Allgemeine Berichte | 02.12.2020

Amokfahrt in Fußgängerzone von Trier

Trier trauert: Autofahrer tötet fünf Menschen

Symbolbild.Foto: connie_sf/Pixabay

Trier. Am Dienstagnachmittag, 1. Dezember 2020, ging der erste Anruf um 13.47 Uhr bei der Polizei ein. Gemeldet wurde ein Autofahrer, der mit seinem PKW durch die Trierer Fußgängerzone rast und Menschen anfährt. Als der Fahrer des SUV um 13.51 Uhr von der Polizei festgenommen werden konnte, hatte er vier Menschen getötet, weitere 15 zum Teil lebensgefährlich verletzt und eine Vielzahl traumatisiert. Im Laufe des Abends ist ein weiteres Opfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 51 Jahre alten, in Trier geborenen und im Landkreis Trier-Saarburg beheimateten deutschen Staatsangehörigen. Auf seiner Fahrt durch einen Teil der Trierer Fußgängerzone, beginnend an der Constantin-Basilika über die Brotstraße, den Hauptmarkt, die Simeonstraße bis zur Porta Nigra hinterließ er auf einer Strecke von etwa 800 Metern Tote, Verletzte und ein Trümmerfeld. Nachdem er in die Christophstraße abgebogen und wenige 100 Meter weitergefahren war, stoppte er sein Fahrzeug kurz und konnte hier von unmittelbar eintreffenden Polizeikräften unter heftiger Gegenwehr festgenommen werden. Er wird zurzeit zu der Tat vernommen, die von der Staatsanwaltschaft Trier als mehrfacher Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung eingestuft wird. Alle getöteten Opfer waren Menschen aus Trier, die in der vorweihnachtlich geschmückten Trierer Fußgängerzone unterwegs waren. Getötet wurde ein 45 Jahre alter Mann und seine 9 ½ Wochen alte Tochter (hier hatten wir zunächst fälschlicherweise ein Alter von 9 Monaten angegeben). Die Ehefrau und Mutter des Mädchens sowie ein weiterer 1 ½-jährige Sohn der Familie wurden verletzt in ein Trierer Krankenhaus eingeliefert. Die weiteren Toten sind Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren. Mehr als 750 Einsatzkräfte von Polizei sowie Hilfs- und Rettungsdiensten aus der gesamten Region Trier konnten den Tatort sehr schnell sichern und absperren und sich um die Opfer kümmern.

Vorbildlich war das Verhalten vieler Passanten, die sich der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungsdienste bereits angenommen hatten und Erste Hilfe leisteten. Das Motiv des 51-jährigen Tatverdächtigen ist bisher noch nicht geklärt. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat die Polizei jedoch keinerlei Hinweise auf politische oder religiöse Motive. Auch gab es keinen weiteren Tatort oder Hinweise auf Mittäter oder Komplizen. Die Ermittlungen an dem sich über mehrere 100-Meter erstreckenden Tatort sind vorerst abgeschlossen, die Fußgängerzone ist geräumt und wieder frei gegeben. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern derweil an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bereits um 19 Uhr informierten die Verantwortlichen der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der Stadt Trier gemeinsam mit dem rheinland-pfälzische Innenminister die Medien im Rahmen einer Pressekonferenz. Innenminister Roger Lewentz und die in Trier lebende Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatten sich bereits am Nachmittag unmittelbar vor Ort einen Überblick über die Geschehnisse verschafft. Die Polizei hatte die Bevölkerung schon sehr früh und in kurzen Frequenzen über ihren Twitterkanal @PolizeiTrier auf dem Laufenden gehalten. Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon ist zwischenzeitlich wieder abgeschaltet. Hinweise erbittet die Polizei Trier weiterhin unter der Telefonnummer 0651/9779-0

  • Menschen, die Fotos oder Videos von der Fahrt des Täters gemacht haben, werden gebeten, diese nicht über Soziale Medien zu verbreiten, sondern sie über den Upload https://rlp.hinweisportal.de der Polizei zur Verfügung zu stellen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Trier

Ministerpräsidentin Malu Dreyer unfassbar schockiert über den schrecklichen Vorfall in Trier

Nach dem schrecklichen Vorfall in Trier haben sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz in Trier über die Hintergründe und das Ausmaß der Tat informiert. „Ich bin unfassbar schockiert über den schrecklichen Vorfall in Trier. Es ist so unglaublich tragisch: Fünf Menschen, darunter ein Kleinkind, wurden aus dem Leben gerissen. Viele wurden schwer verletzt. Mein tiefes Beileid und meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Getöteten. Ich bange mit den Verletzten und bete, dass sie wieder vollständig gesund werden“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Polizeipräsidium und im Trierer Dom sprachen Malu Dreyer und Roger Lewentz mit Rettungs- und Polizeikräften im Einsatz. „Mein Dank gilt den Einsatzkräften, die unmittelbar zur Stelle waren und unter Einsatz aller Mittel die Verletzten versorgt haben. Auch für die Helfer und Helferinnen waren das schreckliche Erlebnisse“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Der Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek werde mit den Opfern und ihren Familien Kontakt aufnehmen. Innenminister Roger Lewentz: „Die Polizei hat sehr schnell und beherzt eingegriffen. Bereits vier Minuten nach dem Ersthinweis konnte der vermeintliche Täter gefasst werden. Es ist eine erschütternde Tat, die tief ins Mark geht. Allen beteiligten Polizei- und Rettungskräften gilt mein Dank für ihren Einsatz in diesen schweren Stunden.“ Über 450 Polizistinnen und Polizisten sowie 300 Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz. In ganz Rheinland-Pfalz werden die Flaggen am Donnerstag auf halbmast gesetzt.

Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Symbolbild.Foto: connie_sf/Pixabay

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Kommentare
02.12.202009:45 Uhr
Gabriele Friedrich

Jeder dieser Vorfälle oder Taten sind unfassbar und es waren ja schon viele davon in den letzten Jahren. Menschen werden getötet, verletzt und nichts ist mehr, wie es war.
Mein Mitgefühl tröstet die Hinterbliebenen und Verletzten nicht, aber sie haben es. So wie von jedem von uns. Wir sind traurig und geschockt gleichermaßen.
Dieser Täter hatte wohl nichts mehr, lebte in einem Auto. Vielleicht war er psychisch krank- das wussten zumindest einige Leute Privat wie von den Ämtern ! ( Sozialamt, andere Behörden)
HIER wird einfach in solchen Fällen zu wenig gemacht, betreut oder angeordnet. Es kann auch nicht sein, das wir so wenig Sozialarbeiter haben und um 17 Uhr Feierabend, WE gar nichts- das darf nicht sein. Wir brauchen mehr Leute auf den Straßen, die auch handeln können.
Es wird wieder passieren, irgendwo- wenn wir nicht damit rechnen.
Die Polizei und die vielen Helfer haben wieder ihr Bestes gegeben, sind auch geschockt. Den Trierern wünsche ich die Kraft, das zu verarbeiten.

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