Allgemeine Berichte | 11.01.2024

Enttäuschung nach Krisengipfel

Kassenärztliche Vereinigung: Lauterbachs Maßnahmen gehen nicht weit genug

Symbolbild. Foto: Pixabay 

Mainz. Mit den Ergebnissen des gestrigen Krisengipfels zur ambulanten Versorgung, an dem auf Einladung von Gesundheitsminister Lauterbach Vertreterinnen und Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundesärztekammer, verschiedener Berufsverbände sowie des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen teilnahmen, zeigt sich die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) bei Weitem nicht zufrieden. Denn die geforderten konkreten Ergebnisse gibt es nicht. Vieles blieb vage und unverbindlich.

„Die von Herrn Lauterbach vorgestellten Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, aber auf keinen Fall weit genug“, sagt der Vorsitzende des Vorstands der KV RLP, Dr. Peter Heinz. „Sie fokussieren sich auf die Hausärzteschaft. Indem der Minister die Fachärztinnen und Fachärzte und die drängenden Probleme in diesem Bereich außen vorlässt, versucht er die Ärzteschaft zu spalten.“

Das von Lauterbach vorgelegte Reformpaket sieht unter anderem vor, die Hausärztinnen und Hausärzte schnellstmöglich zu entbudgetieren und für sie eine jahresbezogene Versorgungspauschale für chronisch kranke Erwachsene einzuführen. Außerdem sagte der Minister zu, die Regresse weitgehend abzuschaffen.

Entbudgetierung aller Fachgruppen muss kommen

„Wir fordern weiterhin die Entbugetierung aller Fachgruppen. Sie muss auch für die Fachärztinnen und Fachärzte rasch folgen“, machte der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der KV RLP, Dr. Andreas Bartels, deutlich. „Die Niedergelassenen haben sowohl bei unseren Protestaktionen unter dem Titel ‚WIR SEHEN SCHWARZ.‚ als auch bei weiteren, unter anderem bundesweiten Aktivitäten stets große Geschlossenheit gezeigt. Die Probleme betreffen alle Praxen, nicht nur die hausärztlichen.“ Darauf solle auch in Zukunft das Hauptaugenmerk liegen, so Dr. Bartels. Denn Lauterbachs Versprechungen wie Entbürokratisierungen, Regressfreiheit und Entbudgetierung müssten für die gesamte ambulante Versorgung gelten.

„Offensichtlich wurden Probleme psychotherapeutischer Praxen gar nicht erst thematisiert – Lauterbach hat noch nicht einmal eine Vertretung unserer Berufsgruppe zum Krisengipfel eingeladen“, so Peter Andreas Staub aus dem KV Vorstand. Denn auch in der Psychotherapie leiden die Praxen unter den lähmenden Bedingungen der Bedarfsplanung und disfunktionaler Digitalisierung.

Vorschläge zu vage und unverbindlich

In den Augen des KV RLP-Vorstands blieben die vorgestellten Maßnahmen des Ministers in vielen Punkten zu unverbindlich. Zu zahlreichen Forderungen wurden keine konkreten Lösungen präsentiert. So blieb etwa beim Thema Digitalisierung, das die Praxen maximal fordert, außer vagen Ankündigungen alles offen. Gleiches gilt für die Entbürokratisierung.

„Die ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen brauchen wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Das geht nur, wenn sich die Politik die Rahmenbedingungen drastisch und schnell verändert“, forderte Dr. Heinz. Daher dürfte es nicht bei den vorgestellten Maßnahmen von Herrn Lauterbach bleiben. „Das ist zu wenig. Der Minister muss jetzt weitere wesentliche Veränderungen anstoßen und umsetzen.“

Dass auch die Patientinnen und Patienten diese Forderungen unterstützen, zeigen nicht zuletzt die rund 550.000 Unterschriften für die Petition zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der ambulanten Versorgung. Denn klar ist: Stellt die Politik jetzt nicht die Weichen für zukunftsfähige Lösungen, wird sich die ambulante Versorgung massiv verschlechtern.

Pressemitteilung Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz

Symbolbild. Foto: Pixabay 

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
"Harald Schweiss"
Gesundheit im Blick
Image
Betriebsferien
Stellenanzeige Fachbereichsleitung Finanzen
Jakobsmarkt Remagen
Empfohlene Artikel
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.Foto: privat
13

Es gibt eine Rubrik der kuriosen Feiertage, die im Internet abrufbar ist und für jeden Tag im Jahr eine Vielzahl interessanter oder auch nur amüsanter Feiertage auflistet. Für den 28. Juli wird in dieser Liste der Tag des Kaffeesatzes ausgewiesen, der bundesweit seit 2021 begangen wird. Ob es sich wirklich um einen Feiertag handelt oder nicht doch um einen initiierten Gedenktag, da nicht alle Kaffee trinken , das sei dahingestellt.

Weiterlesen

Die Innenstadt war stets gut besucht.
35

Remagen. Es stimmte einfach alles beim ersten Jakobsmarktsonntag in Remagen. Fand am Abend vorher die Wallfahrtseröffnung mit der Erhebung des Heiligen Hauptes großen Zuspruch, so erlebte der erste Jakobsmarktsonntag wohl sein bestes Jahr seit einigen Jahren. Nicht zuletzt sorgten dafür die sehr angenehmen Temperaturen. So ließen es sich wirklich Tausende Gäste aus Nah und Fern nicht nehmen, nach Remagen zu kommen und den ersten Jakobsmarktsonntag zu besuchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
„La Dolce Mayen“ am 30. Juli in der Mayener Innenstadt
2012

Mayen. Mediterrane Atmosphäre, stimmungsvolle Musik und entspanntes Einkaufen: Unter dem Motto „La Dolce Mayen“ präsentieren „geMYnsam – Die INNENSTADTmacher“, MY-Gemeinschaft, Brückenstraßengemeinschaft zusammen mit der Stadt Mayen im Rahmen der Eventreihe „Schöner langer Donnerstag“ am 30. Juli von 17 bis 22 Uhr einen italienisch inspirierten Sommerabend in der Mayener Innenstadt.

Von Zoe Mertz aus Mayen

Weiterlesen

Foto: Polizei
3441

Der Mann soll eine Seniorin um ihr Geld betrogen haben:

18.07.: Foto-Fahndung in Neuwied: Wer kennt diesen Mann?

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen