Allgemeine Berichte | 03.05.2020

Auch die Abtei Maria Laach ist von der Corona-Krise betroffen

Maria Laach: Erschwerte Umstände in der Krise

Spendenaufruf sorgte für massiven Gegenwind

Die Abtei ist nicht nur ein bedeutendes Wahrzeichen der Region, sondern auch ein mittelständisches Wirtschaftsunternehmen.  Foto: Abtei Maria Laach

Glees. Maria Laach ist wichtig für die Region: Das Kloster ist der spirituelle Mittelpunkt der Vulkaneifel. Ein bekanntes und bedeutendes Naturschutzgebiet umringt das historische wertvolle Areal mit seiner geologisch spannenden Geschichte. Weitaus weniger bekannt ist, dass die Abtei auch ein mittelständisches Unternehmen mit rund 200 Angestellten ist. Somit ist der Betrieb ebenfalls von der Corona-Krise im vollem Ausmaß betroffen. Das Resultat: Auch in der Abtei herrscht Kurzarbeit und Sorge um die Zukunft. „Die Möglichkeit zur Kurzarbeit ist ein sehr wertvolles Instrument,“ sagt Philipp Lohse, Geschäftsführer der Abtei Maria Laach. Allein reiche das jedoch nicht um den Auswirkungen der Krise angemessen zu begegnen. Deshalb haben Lohse und seine Kollegen zu Spenden aufgerufen und ernteten dafür auch teils massive Kritik. „Es ist vielen Menschen nicht bekannt, dass wir keine direkten Mittel aus der Kirchensteuer erhalten“, sagt der Geschäftsführer. Gemeinhin gelte die katholische Kirche als sehr wohlhabend und auch die Abtei sieht sich ebenfalls mit diesem Vorurteil konfrontiert. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. „Wir müssen uns völlig selbst finanzieren,“ erklärt Lohse die Situation.

Corona-Massnahmen sorgen für finanzielle Schwierigkeiten

Die wirtschaftliche Autarkie wird mit den abteieigenen Betrieben wie dem Seeohotel Maria Laach, der Buch- und Kunsthandlung, dem Klosterverlag Maria Laach, der Klostergärtnerei, der „Genussmanufaktur“ und anderen ermöglicht. Kostendeckend zu arbeiten ist zumindest im Normalfall möglich, aber die Auswirkungen der Corona-Krise macht die Lage insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie enorm schwierig. Und durch die Absage aller Gottesdienste fehlen nun die Spendengelder. Auch wenn ab Montag Hochämter rein rechtlich wieder erlaubt sind, ist die Umsetzung der Regelung zum Mindestabstand in der historischen Abtei nur schwer möglich. Dadurch fehlen weitere Einnahmen. Auch für das Naturschutzgebiet und den Laacher See trägt die Abtei Verantwortung: In Spitzenjahren drängen sich hier bis zu 700.000 Besucher jährlich. Dafür müssen insbesondere die Wege in Schuss gehalten werden und vor allem vom liegengebliebenen Abfall befreit werden. Die einzige Möglichkeit zumindest einen Teil der dafür notwendigen Aufwendungen zu refinanzieren sind die Einnahmen aus den Parkgebühren am Parkplatz, welche mit derzeit zwei Euro pro Tag und Pkw relativ überschaubar sind. 

Zuversicht trotz Krise

Philipp Lohse ist trotzdem zuversichtlich, dass man die Krise schadlos überstehen wird. „Wir wollen alle Mitarbeiter zu halten,“ sagt er entschlossen. Doch letztendlich hänge alles daran, wie lange die gegenwärtige Situation noch dauern werde.

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Die Abtei ist nicht nur ein bedeutendes Wahrzeichen der Region, sondern auch ein mittelständisches Wirtschaftsunternehmen.  Foto: Abtei Maria Laach

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