Guido Orthen, Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, über die wichtige Bedeutung des Einzelhandels nach der Flut

Orthen: „Der Einkauf vor Ort finanziert den Neuaufbau!“

14.12.2021 - 10:25

Bad Neuenahr. Die Vorweihnachtszeit ist für den Einzelhandel ein Spitzengeschäft. Geschenke für die Liebsten werden gekauft, dazu allerhand Dekorationen und viele Zutaten für das Weihnachtsmenü. Eigentlich wäre auch in Bad Neuenahr der Advent die Zeit schlechthin, wo das Geschäft so richtig brummt. Doch dann kam die Flut und viele Einzelhändler verloren ihre wirtschaftliche Grundlage in den Wasser- und Schlammassen. Oft sind auch die Privathäuser in Mitleidenschaft gezogen worden und die Gewerbetreibenden sind gleich doppelt betroffen. Um den Einzelhändlern Bad Neuenahr-Ahrweilers eine Perspektive zu bieten, wurde die Idee der Pop Up-Malls geschaffen, die bereits vor einigen Wochen in Bad Neuenahr auf dem Mosesparkplatz und an der Friedrichstraße in Ahrweiler eröffnet wurden. Die provisorischen Warenhäuser bieten eine bunte Palette von Einkaufsmöglichkeiten und aufgrund reichlicher Weihnachtsdeko kommt durchaus etwas Adventsstimmung auf. Mittlerweile wurden auch wieder mehrere Geschäfte in der Innenstädten wiedereröffnet.

Das ist auch gut so, weiß Guido Orthen. „Es ist jetzt enorm wichtig, dass die Menschen vor Ort einkaufen gehen“, sagt der Bürgermeister. Dies hat gleich mehrere Gründe. Der Wichtigste: Die Einzelhändler können weitermachen. Zwar dachten nur wenige Händler nach der Flut ernsthaft ans Aufgeben. Aber die Räumlichkeiten fehlten. Mit den Pop Up-Malls wurde nun die entsprechende Möglichkeit gefunden worden und die Händler konnten wieder die Pforten für ihre Kundschaft öffnen.

Außerdem decken die Einzelhändler in der Mall und in der Stadt die Bedürfnisse der Einwohner. Die sind oft noch nicht mobil, schließlich sind viele Autos bei der Flut zerstört worden. Eine Einkaufsmöglichkeit direkt vor der Haustür ist deshalb umso wichtiger.

Weitere Vorteile liegen auf der Hand. „Die Einzelhändler generieren Einnahmen, von denen Arbeitskräfte bezahlt werden“, sagt Orthen. Und außerdem entrichten die Unternehmer Steuern. Davon wird der Neuaufbau der Stadt finanziert – ein Aspekt den viele unterschätzen. So werden aus diesen Steuereinnahmen beispielsweise Straßen repariert oder die Ausrüstung der Feuerwehr finanziert. Orthen ist sicher: „Der Einkauf vor Ort ist gelebte Solidarität.“


Eine Stadt muss lebenswert sein


Auch auf einen weiteren Aspekt weist Orthen hin. „Ein funktionierender Einzelhandel ist ein wichtiger Motor, für das Wiederaufblühen unserer Stadt“, so der Bürgermeister. Gemeint ist hier weniger der wirtschaftliche Aspekt. Eine Stadt sei erst dann wieder mit offenen Geschäften, reichhaltigen Kulturangeboten und ansprechender Gastronomie lebenswert. Erst dann ist Tourismus möglich, und der hält die Region wiederum wirtschaftlich lebendig.

Auch, um den Einzelhandel in der Stadt anzukurbeln, hat die Verwaltung GrünCard-Gutschein-Karten mit einem Gegenwert von 125 Euro an jeden Bürger Bad Neuenahr-Ahrweilers verschickt. Wichtig: Die Karte sind übertragbar, also nicht personengebunden. Die Gutscheine eignen sich somiz auch wunderbar als Weihnachtsgeschenk.

Alle GrünCard-Partner sind unter folgendem Link gelistet: www.gutschein.gruencard.de/partnerliste ROB

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G. Friedrich:
Alles fängt im Elternhaus an und die jungen Taugenichtse haben es wohl nicht besser gelernt. Die Quittung der modernen und digitalen Zeit und volles Versagen der Generation XYZ. Was soll noch Gutes in diesem Land wachsen ?...
G. Friedrich NRW:
Das ist doch klar, das die nicht mit einem alten Golf daher kommen. Alles auf die Sekunde geplant zu einer Zeit wo die Leute im Tiefschlaf sind. Grenznahe Möglichkeiten durch die Autobahn und eben schnelle Autos. Noch immer lautet meine Frage: Wann machen die Banken endlich die Automaten weg? Die...
germät:
Was ist eigentlich in den Päckchen drin? Heiße Luft? Die haben noch bei der OB-Wahl in Andernach gefehlt. Dort gab es ja bekanntlich eine heftige Klatsche für die SPD und seinen Kandidaten....
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