet, dass ich diese Zeit- und Geldressourcen leider nicht mehr zur Verfügung stellen kann.

BLICK aktuell: Wie kann das AW-Wiki gerettet werden?

Simons: Was Hosting, Administration, Softwarepflege und Datensicherung betrifft, haben wir in den vergangenen Tagen mehrere interessante Angebote erhalten. Die Herausforderung besteht nun darin, den weiteren inhaltlichen Aufbau des AW-Wikis zu stemmen. Außerdem suchen wir auf lange Sicht ein Medienunternehmen, einen Verein oder eine Stiftung als neuen Träger.

BLICK aktuell: Wie können sich unsere Leserinnen und Leser aktiv an der Rettung des AW-Wikis beteiligen?

Simons: Wir suchen Menschen mit Interesse an Heimatkunde und Internet, die Teilbereiche des AW-Wiki redaktionell betreuen – zum Beispiel den Karneval, Sport/Fußball, den Nürburgring, Bauwerke/Architektur, Leute und die Eisenbahnen im Kreis Ahrweiler, also linke Rheinstrecke-, Ahrtalbahn und Brohltal-Express. Um das AW-Wiki zu retten, haben wir außerdem eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Spendenkonto:

Kreissparkasse Ahrweiler,

IBAN DE48 5775 1310 1000 1940 25,

Stichwort: „Rettet das AW-Wiki“ Kontoinhaber Anton Simons

Paypal-Konto: paypal.me/awwiki

Kontakt:

kreisahrweiler.wiki@gmail.com

Das Interview

führte Daniel Robbel

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Kommentare
S. Schmidt:
Diskriminierung erleben heute in Deutschland wieder Menschen die nicht gegen eine Erkrankung an COVID-19 geimpft sind, ebenfalls wird ihnen das Leben schwer gemacht, bis hin zur Unmöglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben oder dem Einkauf, siehe Ausweitung der sogenannten 2G Regeln!...
juergen mueller:
Gute Nacht Politik Koblenz - schlaft gut und vor allem träumt weiter von einem Einstieg in die Elektromobilität, der eh nicht zu Ende gedacht wurde....
P. Van der Land :
Unfassbar, welches Gremium der Ahnungslosen hat diesen Unfug entschieden? ...
S. Schmidt:
"In Friedenszeiten ersetzt die Verwaltung den Feind", in diesem Spruch liegt viel Wahrheit!...
Gerda Nehls:
Da der Nabu strickt gegen das Aufräumen war und ist, sollte der Nabu jetzt mal einen Teil der verursachten Schäden/ Kosten übernehmen. Treibgut war in erster Linie eben altes liegengelassenes Gehölz/ Bäume, nicht gemähte Ufer usw. Jetzt unterschreiben lassen, dass sie für die Zukunft für die Schäden...
 
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