Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler setzt wieder auf Tourismusbeitrag und Gästebeitrag
Nach Corona und Flut geht es „zurück auf Los“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Zurück auf Los“. Wurden wegen Corona die Vorauszahlungen für den Tourismusbeitrag von Handel und Gewerbe zunächst reduziert oder ausgesetzt, wurden die Zahlungen nach der Flut komplett eingestellt. Jetzt gibt es nach einstimmigem Stadtratsbeschluss einen Neustart. Denn mit der Abgabe sollen die, die am Tourismusgeschäft in der Kreisstadt partizipieren, wie Hotelbetriebe, Restaurants aber auch Einzelhandelsgeschäfte, einen Beitrag zu Unterstützung des touristischen Angebotes und der Infrastruktur leisten. So wird ein Teil des Umsatzes dem Tourismusgeschäft zugeordnet. Ob Friseur oder Boutique: Besucher der Stadt lassen dort Geld. Ein kleiner Teil davon soll der Stadt in Form der Tourismusabgabe zufließen – je nachdem, wieviel Umsatz auf den Tourismus der Stadt zurückzuführen ist. Die Beträge basieren auf den Angaben der Unternehmen oder werden taxiert. Dafür sorgt die Kommune für die entsprechende Infrastruktur wie Parks und Promenaden, Parkplätze und Flanierzonen, mit der die Gäste angelockt werden.
Da sich wegen der Pandemie 2021 erhebliche Umsatzeinbußen in den örtlichen Geschäften abzeichneten, wurde ein zunächst vom Stadtrat beschlossener vorläufig reduzierter Bemessungssatz für das zweite Quartal völlig ausgesetzt. Denn eine Abrechnung der Tourismusbeiträge war kaum mehr möglich, weil die Vorteils- und Gewinnsätze nicht mehr messbar waren. Erst recht nicht mehr nach der Flutkatastrophe vor drei Jahren.
Nachkalkulationen
Nun soll es Nachkalkulationen des Gäste- und Tourismusbeitrages für die Jahre 2020 bis 2022 geben. Die zur Berechnung notwendigen Umsatzzahlen wurden bei den Betrieben angefordert. Dabei wird laut Stadt für die betroffenen Jahre nicht – wie vor Corona – auf den Umsatz des Vorjahres abgestellt, sondern auf den Umsatz des jeweiligen Jahres. „So wird der besonderen Umsatzentwicklung in den entsprechenden Jahren Rechnung getragen und der Tourismusbeitrag wirklichkeitsnah abgebildet“, hatte Stadtvize Peter Diewald bereits im Haupt- und Finanzausschuss im Vorfeld der Ratssitzung erklärt. Durch die erheblich geringere Zahl an Übernachtungsgästen und Tagestouristen würden sich die Vorteilssätze der einzelnen Branchen proportional verändern.
Die vorläufigen Rückgänge betragen im Vergleich zu den Jahren 2029/20 für 2023: minus 58 Prozent, für 2024: minus 41 Prozent und für das kommende Jahr 2025 minus 30 Prozent. Da das Erhebungsjahr 2024 bereits weit fortgeschritten ist, sieht der Satzungsentwurf für das Jahr 2024 keine Vorauszahlungen vor; für die Vorauszahlungen 2025 werden die den jeweiligen Branchen zugeordneten vorläufigen Vorteils- und Gewinnsätze zugrunde gelegt. Die Stadt rechnet nun in ihrer Neukalkulation für 2020 mit einem Tourismusbeitrag in Höhe von 560000 Euro, für 2021 mit 97000 Euro und für 2022 mit 145000 Euro. Die Fragebögen zur Erfassung der im Jahr 2023 angefallenen Zahlen sollen demnächst verschickt werden.
Karte mit Vorteilen
Auch erhebt die Kreisstadt bei Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben den Gästebeitrag . Dieser beträgt aktuell zwei Euro pro Übernachtung. Ein eher geringer Betrag mit einem großen Nutzen. Denn Gästebeitragszahler erhalten von ihrem Gastgeber die „Gästekarte Bad Neuenahr-Ahrweiler“. Diese ermöglicht die freie Nutzung aller Busse und Bahnen im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) und damit auch im gesamten Kreis Ahrweiler.
Des Weiteren erhalten die Gästekarten-Inhaber eine Ermäßigung bei diversen Einrichtungen und Anlässen. Dies sind zum Beispiel der Waldkletterpark, die Römervilla, der Regierungsbunker, bei Kulturveranstaltungen der Stadt im Kurpark, bei Gästeführungen, Themen- und Terrainwanderungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Weinproben. Der Gästebeitrag, der von der Stadt erhoben wird, soll dazu beitragen, einen Teil der touristischen Angebote zu finanzieren. GS
Weitere Themen
Artikel melden
Mayener und Neuwieder Familien Heinen auf „Mein Schiff 4“: Aus dem Urlaub wird ein Alptraum
- J. Traut: Wir haben die Reise in den vorderen Orient auch mit der Meinschiff 5 ( ca. 5 Monate vorher gebucht) gemacht. Wir hatten das Glück am 7.2 wieder zurück zu sein. Ich hatte mich vor der Reise auch beim Veranstalter wegen einer Stornierung erkundigt.
- K. Schmidt: Unabhängig von irgendwelchen offiziellen "Reisewarnungen" (und wer prüft die wirklich, bevor er etwas bucht?) hätte ein klein wenig Mitverfolgen der täglichen Nachrichtenlage schon ausgereicht, um sich...
Standorte von Verteilerkästen überdenken
- K. Schmidt: Eine ernstzunehmende Forderung wäre das, wenn es einen konkreten Vorschlag dazu gäbe, wo/wie man die Vielzahl an Schaltkästen anderweitig platzieren möchte, und das am liebsten auch ohne das die Telefon- bzw.
Unterstützung für Dorfprojekte im Kreis Ahrweiler
- K. Schmidt: Die Gemeinden haben immer größere Finanzprobleme. Der Landkreis finanziert sich überwiegend über Umlage aus den Gemeinden. Die Kreisumlage (u.a.) steigt, die Gemeinden können weniger machen, Vereine/Initiativen...
Ausstellung „Der Westerwald in Fotografie und Keramik“
Die Schatztruhe voller Kostbarkeiten in Szene gesetzt
Kreis Neuwied. Wer sich passend in Szene setzen will, bedient sich ab und an einer schicken Kulisse. Zuweilen läuft es aber schon mal umgekehrt - dann wird der Schauplatz selbst zum Hauptdarsteller. So geschehen im Roentgen-Museum Neuwied, wo Landrat Achim Hallerbach und Museumsleiterin Jennifer Stein jetzt die Ausstellung „Geformt aus Feuer und Stein – Der Westerwald in Fotografie und Keramik“ eröffnet haben.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Letztes Hallenturnier im Frühjahr 2026
Niederzissen. Am vergangenen Sonntag bestritt die F1 der JSG Bachem/Walporzheim ihr letztes Hallenturnier in diesem Frühjahr. Austragungsort war die Turnhalle in Niederzissen, in der noch einmal mit viel Begeisterung und Einsatz gespielt wurde.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Köhstallzirkus der KG Blau-Weiß Niederlützingen
Niederlützingen. Weiberfastnacht beginnt in Niederlützingen traditionell mit einem gemeinsamen Frühstück im Anbau der Lavahalle. Danach besucht die KG mit Blumen die beiden Wohnheime in Niederlützingen und dann geht es weiter in den Kindergarten. Auf Grund zahlreicher Erkrankungen im Kindergarten musste dieser Besuch in diesem Jahr leider ausfallen.
Weiterlesen
