Bürgermeister Ferdi Wittlich begrüßte Neubürger in Kurtscheid
Von der Ahr weggespült und in Kurtscheid gelandet
Kurtscheid. Als Strom, Gas und Wasser an der Ahr nicht mehr verfügbar waren, rief Kalle Kranzosch seinen Freund Frank Hammann in Kurtscheid hilfesuchend an. Strom-Erzeuger und Gaskocher hatte der Camping-Freund natürlich für ihn parat. Der einzige Weg aus dem zerstörten Ort Mayschoss führte jedoch nur durch die Weinberge und Wald – zur B 267 – mit dem schnell wieder aktivierten Motorrad. Sieben gute Jahre hatten Kalle, Ehefrau Ramona und Sohn jetzt dort gelebt. Sie arbeitete gleich nebenan als beliebte Servicekraft im einst schmucken Hotel und Restaurant Jägerstübchen. Beim zweiten Hilfebesuch von der Ahr bieten Frank Hammann und Partnerin Mora Knoepfler vorrübergehendes Wohnen im Nachbarhaus an. Nach der Besichtigung kommt von den Weggespülten die Anfrage, ob sie das kleine Haus mit Elementarschutz-Versicherung auch langfristig mieten könnten. Denn im jetzigen Mayschoss mit 42 zerstörten Häusern sehen sie alsbald keine gastronomische Perspektive für sie. Für Dipl.-Ing. (FH) Kalle ist hier wie dort die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz in Bonn, bei einer Bundesbehörde für seinen Bereich Elektrotechnik. Die beiden Vermieter sagen „Ja“ und geben noch zwei Monate Mietfreiheit dazu. Denn gespendet hätten sie sonst auch, wie generell hier sofort in Kurtscheid und der VG Rengsdorf. Die Feuerwehren der Orte waren sofort im Hilfs-Einsatz wie viele andere handwerkliche Hilfskräfte. Die Hack-Stiftung lieferte sofort Verpflegungshilfe für alle. Die große Betroffenheit findet viele helfende Ausdrucksformen. Kalle Kranzosch hat sich auch schnell an die heile, beruhigende Atmosphäre in Kurtscheids Escherwiese gewöhnt. Und an die freundliche Nachbarschaft. Ramona hat noch mit dem Traumata der Flutnacht und Folge zu kämpfen. Sie kamen in der Katastrophen-Nacht vom überfluteten Bad Neuenahr nicht mehr aus der Stadt nach Hause. Die Telefonleitung war, wie Straßen und Brücken, zusammengebrochen. Ein Hotel gab noch für zwei Stunden Aufenthalts-Schutz, bevor alle Gäste endgültig vor dem steigenden Wasser evakuiert wurden. So blieben nur noch ein paar bange Nachtstunden im PKW, umtost von der Flut. Dann begann die Wasser-Rückfahrt durch die Weinberge zur unversehrten Wohnung am Hang. Jetzt, nach dem geglückten Umzug, fehlt nur noch die passende Aufgabe für Ramona. Dann wird sicher auch die Traurigkeit über das Ahr-Schicksal und seiner Anwohner leichter.
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