Zehn Sachverständige zu den Themengebieten Wetterkunde, Klima, Hydrologie, Geologie und Geographie wurden angehört

Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe tagte in Mainz

Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe tagte in Mainz

Die Auswirkungen der Flut am Morgen des 15. Juli. Foto: Archiv/BURG

14.01.2022 - 20:52

Mainz. Der rheinland-pfälzische Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“ hat am heutigen Freitag, 14. Januar im Plenarsaal des Landtags in Mainz seine zweite öffentliche Sitzung zur Beweisaufnahme durchgeführt. Im Rahmen einer Anhörung wurden zehn Sachverständige zu den Themengebieten Wetterkunde, Klima, Hydrologie, Geologie und Geographie angehört. Der Ausschussvorsitzende Martin Haller betonte, dass es in der heutigen insgesamt fünften Sitzung des Gremiums maßgeblich um die Frage gehe, welche Informationslagen im Vorfeld der Katastrophe vor allem auch im Ahrtal vorlagen und insbesondere im Hinblick auf Meteorologie und Bodenbeschaffenheit. Die Sitzung schließe sich damit inhaltlich an den Vor-Ort-Termin des Ausschusses im Ahrtal am 20. Dezember 2021 an. Allen Ausschussmitgliedern wurde im Vorfeld der Sitzung jeweils ein Gutachten der Fachleute zur Verfügung gestellt, welches als Grundlage für die Befragung durch die Abgeordneten diente. Unter den Experten befanden sich unter anderem bekannte Meteorologen wie Sven Plöger oder Jörg Kachelmann. 


Wie der SWR berichtet, herrschte unter den Fachleuten die Meinung, dass die Katastrophe verhindert hätten werden können, zumindest in diesem Ausmaß. So befand Jörg Kachelmann laut Südwestrundfunk in seinem Gutachten, dass für eine Evakuierung genügend Zeit gewesen sei. Die Reaktion des Kreises, erst am späten Abend des 14. Juli den Katastrophenfall auszurufen, kam bedeutend zu spät. Dem pflichteten auch weitere geladen Sachverständige wie Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr und Hydrologe Jörg Dietrich bei, so der SWR weiter. 

Außerdem informierte der Ausschussvorsitzende Martin Haller zusammen mit dem stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Marcus Klein über den weiteren Zeitplan des Untersuchungsausschusses. Am 4. Februar wird sich der Ausschuss mit der Rolle des Landesamtes für Umwelt befassen, am 11. Februar geht es um einen Austausch mit der Staatsanwaltschaft und am 18. Februar soll die Rolle des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Mittelpunkt stehen. Die nächste öffentliche Sitzung zur Beweisaufnahme findet am Freitag, 28. Januar um 9.30 Uhr statt. Darin wird es um das Thema Hochwasservorhersagen gehen.

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