Allgemeine Berichte | 07.07.2021

Online-Ausstellung: „Mit Farben erzähle ich meine Geschichte“

Kinder und Erwachsene und ihre Fluchtgeschichten in Bild und Text

Die Bilder entstanden in einem Kunstprojekt. Foto: privat

Mayen/Region. Bilder der Zerstörung und hoffnungsvolle Motive für einen Neuanfang in Deutschland, dazu die Fluchtgeschichten. Dies zeigt die Ausstellung „Mit Farbe erzähle ich meine Geschichte“ auf der Homepage der Fachstelle Frühe Hilfen in vielen Variationen.

„Wir haben ein sehr schönes Leben in Syrien gehabt. Mein Mann hat viel gearbeitet und sehr gut verdient“, so beginnt die Fluchtgeschichte von Frau Na, die erleben musste, wie sie und ihre Familie alles verlor. Das Bild „Afghanistan – mein Land – wir möchten Freiheit“ zeigt Kriegshandlungen und die Sprechblase eines Soldaten: „Ich töte Euch!“ In Wort und Bild erzählt eine Frau aus Nigeria vom Tod ihrer Mutter, wie sie von der Stiefmutter zur Prostitution freigegeben wurde und von ihrer Flucht.

Die Bilder und Texte von Frauen und Kindern wurden bereits Anfang 2020 im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen ausgestellt, jetzt können sie online in aller Ruhe studiert werden. In Verbindung mit den Texten entstand eine Präsentation, die Schicksale von Menschen berührend nahebringt und verstehen lässt, weshalb Menschen geflohen sind bzw. fliehen mussten. Und der Betrachter erfährt, wie im Herkunftsland Freiheiten, bürgerliche Sicherheiten und der Besitz Stück für Stück zerstört wurden. Nichts ist sicher.

Die ergreifenden, von Frauen gemalten Bilder entstanden im Kunstprojekt „Willkommen in Deutschland“, das Andrea Feld begleitet hat. Dieses Projekt bietet die Fachstelle Frühe Hilfen im Landkreis Mayen-Koblenz in Kooperation mit dem Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz und Sonja Weiler, der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter, seit vier Jahren an.

Auch Bilder der kunsttherapeutischen Kinder- und Jugendgruppen der Fachstelle psychosoziale Hilfen, die unter der Anleitung von Kunsttherapeutin Julia Schengel entstanden sind, zählen zur Online-Ausstellung. Unter dem Motto „Ich berühre die Farbe und die Farbe berührt mich“ ließen sich Kinder der Therapeutischen Kinder- und Jugendgruppe im Fachdienst Migration aufs Malen ein. Im künstlerischen Prozess konnten sie einfach loslassen, Kind sein. In diesem geborgenen, wertschätzenden Rahmen entfaltete sich die fast schon meditative, therapeutische Wirkung des Malens. In verschiedenen Maltechniken fanden die Kinder ihren freien, künstlerischen Ausdruck, um das Unaussprechliche oder Unbewusste in verschiedenen Farben und Formen zu Papier zu bringen. Gerade die Nass-in-nass-Technik gibt Gelegenheit zum Loslassen, sodass zurückgehaltene Emotionen freigesetzt werden. Es ist beruhigend, Farben „fließen zu lassen“ und das Bild formend zu gestalten. Erdend und beruhigend wirkt die Sand und Pigmenten-Technik. So gelang es den Kindern, sich ganz auf sich selbst einzulassen und im geschützten Raum Ängste, Sorgen, Erfahrungen und traumatische Erlebnisse aber auch Freude und Glück auszudrücken. Ein wichtiger Impuls der Therapeutischen Kinder- und Jugendgruppe im Fachdienst Migration, der die Kinder wieder aufblühen ließ.

All diese Bilder von Kindern und Erwachsenen zeigt die Online-Ausstellung, die auf der Homepage der Fachstelle Frühe Hilfen zu sehen ist:

www.fruehehilfen-myk.de

Ein Stück Zeitgeschichte, die auch mit uns zu tun hat.

Das Jobcenter Mayen (www.jobcenter-myk.de) und die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz (www.kvmyk.de) machen auf ihren Homepages ebenfalls auf die Ausstellung aufmerksam.

Pressemitteilung

Caritasverband

Rhein-Mosel-Ahr e.V.

Die Bilder entstanden in einem Kunstprojekt. Foto: privat

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