Allgemeine Berichte | 15.11.2022

Maßnahmen sind Teil des Naturschutzgroßprojekts Obere Ahr-Hocheifel

Hochwasservorsorge: Bauarbeiten an der Oberahr starten

Im Bereich der Ortsgemeinde Müsch wird die bislang größte Wasserbaumaßnahme im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel gestartet.  Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

Müsch. Die verheerende Flutkatastrophe des letzten Jahres hat deutlich gemacht, wie wichtig eine natürliche und raumgebende Gestaltung von Fließgewässern ist. Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Obere Ahr-Hocheifel wird dieses Ziel bereits seit 15 Jahren verfolgt. Im Bereich der Ortsgemeinde Müsch wird gerade die bislang größte Wasserbaumaßnahme des Projekts gestartet. Das teilt die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Ahrweiler mit. Sowohl im Unterlauf des Trierbachs als auch in dem daran angrenzenden Ahrabschnitt wird den Gewässern wieder mehr Raum gegeben und durch gezielte Eingriffe die Entwicklung naturnaher Gewässerstrukturen angestoßen.

Gleichzeitig werden ahrabwärts in Dümpelfeld Altarmstrukturen angelegt. Die Baumaßnahmen führen zu einer höheren Strukturvielfalt und damit zu einer größeren Artenvielfalt in den Flussläufen. Außerdem bremsen sie den Abfluss und tragen damit nicht nur zum Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern auch zur Hochwasservorsorge bei. Der Trierbach ist der größte Nebenbach der Ahr und vergleichsweise gut strukturiert. So wie die meisten Mittelgebirgsbäche wurde aber auch der Trierbach durch künstliche Uferbefestigungen zunehmend eingeengt. Dadurch hat sich seine Fließgeschwindigkeit erhöht, sodass an Engpässen häufiger Wasser über die Ufer gedrückt wird. Bei den extremen Starkregenereignissen im Juni 2016 und im Juli 2021 wurden in Müsch jeweils große Teile des Dorfs überflutet, beschädigt und zerstört.

Unmittelbar nach dem Hochwasserereignis von 2016 hat die Ortsgemeinde Müsch bereits damit begonnen, Hochwasservorsorgekonzepte zu entwickeln. Neben anderen Maßnahmen stellte die Ortsgemeinde eigene Ufergrundstücke zur Durchführung von Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Obere Ahr-Hocheifel zur Verfügung. Angrenzende Privateigentümer schlossen sich an, sodass im Sommer 2018 zunächst die Mündung des Trierbachs aufgeweitet und naturnah umgestaltet werden konnte. Durch die Rücknahme von künstlichen Befestigungen und Aufschüttungen wurde dem Bach wieder deutlich mehr Platz für den Abfluss eingeräumt. Außerdem wurden Strömungslenker und andere Strukturelemente eingebracht.

Nach Abschluss dieser Maßnahme wurde 2020 mit den Planungen für eine Erweiterung des Vorhabens in Müsch begonnen. Auf Anregung der Ortsgemeinde sollen nun auch auf dem an den Mündungsbereich angrenzenden Bachabschnitt umfangreiche Strukturverbesserungsmaßnahmen erfolgen. Der Bach wird auf einer Länge von zwei Kilometern von seinem künstlichen Korsett befreit und erheblich aufgeweitet, sodass er durch natürliche Laufverlagerungen wieder große Teile seiner ursprünglichen Aue einnehmen kann.

Neben dem Einbringen von Strukturelementen sind der Rückbau einer künstlichen Sohlschwelle, die Anlage eines großen Altarmgewässers sowie die Einbringung kleinräumiger Altarmstrukturen vorgesehen. Überschüssiges Erdmaterial wird in geringem Umfang am Rand der Talaue entlang der angrenzenden Bundesstraße eingebracht und soll dazu beizutragen, den Bach dort auch bei höheren Wasserständen länger in seinem breiteren Bachbett zu halten.

Auch an der Ahr gehen die Projektarbeiten weiter. Nachdem 2020 ein etwa 200 Meter langer Flussabschnitt in Antweiler aufgeweitet wurde, hat sich die für 2021 vorgesehene Wasserbaumaßnahme am Laufenbacher Hof bei der Flutkatastrophe weitgehend von selbst umgesetzt. Hier wurde durch die Gewalt der Wassermassen das Flussbett erheblich verbreitert und es haben sich zusätzliche Flussarme gebildet. Auch das vorhandene alte Wehr muss nicht mehr umgebaut werden, da es seit der Flut für wandernde Organismen durchgängig ist.

Die Projektmaßnahmen dienen dem Erhalt und der Wiederherstellung wertvoller Gewässerlebensräume. Außerdem sollen sie als Mosaiksteine umfassender Hochwasservorsorgekonzepte, bei denen das gesamte Wassereinzugsgebiet der Ahr betrachtet wird, auch zur Hochwasservorsorge beitragen.Pressemitteilung

der Kreisverwaltung Ahrweiler

Im Bereich der Ortsgemeinde Müsch wird die bislang größte Wasserbaumaßnahme im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel gestartet. Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Regionales aus Ihrem Hofladen
Kleinanzeige Heckenschnitt
2+1 Aktion
Rund ums Haus
Stellenanzeige Maschinenbediener
Empfohlene Artikel
So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald.
33

So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald. Aber wie gut, dass es die Kapelle am Heilborn gibt. Hier hat sich die Natur ihren Weg gebahnt und ein solider Baum wächst schnurstracks durchs Vordach. Offenbar hat dem Baum niemand erklärt, dass man normalerweise erst baut und dann pflanzt. Egal: Das Ergebnis ist jedenfalls spektakulär.

Weiterlesen

Weitere Artikel
(v.l.) Charlotte Jürgens (linke und rechte Hand) von Annette Bartsch (DSM-Direktorin)
1076

Bad Neuenahr. Ein sportlich erfolgreicher Turniertag fand seinen krönenden Abschluss bei einer besonderen Abendveranstaltung im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr. In stilvollem Ambiente kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Gäste sowie Organisatoren zusammen, um die besondere Atmosphäre des Turniers auch abseits der Tennisplätze zu genießen. Der Abend stand ganz im Zeichen regionaler Gastfreundschaft, langjähriger Verbundenheit und des gemeinsamen Blicks in eine erfolgreiche Zukunft des Turniers.

Von HTC Bad Neuenahr aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Mitglieder und Freunde des VdK Ortsverbandes Mayen.Tagesausflug nach Luxemburg.
211

Mayen. Der Sozialverband VdK zählt in der Stadt Mayen mittlerweile über 1.000 Mitglieder und ist damit einer der größten Sozialverbände vor Ort. Die kompetente Beratung und Unterstützung der Mitglieder durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VdK-Geschäftsstelle sowie eine engagierte Mitgliederbetreuung durch den Vorstand gehören zu den zentralen Aufgaben des Ortsverbandes.

Von Stefan Müller aus Mayen

Weiterlesen

Symbolbild.
245

Tragische Unfälle in Köln: Zwei Menschen erliegen Verletzungen

Seniorin und Mann sterben nach schweren Unfällen in Köln

Köln. Die Staatsanwaltschaft und Polizei Köln haben mitgeteilt, dass die 89-jährige Fußgängerin, die am 8. Juli in Köln-Westhoven von einer Stadtbahn erfasst wurde, am Freitagmorgen, dem 24. Juli, im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen ist.

Weiterlesen