Allgemeine Berichte | 26.04.2021, 09:18 Uhr

Forschungsprojekt des Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE in Gelsdorf gestartet

Photovoltaikanlagen sollen Obstbäume vor Hagel schützen

Die Photovoltaikanlagen werden installiert. Fotos: BayWa r.e
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Grafschaft-Gelsdorf. Der Obstbau in Deutschland ist bereits heute von den Folgen des Klimawandels betroffen: Starke Sonneneinstrahlung, steigende Temperaturen und extreme Wetterereignisse wie Hagel und Starkregen treten immer häufiger auf. Für den Obstbau stellt insbesondere der Spätfrost eine gewaltige Herausforderung dar. Um Ernteverlusten vorzubeugen, verwenden Landwirte bevorzugt Hagelnetze.

Mehr Resilienz im Obstbau

Nun ist ein Forschungsprojekts des Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE namens Agri-PV Obstbau gestartet. Im Rahmen des durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz (MUEEF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Vorhabens soll untersucht werden, wie PV-Anlagen eine vergleichbare Schutzfunktion wie Hagelnetze im Apfel-Obstbau übernehmen können.

Ziel ist es, die Resilienz im Obstbau zu steigern sowie zur ressourceneffizienten Landnutzung beizutragen. Durch die Kombination von Photovoltaik-Anlagen und landwirtschaftlich genutzten Flächen soll außerdem die Landnutzungskonkurrenz entschärft werden. Landwirte müssen sich nicht mehr zwischen Anbaufläche und Flächen zur Stromgewinnung entscheiden. Eine Agri-Photovoltaikanlage kann im Obstbau herkömmliche Schutzkonstruktionen ersetzen und die Pflanzen und Früchte vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahren Das Design wurde den Anforderungen der Landwirtschaft in der Vegetationsphase angepasst. So wird die landwirtschaftliche Tätigkeit nicht eingeschränkt. Im Gegenteil: Durch deren Schutzfunktion sollen Landwirte sogar profitieren. Ein optimales Ergebnis einer Agri-PV-Obstbauerzeugung zielt nicht auf eine Maximierung der Stromerträge ab, sondern auf eine hochwertige Apfelproduktion mit zusätzlicher Solarstromproduktion. Der landwirtschaftliche und der energetische Teil des Systems sind durch weitere Synergien verbunden. So kann die erzeugte elektrische Energie in der Apfelproduktion in den vor- und nachgelagerten Bereichen genutzt werden, beispielsweise durch den Einsatz von elektrifizierten Landmaschinen oder bei der Lagerung der Apfelernte im elektrisch betriebenen Kühlhaus.

Praxistest für AgriPV

Die Grundlage für das Erreichen dieser Ziele bildet die Errichtung einer Forschungsanlage, um die Praxistauglichkeit des erarbeiteten Konzepts unter realen Einsatzbedingungen beurteilen zu können. Ergebnisse des Projekts sollen zeigen, inwieweit ein Obstanbausystem und herkömmliche PV-Anlagetechnik kombinierbar sind. Hierzu wird die Agri-PV-Obstbauanlage insbesondere hinsichtlich des Lichtmanagements, des Anlagendesigns, der Landschaftsästhetik, ihrer Wirtschaftlichkeit, ihrer Sozialverträglichkeit und pflanzenbaulicher Parameter untersucht.

Auch auf dem Bio-Obsthofs Nachtwey in Gelsdorf werden die Solarpanele in einer Apfel-Neuanlage installiert. Die Besitzer des Obsthofes sind bei Flächenauswahl und der Anlagendesignentwicklung eingebunden. Der Landwirt wird weiterhin die Anlage betreiben, die Fläche vorbereiten und bewirtschaften sowie den elektrisch betriebenen Traktor in seinen Betrieb integrieren.

ROB

Luftbildaufnahme aus Gelsdorf. Foto: Fotos: BayWa r.e

Luftbildaufnahme aus Gelsdorf. Foto: Fotos: BayWa r.e

Eine Agri-Photovoltaikanlage kann im Obstbau herkömmliche Schutzkonstruktionen ersetzen. Foto: Fotos: BayWa r.e

Eine Agri-Photovoltaikanlage kann im Obstbau herkömmliche Schutzkonstruktionen ersetzen. Foto: Fotos: BayWa r.e

Die Photovoltaikanlagen werden installiert. Fotos: BayWa r.e

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