Allgemeine Berichte | 09.08.2021, 15:10 Uhr

Stadt Lahnstein informiert

Neue Infotafel im Lahnsteiner Kur- und Heilwald enthüllt

Minister Lewentz dankt den Kommunen im Rhein-Lahn-Kreis für die Hilfsaktion zugunsten der VG Adenau

Feierliche Enthüllung der Informationstafel mit Schirmherr Roger Lewentz, OB Peter Labonte den Mitwirkenden des Kur- und Heilwalds. Bild 2: Bald soll es losgehen mit der Therapie unter Bäumen: In Lahnstein entwickelt ein Team von Forst, Medizin, Stadtverwaltung und Waldpädagogen verschiedenen Pfade und Cluster im künftigen Kur- und Heilwald. Foto: Stadt Lahnstein
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Lahnstein. Ein Ausflug ins Grüne tut Körper und Seele gut. Schon längst ist die positive Wirkung der Natur auf den Menschen bekannt. In Lahnstein, einem der größten Waldbesitzer im Land, wurde nun der erste rheinland-pfälzische Kur- und Heilwald ausgewiesen – und erst der zweite überhaupt in Deutschland.

Was kann dieser Wald, was andere nicht können? Vorbild für den Heilwald sind spezielle Heilwälder in Japan, wo schon seit Längerem besonders gestaltete Waldflächen betrieben werden, die der Gesundheit förderlich sein sollen.

Ein Kurwald zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus, die eine breite gesundheitsfördernde Wirkung auf den Besucher haben. Der Heilwald wird von kranken Menschen und deren Therapeuten aufgesucht. Er ist dafür geeignet, den Verlauf von Krankheiten und das Ausmaß von Behinderung durch bestimmte Krankheiten positiv zu beeinflussen. Anwendungsbereiche sind beispielsweise psychosomatische und psychische Erkrankungen, Lungenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Projekt wurde von Anfang an partnerschaftlich zwischen Stadtverwaltung, Forstamt und medizinischen Einrichtungen (Klinik auf der Lahnhöhe, Gesellschaft für Gesundheitsberatung, Bundeswehrzentralkrankenhaus, Malbergklinik, Ambulantes Reha-Zentrum) entwickelt. So wurde und wird die Vereinbarkeit von Naturschutz, der Stadtwald ist Teil des „Naturparks Nassau“, Forst, Jagd, Tourismus und die Ausübung von medizinischen Tätigkeiten sichergestellt.

Auf bestehenden Wegen werden einzelne Cluster und Rundwege angelegt, an deren Rand in regelmäßigen Abständen Stationen Platz finden.

Es entstehen ein Psychotherapie-Pfad, ein Lungen-Cluster, ein Orthopädie-/ Geriatrie-Weg, ein Herz-Kreislauf-Pfad sowie ein allgemeiner Entspannungs- und Achtsamkeits-Weg. Die verschiedenen Wege werden so beschildert, dass Besucher sie auch ohne Therapeuten nutzen können.

Kinder in ihrer gesundheitlichen Entwicklung fördern

Im Kinderheilwald sollen Kinder in verschiedenen Zonen in ihrer gesundheitlichen Entwicklung gefördert werden, indem sie spielerisch auf einem Parcours Aufgaben erfüllen. Beim Suchen, Laufen, Klettern, Balancieren, Werfen, Atmen, Hören, Riechen, Fühlen, Tasten, Schmecken werden alle Sinne angesprochen. Durch diese gezielten Übungen und die freie Bewegung im Wald werden Konzentration, Aufmerksamkeit, Kreativität, motorische und koordinative sowie psychische Fähigkeiten, Interaktion in der Gruppe und Verständigung ohne Sprache gefördert. Gerade erkrankten Kinder soll es so kindgerecht ermöglicht werden, schneller zu gesunden und gesund zu bleiben.

Derzeit ist im Lahnsteiner Kur- und Heilwald nur an manchen Stellen etwas zu sehen, der Baubeginn wird jedoch noch in diesem Sommer erfolgen.

Damit Gäste und Interessierte jedoch einen Überblick über das Projekt erhalten, wurde am vergangenen Samstag von Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte und Schirmherr Roger Lewentz eine Informationstafel enthüllt. Mit dabei waren selbstverständlich auch die Mitglieder der Projektgruppe: Leo Cremer, Dr. Jörg Henning, Jens Blümel, Forstamtsleiter Andreas Nick und Willi Bausch-Weis.

Auf dieser kann man die bisherigen Stationen bis zur Verwirklichung des Projektes sowie die geplanten Bauschritte in den nächsten Jahren nachlesen.

„Ich freue mich schon sehr darauf, wenn es bald richtig los geht mit unserem Kur- und Heilwald. Bis die ersten Stationen stehen, gibt unsere neue Hinweistafel einen guten Überblick, was uns demnächst erwartet“, so Labonte.

„Die Anerkennung als erster Kur- und Heilwald in Rheinland-Pfalz ist eine gute Entwicklungschance für Lahnstein und die Region. Mit der Infotafel ist nun ein erster Schritt hin zur Realisierung des Projekts getan und ein erstes Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Beteiligten gesetzt“, so Roger Lewentz als Schirmherr. „Der Wald dient der Gesundheit und das wurde mit der Ausweisung als Heil- und Kurwald bestätigt.“

Auch an diesem Tag waren alle Beteiligten natürlich in Gedanken bei den Opfern der Flutkatastrophe. Innenminister Roger Lewentz ist nahezu täglich im Krisengebiet unterwegs und berichtete von der bedrückenden Lage vor Ort. Er dankte bei dieser Gelegenheit Oberbürgermeister Peter Labonte stellvertretend für den Landrat und allen hauptamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für die Initiative des Rhein-Lahn-Kreises zugunsten der von der Flutkatastrophe sehr stark betroffenen Verbandsgemeinde Adenau, eine kommunale Hilfsaktion zu starten.

Labonte verwies darauf, dass bereits auf Bürgermeisterebene und koordiniert durch die Verwaltungen ein regelmäßiger virtueller Austausch über die dort notwendigen Hilfsmaßnahmen erfolge. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Jugendhilfe, dem Kommunalen Vollzugsdienst sowie insbesondere im Bereich Bauen sowie Werke (Wasser/Abwasser) helfen auch teilweise vor Ort in der betroffenen Region bei den unterschiedlichsten Aufgaben, die dort jetzt und in der Zukunft konkret anstehen.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung widme sich bereits dem Wiederaufbau der zerstörten Regionen, so Lewentz. Der Minister betonte die Chance, die Region im Zuge des Wiederaufbaus wieder gut und zukunftsgerichtet aufzustellen und nachhaltig zu erneuern.

Pressemitteilung Stadt Lahnstein

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