Allgemeine Berichte | 04.10.2024

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler verabschiedet ausgeschiedene Ratsmitglieder und Ortsbeiräte mit einem Festakt

„Wenn der Staat sich einmischt, geht die Freiheit den Bach runter“

Blick in den Festsaal bei der Abschiedsfeier für ausgeschiedene Mandatsträger der Kreisstadt.  Foto: GS

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es muss schon ein besonderer Anlass sein, wenn Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen sich seine Amtskette umgelegt. Und dies nicht für sich. „Ganz selten kommt sie aus der Schatulle und sieht mal Licht. Die Amtskette schmückt nicht den Träger. Die Amtskette wird zu Ehren des Gegenübers getragen“, sagte Orthen beim Festakt in der Landskroner Festhalle. Das Gegenüber waren ausgeschiedene, aktive und neue Ratsmitglieder. Für Orthen war es eine Herzenssache, „all die zu würdigen, die sich in unserer Stadt ehrenamtlich als Kommunalpolitiker engagiert haben“ Dies als Beigeordnete, Ratsmitglieder, Ortsvorsteher oder Ortsbeiratsmitglieder.

Ein Ehrenamt in schwieriger Zeit. „Eigentlich waren wir nach mehrjähriger Vorbereitung in großer Vorfreude auf die Landesgartenschau, hatten nach intensiven Planungen im Rat den Neubau der Kurparkliegenschaften auf den Weg gebracht und hatten auch bereits den Bau des Twin im Blick. Dann kam Corona – mit all den Auswirkungen auf die Kommunen“, erinnerte Orthen. Und: „All diejenigen, die zu Beginn der Wahlperiode 2019 ihr Amt angetreten haben, haben in ihren schlimmsten Träumen nicht geahnt, dass so eine Katastrophe mit ihren dramatischen Folgen auf uns zukommen würde. Die Flut war – und ist – eine Zäsur in der Stadtgeschichte.“ Auch deshalb sage er den Mandatsträgern von Herzen danke, dass diese „in der schwierigsten Zeit unserer Stadtgeschichte Verantwortung getragen haben“.

„Regelungswut und Gesetzesflut“

Verantwortung und der Wille zur Selbstverwaltung waren dann weiteres Kernthema von Orthens Festansprache: „Wir alle haben eine Verantwortung. Zunächst einmal für uns selbst, für unser Tun und unser Leben. Das bereits haben wir vielfach verlernt.“ Das drücke sich dann darin aus, dass viele nach dem Tun anderer riefen, die Zuständigkeit, die Verantwortung und gar die Schuld bei anderen suchten. Verantwortung zu übernehmen, sei den Menschen vielfach ausgetrieben worden mit dem Hinweis darauf, dass der Staat, die Politik es schon richte. „Ja vielen Dank auch. Wenn der Staat sich bis in die kleinsten Facetten unseres Lebens einmischt, und das tut er, dann gehen Selbstverantwortung und Freiheit den Bach runter. Dann erleben wir das, was wir Regelungswut und Gesetzesflut nennen und zu Recht beklagen.“

Basis der Selbstverantwortung sei Vertrauen. „Vertrauen in uns und untereinander setzt Ehrlichkeit voraus. Dazu gehört auch, gerade im politischen Kontext, die Ehrlichkeit, unsere Grenzen offen zu benennen. Was wir nicht zu leisten im Stande sind, sollten wir nicht versprechen. Im Kleinen wie im Großen nicht.“ Und mit Nachdruck sagte Orthen den zu Ehrenden: „Die Menschen in unserer Stadt haben ihnen ihr Vertrauen ausgesprochen. Und sie sind Teil eines Wandels der politischen Kultur in unserer Stadt und sie haben wesentlichen Anteil daran, dass gegenseitiges Vertrauen Grundlage der politischen Zusammenarbeit war und bis heute ist.“

Urkunden und Wein

Dafür dankte der Bürgermeister gemeinsam mit Stadt-Vize Peter Diewaldd en ausgeschiedenen Ortsbeiratsmitgliedern mit Urkunden, Wein, persönlichen Worten und auch Umarmungen. Das waren bei der Feier Heinz Kurth, Alexandra Lieb, Wilma Schneider, Klaus Liewald, Erich Stadtfeld, Klaus Puchstein, Ludwig Schäfer, Marcel Delord, Michael Holzem, Petra Krätz, Herbert Pies, Joachim Breuer, Gerhard Ulrich, Frank Hoffmann, Christian Schmickler, Thomas Gies, Fritz Langenhorst, Annette Sebastian und Petra Calenborn.

Urkunden gab es auch für Beigeordnete, Ratsmitglieder und Ortsvorsteher die eine oder weniger als eine Wahlperiode im Amt waren: So für die ehemalige Beigeordnete Ute Reuland, Ex-Ortsvorsteher Willi Schneider und die ehemaligen Ratsmitglieder Denis Büsgen, Andreas Oswald, Dr. Jürgen Lorenz und Detlef Odenkirchen.

Die Medaille der Stadt in Bronze ging an Klaus Schneider (zehn Jahre Stadtrat), Peter Krämer (fünf Jahre Beigeordneter, fünf Jahre Stadtrat und in dieser Zeit auch Ortsvorsteher von Ahrweiler). Silber ging an Gregor Sebastian, Ratsmitglied und von 2009 bis 2024 Ortsvorsteher von Walporzheim.

Goldmedaillen als Dank

Und auch Goldmedaillen gab es. Diese gingen an Ursine Holzberger und Ralf Wershofen für jeweils für 20 Jahre als Stadtratsmitglied. Auf 30 Jahre Mitarbeit im Stadtrat kommt Andreas Schmickler, bei Andreas Geschier sind es 33 Jahre. 35 Jahre sind es bei Werner Schüller, der allerdings schon vor 50 Jahren in den Bauausschuss gewählt worden war und somit ein echter Goldjubilar ist. Und zu den „Goldkindern“ gehörte auch Christoph Kniel. Er war mehr als vier Jahrzehnte in vielen Ehrenämtern für die Stadt aktiv und hat sich dabei laut Orthen „in herausgehobenen Positionen um die Belange der kommunalen Selbstverwaltung verdient gemacht“. So war er von 1983 bi 1984 stellv. Ortsvorsteher, von 1984 bis 1994 Ortsvorsteher von Heppingen und war über viele Jahre Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat, dem er von 1994 bis 2024 angehört hat.

Gold hat hingegen schon seit fünf Jahren der Nestor der Stadtpolitik, Fritz Langenhorst, der zwar als Ortsbeirat verabschiedet wurde, der Stadt aber im Rat erhalten bleibt. Für 40 Jahre kommunalpolitisches Engagement, davon allein 20 Jahre als Ortsvorsteher von Ramersbach, erhielt der 80-Jährige, der auch Kreisbeigeordneter war, die entsprechende Urkunde des Städte- und Gemeindebundes aus den Händen von Guido Orthen.

GS

Blick in den Festsaal bei der Abschiedsfeier für ausgeschiedene Mandatsträger der Kreisstadt. Foto: GS

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