Allgemeine Berichte | 13.03.2018, 13:40 Uhr

Sinziger Sozialdemokraten erkunden die Aussichten von Langzeitarbeitslosen

Jobcenter - Viel besser als ihr Ruf

SPD Sinzig und Bad Bodendorf besuchten das Jobcenter Bad Neuenahr. Wolfgang Seidenfuß
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Sinzig. Die Rahmenbedingungen sind gut: Die Wirtschaft blüht und sucht wieder Arbeitnehmer. Damit aber auch Langzeitarbeitslose wieder zurück zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung finden, reicht das allein nicht aus. Wie das erfolgversprechend angepackt werden kann, erfuhren die Sinziger Sozialdemokraten bei ihrem Besuch im Jobcenter Landkreis Ahrweiler von Geschäftsführer Daniel Stellmacher-Huck. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds wurde hier ein durch die Arbeitsministerin Andrea Nahles initiiertes Programm finanziert, das sich für alle Beteiligten lohnte. Die Arbeitssuchenden wurden intensiv – auch aufsuchend und nachsorgend – betreut. Beratung, Information, Motivation und Begleitung ebenso wie Hilfe bei der Problemlösung gehörten zu den Aufgaben der Coaches. Die Betriebe bekamen maßgeschneiderte Vermittlungsangebote und allmählich sinkende Lohnkostenzuschüsse sowie Ansprechpartner für die Problemlösung. Der Einsatz hat gefruchtet. In der Laufzeit des Programms von Mai 2015 bis Dezember 2017 gelangen 120 Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die betreuten Personen waren länger als 2 Jahre arbeitslos (33 davon sogar länger als 5 Jahre arbeitslos). Den Kosten für 2 Ansprechpartner für die Betriebe und 2 Beratern für die Arbeitssuchenden stehen Einsparungen bei der aktuellen Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) und den Kosten der Unterkunft gegenüber. Zusätzlich zahlen die vermittelten Personen künftig wieder in die Sozialkassen ein.

Ein großer Erfolg

Die Investitionen haben sich somit nicht nur für das Selbstwertgefühl und die Selbständigkeit der Betreuten, sondern auch wirtschaftlich für die Betriebe wie für den Staat und seine Sozialkassen gelohnt. Der Erfolg hat dazu angeregt, nach Auslaufen des Programms aus eigenen Mitteln das Projekt „Integrationslotse“ zu starten. Die Verringerung der Altersarmut durch Integration älterer Leistungsbezieher in Klein- und mittelständische Unternehmen sowie ein Bewusstseinswandel, der auf Umwandlung geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zielt, werden damit angestrebt. Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Menschen mit sogenannten Beschäftigungshemmnissen, die über 50 Jahre alt sind, sollen von Integrationslotsen intensiv betreut und in Beschäftigung gebracht werden. Das Ziel von 30 Integrationen je Betreuer im laufenden Jahr ist ehrgeizig, aber aufgrund der guten Erfahrungen und der guten Kontakte zu den Betrieben aus dem letztjährigen Programm auch realistisch. Die Besucher zeigten sich beeindruckt vom großen, auf die Situation der langjährig Arbeitssuchenden ausgerichteten Engagement der Mitarbeiter des Jobcenters Landkreis Ahrweiler. „Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass dieses gute Beispiel Schule macht. Das sind gute Aussichten für die Betroffenen“ so der Ausblick von Günter Martin und Dr. Axel Friedrich.

Pressemitteilung der SPD Sinzig5

SPD Sinzig und Bad Bodendorf besuchten das Jobcenter Bad Neuenahr. Foto: Wolfgang Seidenfuß

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