Allgemeine Berichte | 26.07.2022, 09:20 Uhr

Auch die Lebenshilfe sucht einen neuen Platz für eine Zukunft in Sinzig und bewertet die Jahnwiese - wie die Feuerwehr - als ideal

Lebenshilfe: „Wir sind kein Wanderzirkus“

In der Flutnacht starben im Lebenshilfehaus in der Pestalozzistraße zwölf Menschen und ein Umzug ist dringend notwendig.  Foto:ROB
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Sinzig. Neben der Feuerwehr sucht auch die Lebenshilfe eine neue Bleibe in Sinzig. Und das künftige Schicksal beider Einrichtungen ist eng mit einander verknüpft. Denn sowohl die Sinziger Feuerwehr als auch der Vorstand der Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e.V. wünscht sich eine neue Zukunft auf dem Areal der Jahnwiese. Da der Stadtrat sich mehrheitlich gegen einen neuen Feuerwehrstandort auf der Jahnwiese aussprach, bleibt unklar, was nun mit dem Stück Land, das gerne als Filetstück der Stadt Sinzig, bezeichnet wird, geschieht.

Keine Fortschritte

Dass ein neues Lebenshilfehaus her muss, liegt auf der Hand. Am alten Standort in der Pestalozzistraße starben in der Flutnacht am 15. Juli 2021 zwölf Menschen. Die Suche nach einer Bleibe für die Zukunft trug bisher keine Früchte. „Wir stehen genau da, wo wir vor einem Jahr auch standen“, erläutert der Vorsitzende Ulrich van Bebber. Dass die Jahnwiese ideal für die Ansprüche von Bewohnerinnen und Bewohnern eines neuen Lebenshilfehauses wäre, ist für van Bebber klar. Er lobt die zentrale Lage und vor allem die Hochwassersicherheit. Schnell ist der nahe Edeka erreichbar, oder das Haus der offenen Tür (HoT). Van Bebber denkt darüber nach, dass beide Einrichtungen wunderbar kooperieren könnten. Von der Umsetzung dieser Planspiele ist man aber noch meilenweit entfernt. Denn die Stadtverwaltung hat der Lebenshilfe einen anderen Vorschlag unterbreitet. Dass die Feuerwehr aus der Friedrich-Ebert-Straße fortziehen werde, ist ein Fakt, da das jetzige FFW-Haus zu klein und zu betagt ist. So soll die Lebenshilfe nun eben dieses Areal nutzen. Bürgermeister Andreas Geron stellte in der letzten Stadtratssitzung die Vorzüge heraus. So seien die Platzverhältnisse völlig ausreichend. Ulrich van Bebber sieht dies jedoch anders. Denn der Platz genüge den Ansprüchen der Lebenshilfe nur, wenn die darum liegenden Gebäude abgerissen würden - eine absolut unrealistische Vorstellung. So stelle ein Lebenshilfehaus in der Friedrich-Ebert-Straße wieder nur eine Übergangslösung dar.

Lebenshilfe braucht Stabilität

Denn grundsätzlich möchte man beim Verein schon auf die Jahnwiese. „Die Lebenshilfe unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen“, sagt van Bebber. „Und diese Menschen sind auf Stabilität und eine vertraute Umgebung angewiesen. Wir können nicht an einem Ort drei, vier oder fünf Jahren bleiben und dann wieder umziehen“, so der Vorsitzende. „Wir sind ja kein Wanderzirkus“, schiebt er hinterher.

Alternativen gäbe es nicht. „Wir haben von etwa 20 Grundstücken, die überwiegend in Sinzig liegen, Gutachten anfertigen lassen“, erläutert van Bebber. Die Jahnwiese sei eben der idealste Standort in Sinzig, sagt van Bebber. Dass die Feuerwehr es ähnlich sieht, fände er schade, stellt aber fest: „Das ist eine Konkurrenzsituation, aber die Feuerwehr und die Lebenshilfe sind keinesfalls Konkurrenten.“

ROB

In der Flutnacht starben im Lebenshilfehaus in der Pestalozzistraße zwölf Menschen und ein Umzug ist dringend notwendig. Foto:ROB

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