Allgemeine Berichte | 04.10.2021

Insektenidyll statt Steinwüste: Verbandsgemeinde Weißenthurm sagt Schottergärten den Kampf an

Wettbewerb „Aus Grau mach Bunt!“ zielt auf klimafreundliches Grün vor der Haustür

Verbandsgemeinde Weißenthurm. Sie gelten als sauber und pflegeleicht. Tatsächlich sind Schottergärten aber durchaus mit Arbeit verbunden. Vor allem aber haben die versiegelten Flächen viele ökologische Nachteile. Die Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm will daher mehr Mut zum Grün machen und lobt einen Wettbewerb zur Umgestaltung von Schottergärten aus. Wer unter dem Motto „Aus Grau mach Bunt!“ die Verwandlung der oft eintönigen Steinwüsten in ein grünes Insektenidyll dokumentiert, trägt nicht nur aktiv zum Klimaschutz bei, sondern hat auch die Chance auf attraktive Preise.

Hauseigentümer und Grundstücksbesitzer entscheiden sich häufig für versiegelte Vorgärten, weil es sich um die vermeintlich pflegeleichtere Variante im Vergleich zu bepflanzten Flächen handelt. „Meistens ist aber das Gegenteil der Fall, weil Unkräuter, Moose und Flechten in den Schottergärten ideale Wachstumsbedingungen finden“, erklärt die VG-Klimaschutzbeauftragte Jennifer Vogt. Die Fachfrau hält die mit Steinen bedeckten Flächen aber nicht nur wegen der ungewollt wachsenden Pflanzen für problematisch. Schwierig gestalte sich zudem das Mikroklima, weil kaum Möglichkeiten zum Wärmeaustausch gegeben seien: „Vor allem in sehr warmen Sommern entwickelt sich so vor dem Haus eine regelrechte Hitzestelle“, sagt Vogt. Gleichzeitig leiten geschotterte oder versiegelte Flächen die Abwässer bei Regenfällen oder Schneeschmelze ungefiltert und direkt in das Abfluss-System ein – eventuell ein Beitrag dazu, dass der Kanal nicht mehr alles aufnehmen kann und Hochwasser entsteht.

Bepflanzte Gärten dagegen bieten Vögeln und Insekten Brutmöglichkeiten und Nahrung, senken den CO2-Gehalt und spenden Schatten. „Außerdem geben Pflanzen über die Verdunstung Feuchtigkeit ab, so dass an warmen Tagen ein kühlender Effekt entsteht, der sich auch positiv auf das Mikroklima auswirkt“, erläutert die Klimaschutzbeauftragte. Auch beim Hochwasserschutz können bepflanzte Gärten punkten: Der nicht versiegelte Boden kann einen Teil der Wassermengen aufnehmen und langsam dem Grundwasser zuführen. „Und schließlich sieht ein grüner, bunt blühender Vorgarten einfach schön aus“, findet Vogt.

Um einen Anreiz zur klimafreundlichen Gestaltung vor der Haustür zu schaffen, hat die Klimaschutzbeauftragte den Wettbewerb „Aus Grau mach Bunt!“ initiiert. Beteiligen können sich alle, die innerhalb der VG Weißenthurm die Steine im Vorgarten durch Büsche und Blumen ersetzt haben oder ersetzen wollen. Die Umwandlung soll in Fotos festgehalten werden: Ursprünglichen Schottergarten ablichten, Arbeitsschritte dokumentieren und fertige grüne Oase zeigen. Die Klimaschutzmanagerin prüft die eingereichten Unterlagen und entscheidet mit einer Jury, der die VG-interne Lenkungsgruppe Klimaschutz angehört, über die Siegergärten. Einsendeschluss der Unterlagen ist der 30. Oktober 2021.

Nähere Informationen zum Wettbewerb „Aus Grau mach Bunt!“ gibt es bei Jennifer Vogt unter jennifer.vogt@vgwthurm.de oder telefonisch unter Tel. (0 26 37) 91 33 43. Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Weißenthurm

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